Private Krankenversicherung für Beamtenanwärter

Das sollten Beamtenanwärter bei der Auswahl beachten

Mit dem Beginn Ihrer Ausbildung bei Ihrem Dienstherrn sind Sie Beamtenanwärter. Damit ändert sich für Sie einiges. Ab sofort haben Sie Anspruch auf Beihilfe. Damit übernimmt Ihr Dienstherr einen Teil Ihrer Krankheitskosten. Sie müssen nur noch die Restkosten versichern. Was Sie bei der Auswahl Ihrer Krankenversicherung beachten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Aus dem Inhalt

Beihilfe zahlt nur einen Teil der KrankheitskostenNur die PKV bietet Spezialtarife für Beamte und BeamtenanwärterSo treffen Sie die richtige GrundsatzentscheidungKrankenversicherung schließt Ihre „Beihilfe-Lücke“Wahlfreiheit zwischen GKV und PKV – und ihre TückenNachteile der GKV als VollkostenversicherungVorteile der PKV-Restkostenversicherung für BeamtenanwärterMit Selbstbeteiligung reduzieren Sie Ihre monatlichen BeiträgeLeistungsumfang und Altersrückstellungen – auch diese Punkte sind wichtigUnd so geht es nach der Ausbildung weiter

Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

  • Welche Arten von Krankenversicherung gibt es in Deutschland?
  • Und inwiefern müssen sich Beamtenanwärter und Referendare mit dem Thema Krankenversicherung auseinandersetzen?

  • Was unterscheidet sie von „Nicht-Beamten“?

  • Was müssen Beamtenanwärter bei ihrer Entscheidung für eine private oder gesetzliche Krankenversicherung berücksichtigen?

Beihilfe zahlt nur einen Teil der Krankheitskosten

Je nach Familienstand zahlt die Beihilfe Ihre Krankheitskosten nur anteilig. Deshalb sind Sie als Beamtenanwärter seit 2009 verpflichtet, für die Restkosten eine Krankenversicherung abzuschließen. Diese zahlen Sie komplett von Ihren Dienstbezügen. Für Beamtenanwärter gibt es spezielle Angebote der Privaten Krankenversicherer (PKV). Diese Tarifangebote versichern nur den Teil, den die Beihilfe nicht übernimmt.

Bei ledigen Beamtenanwärtern zahlt der Staat 50 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen. Für beihilfeberechtigte Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder übernimmt der Staat sogar bis zu 70 Prozent der Kosten. Was genau in welchem Bundesland gilt, lesen Sie in unserem Beitrag über Angehörige von Beihilfeberechtigten.

Nur die PKV bietet Spezialtarife für Beamte und Beamtenanwärter

Den Rest Ihrer Krankheitskosten müssen Sie also selber abdecken. Dafür, also die sogenannten Restkosten, bieten Ihnen die Privaten Krankenversicherer maßgeschneiderte Tarife, die entsprechend günstig sind. Solche Spezialtarife für Beamtenanwärter gibt es bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), also den gesetzlichen Kranken- und Ersatzkassen, nicht. Sie haben nur sogenannte Vollkostenversicherungen im Angebot, die dann auch zu 100 Prozent Ihre Krankheitskosten übernehmen.

Bei der PKV kann sich grundsätzlich jeder Beamtenanwärter versichern. Und es gibt – anders als bei angestellten Arbeitnehmern, also den Nicht-Beamten – auch keine Pflicht, in eine Gesetzliche Krankenkasse zu gehen, solange sie mit ihrem Einkommen unterhalb der Pflichtversicherungsgrenze bleiben.

So treffen Sie die richtige Grundsatzentscheidung

Sobald Sie erfahren, dass Sie Ihre Ausbildung als Beamtenanwärter beginnen, sollten Sie sich um Ihren Krankenversicherungsschutz kümmern. Die meisten Beamtenanwärter waren bisher über ihre Eltern versichert und kommen das erste Mal mit dieser komplexen Materie in Kontakt. Aber keine Sorge: Beihilferatgeber.de beantwortet all Ihre Fragen:

  • Was sind die Besonderheiten der Krankenversicherung für Beamtenanwärter?
  • Ist eine private Krankenversicherung (PKV) für Beamtenanwärter die bessere Alternative – und wenn ja, warum?
  • Was kostet die Krankenversicherung einen Beamtenanwärter?
  • Warum ist die private Krankenversicherung für Anwärter so günstig?
  • Wie hoch genau ist für einen kerngesunden Beamtenanwärter der PKV-Beitrag?
  • Welche private Krankenversicherung und welcher Spezialtarif sind für Beamtenanwärter empfehlenswert?

Lediglich ein kleiner Teil der Lehramtsanwärter sowie der Großteil der Rechtsreferendare braucht sich noch nicht um Fragen der Beihilfe und der Wahl einer ergänzenden privaten Krankenversicherung für Beamte zu kümmern: Sie haben nämlich vielfach nicht den Status von Beamten auf Widerruf, sondern sind während ihres Vorbereitungsdienstes Angestellte in öffentlich-rechtlichem Ausbildungsverhältnis – und dabei über eine der gesetzlichen Krankenversicherungen pflichtversichert. Erst mit der dauerhaften Übernahme in den Staatsdienst in Form der Verbeamtung rücken auch für sie die hier skizzierten Fragen in den Blickpunkt.

Krankenversicherung schließt Ihre „Beihilfe-Lücke“

Die Beihilfe zahlt Ihnen auf Antrag in Zukunft abhängig von Ihrem Familienstand 50 bis 70 Prozent Ihrer beihilfefähigen Aufwendungen. Bei Ihrem ersten Antrag bei Ihrer zuständigen Beihilfestelle müssen Sie für die Restkosten den Nachweis einer Krankenversicherung vorlegen. Diese Restkostenversicherung, bisweilen auch fälschlich Beihilfeversicherung genannt, zahlen Sie von Ihren Dienstbezügen selber.

Wahlfreiheit zwischen GKV und PKV – und ihre Tücken

Generell haben Sie bei der Auswahl Ihrer Krankenversicherung eine Wahlfreiheit. Das bedeutet, dass Sie entweder einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) als freiwilliges Mitglied beitreten oder mit einer privaten Krankenversicherung (PKV) einen Vertrag abschließen können. Wenn Sie sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern, verschenken Sie jedoch Ihren Anspruch auf Beihilfe. Denn eine gesetzliche Krankenkasse zahlt als Vollkostenversicherung 100 Prozent ihrer Krankheitskosten als Sachleistungen.

Von der gesetzlichen Krankenkasse erhalten Sie dafür die sogenannte Gesundheitskarte, die Sie bei einem Arztbesuch oder in der Apotheke vorlegen. Sie erhalten hierüber alle medizinisch notwendigen Anwendungen und Arzneimittel sowie Hilfsmittel, ohne direkt zu bezahlen – abgesehen von Zuzahlungen. Bei der PKV sind Sie hingegen noch ein echter Kunde. Sie erhalten ärztliche Leistungen auf Rechnung. Das bedeutet, dass Sie als Privatpatient zunächst alle Aufwendungen selber bezahlen und später die Belege bei der Beihilfestelle und Ihrer Krankenversicherung zur Erstattung einreichen.

Nachteile der GKV als Vollkostenversicherung

Dass Sie über die GKV-Vollkostenversicherung Sachleistungen erhalten, ist etwas, das unter Umständen zunächst attraktiv erscheint. Die Sache hat aber einen Haken: Sie müssen in der GKV als Beamtenanwärter die Beiträge zu 100 Prozent selber tragen: Anders als angestellte Arbeitnehmer erhalten Sie keinen Zuschuss zu den GKV-Krankenversicherungsbeiträgen. Dem Arbeitgeberanteil, den Angestellte erhalten, entspricht bei Ihnen als Beamtenanwärter die Beihilfe.

Wenn Sie also einer GKV einen Vertrag beitreten, zahlen Sie den Arbeitgeber- und den Arbeitnehmeranteil aus der eigenen Tasche. Bei 1.300 Euro Monatsgehalt liegen die Beiträge der GKV bei rund 195 Euro pro Monat.

Vorteile der PKV-Restkostenversicherung für Beamtenanwärter

Anders als die GKV versichern die Anbieter der Privaten Krankenversicherung für Beamte lediglich die Restkosten. Das bedeutet, dass Sie bei einem Beihilfeanspruch von 50 Prozent für sich selbst auch nur einen Vertrag abschließen sollten, der exakt das Kostenrisiko der verbleibenden Hälfte Ihrer Krankheitsaufwendungen abdeckt. Entsprechend günstig sind dann auch die Tarife.

Je nach Alter, Vorerkrankungen und eventuellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind die Tarife in der PKV sehr günstig. Für kerngesunde Beamtenanwärter Anfang 20 liegen die Tarife je nach Leistungsumfang und einer eventuellen Selbstbeteiligung zwischen 40 und 80 Euro Monatsbeitrag.

Wenn Sie es nun genau wissen wollen, nutzen Sie doch den Beihilferechner. Mit ihm berechnen Sie Ihren Beihilfeanspruch für sich und Ihre Familie; darüber hinaus können Sie auch sofort sehen, was Ihre Private Krankenversicherung bei der Continentale im Tarif COMFORT-B kostet.

Mit Selbstbeteiligung reduzieren Sie Ihre monatlichen Beiträge

Noch günstiger sind Tarife, bei denen Sie eine Selbstbeteiligung mit ihrem PKV-Anbieter vereinbaren. Je nach Alter und Leistungsumfang können Sie durch eine Selbstbeteiligung Ihre Beitragshöhe um über zehn Prozentpunkte zusätzlich reduzieren. Allerdings gibt es auch hier verschiedene Tarifmodelle. Einige Tarife gestalten die Selbstbeteiligung mit einem festen jährlichen Betrag, den Sie aus eigener Tasche bezahlen. Im Angebot sind Modelle mit Selbstbeteiligung zwischen 300 und 1.000 Euro pro Jahr. Das bedeutet dann aber auch, dass Ihr Krankenversicherer erst ab diesem Betrag Ihre Aufwendungen erstattet.

Für junge Menschen, die bisher kaum jemals krank gewesen sind, erscheint das attraktiv. Aber Achtung: Ein einfacher Arm- oder Beinbruch kostet schnell 1.000 Euro oder mehr, wenn er kompliziert ist. Dann müssen Sie diesen Betrag auch auf einmal zahlen. Besser sind daher Selbstbeteiligungsmodelle, bei denen Sie anteilig pro in Anspruch genommener Leistung immer einen kleinen Anteil Selbstbeteiligung zahlen. So ist beispielsweise auch der Tarif COMFORT-B der Continentale Krankenversicherung aufgebaut.

Leistungsumfang und Altersrückstellungen – auch diese Punkte sind wichtig

Die monatlichen Kosten der Krankenversicherung für Beamtenanwärter sind also abhängig von zahlreichen Faktoren. Entscheidend ist neben den Vorerkrankungen der Leistungsumfang. Es gibt Basistarife, die auf einem ähnlichen Leistungsniveau liegen wie die GKV. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Ihre Versicherung mindestens die Kosten für ambulante und stationäre Versorgung übernehmen muss. Die Zahlbehandlung und Zahnersatz müssen also nicht enthalten sein; es ist aber ratsam, eine Zahnversicherung ergänzend abzuschließen.

Die Komforttarife haben einen höheren Leistungsumfang und inkludieren auch einen Basisschutz für Ihre Zähne. Für Sie als Beamtenanwärter ist wichtig, dass Sie einen Tarif wählen, der während Ihrer Ausbildung noch keine Altersrückstellungen bildet. Diese Altersrückstellungen müssen erst gebildet werden, wenn Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen haben und dauerhaft in den Staatsdienst übernommen wurden. Solche Rückstellungen bilden die PKV-Anbieter, um die Beiträge im Alter niedrig zu halten.

Und so geht es nach der Ausbildung weiter

Nachdem sie mit ihrer letzten erfolgreich bestandenen Ausbildungsprüfung alle Voraussetzungen zur Übernahme als Beamte auf Widerruf erfüllen, werden die meisten Beamtenanwärter dauerhaft in den Staatsdienst als Beamte übernommen. Dann ändert sich auch der monatliche Beitrag zur privaten Krankenversicherung. Denn ab diesem Zeitpunkt müssen die Versicherer damit anfangen, Altersrückstellungen zu bilden.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Als Beamtenanwärter haben Sie Anspruch auf Beihilfe.
  • Die Beihilfe übernimmt bei Ledigen 50 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen.
  • Die verbleibende Hälfte müssen Sie mit einer privaten Krankenversicherung für Beamte abdecken.
  • Generell haben Sie ein Wahlrecht zwischen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Privaten Krankenversicherung (PKV).
  • Die GKV bietet nur Vollkostenversicherungen an. Zwar erhalten Sie 100 Prozent der Aufwendungen als Sachleistungen – Sie müssen dafür aber auch deutlich höhere Monatsbeiträge zahlen.
  • Nur die PKV bietet eine Restkostenversicherung, die lediglich die verbleibenden Kosten versichert.
  • Entsprechend günstig sind die monatlichen Beiträge der PKV.

Empfehlungen der Redaktion:

Beihilferatgeber.de ist ein umfangreiches Portal, das Ihnen zu allen Fragen rund um die Private Krankenversicherung und die Beihilfe Antworten gibt. Wenn Sie sich einlesen wollen in das komplexe Recht der Beihilfe, empfehlen wir Ihnen den Beitrag über die Bundesbeihilfeverordnung. Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrem Bundesland gilt, erfahren Sie dazu mehr in den Einzelbeiträgen zur  Beihilfe in den Ländern. Weitere Informationen über Aufbau und Umfang der Privaten Krankenversicherung für Beamtenanwärter erhalten Sie in unserem Beitrag zur Restkostenversicherung.

Sie möchten auf einen Blick sehen, welchen Beihilfeanspruch Sie persönlich haben und was Ihre Krankenversicherung bei der Continentale kostet?  Wenige Angaben genügen für die Berechnung – nutzen Sie hierfür einfach unseren Beihilferechner.

Letzte Aktualisierung: 18.04.2017


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