Krankenversicherung für Beamte

Private Krankenversicherung für Beamte

Das sollten Beamte bei der Auswahl beachten

Seit dem 1. Januar 2009 müssen auch Beamte eine Krankenversicherung abschließen. Den Unterschied zwischen der Gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung erfahren Sie hier.

Aus dem Inhalt

Für Beamte ist die Private Krankenversicherung am sinnvollsten Private Krankenversicherung für Beamte ergänzt die Beihilfe Nach dem Referendariat private Anschlussversicherung möglich

Wer als Arbeitnehmer unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, ist in der Gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Knapp die Hälfte der Beiträge für diese Versicherung trägt der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer zahlt den anderen Teil selbst. Für Sie als Beamter ist das anders: Sie bekommen Beihilfe von Ihrem Dienstherrn. Das bedeutet, er erstattet Ihnen im Krankheitsfall zwischen 50 und 70 Prozent Ihrer Aufwendungen. Die Beihilfe deckt also immer nur einen Teil der Kosten, die bei Krankheit, Pflege, Geburt oder Tod anfallen. Den anderen Teil tragen die Beamten als Beihilfeberechtigte selbst.

Seit dem 1. Januar 2009 sind aber auch die Beamten verpflichtet, ergänzend eine Krankenversicherung abzuschließen. Dabei müssen zumindest die Kosten einer ambulanten und stationären Behandlung versichert werden, nicht jedoch Zahnarztleistungen.

Für Beamte ist die Private Krankenversicherung am sinnvollsten

Für Arbeitnehmer gilt: Wer im Jahr weniger als 56.250 Euro verdient (Stand: 1. Januar 2016), ist in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Nur wer mehr verdient, kann in eine Private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Für Beamte gilt diese Einkommensgrenze nicht. Wenn Sie vor Ihrer Verbeamtung bereits in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert waren, können Sie unabhängig von der Höhe Ihrer Bezüge frei wählen, ob Sie dort bleiben oder zu einer privaten Krankenversicherung wechseln möchten.

Beamte, die sich für die Gesetzliche Krankenversicherung entscheiden, erhalten viele Behandlungen als Sachleistungen. Weil sie deshalb keine Krankheitskosten mehr haben, erhalten sie dafür auch keine Beihilfe mehr. Anders als angestellte Arbeitnehmer bekommen sie auch keine Zuschüsse zu den Beiträgen der Krankenversicherung. Wie Selbständige müssen Beamte sie komplett selbst finanzieren. Die Beiträge betragen 14,6 Prozent des Einkommens. Seit 2015 können die gesetzlichen Kassen einen Zusatzbeitrag erheben. Vorteil der GKV: Angehörige ohne eigenes Einkommen, zum Beispiel Kinder, können ohne Zusatzbeiträge mitversichert werden.

Private Krankenversicherung für Beamte ergänzt die Beihilfe

Die Private Krankenversicherung überzeugt mit einem deutlich breiteren Spektrum an Leistungen im Krankheitsfall. Als beihilfeberechtigter Beamter des Bundes und in vielen Ländern erhalten Sie auch Leistungen vom Heilpraktiker und Zahnersatz wie Implantate. Da viele dieser Leistungen aber nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen gehören, bekommen freiwillig Versicherte zwar Beihilfe, müssen den Rest der Kosten aber aus eigener Tasche bezahlen – oder müssen eine entsprechende private Krankenzusatzversicherung abschließen. Privatversicherte bekommen die verbleibenden Aufwendungen gleich über ihre Restkostenversicherung.

Die Beiträge für eine private Restkostenversicherung sind in der Regel dennoch günstiger. Sie ergänzt nämlich nur den Beihilfeanspruch statt ihn wie die gesetzliche Krankenversicherung zu ersetzen. Sie übernimmt den Teil Ihrer Aufwendungen, den Sie nicht über die Beihilfe erstattet bekommen. So sind Ihre gesamten Krankheitskosten zu 100 Prozent abgedeckt. Dafür bieten die privaten Krankenversicherungen flexible Tarife speziell für beihilfeberechtigte Beamte. Diese richten sich danach, wie hoch Ihr Beihilfeanspruch für Sie und Ihre Angehörigen ist.

Ein Beispiel:

Der 28-jährige Bundesbeamte Michael verdient 3.000 Euro brutto monatlich. Für die Gesetzliche Krankenversicherung müsste er Beiträge in Höhe von 14,0 Prozent seines Monatseinkommens aufwenden, also 420 Euro. Ausgaben für Krankenzusatzversicherungen kommen noch dazu.

Wesentlich weniger muss er für eine Private Krankenversicherun der Restkosten bezahlen: Da für ihn er als alleinstehender Beamter ein Beihilfesatz von 50 Prozent gilt, muss er nur die verbleibenden 50 Prozent abdecken. Die entsprechende Private Krankenversicherung kostet ihn monatlich etwa 180 Euro.

Selbst wenn er zwei Kinder bekommt und in der GKV die beitragsfreie Familienversicherung nutzt, ist die private Restkostenversicherung für ihn günstiger. Denn im Bund und in vielen Bundesländern steigt sein persönlicher Beihilfesatz auf 70 Prozent. Für die Kosten der beihilfeberechtigten Kinder springt die Beihilfe mit 80 Prozent ein. Die Restkostenversicherung muss also nur noch 30 Prozent seiner Leistungen und 20 Prozent der Aufwendungen für die Kinder absichern. Entsprechend günstig sind die Tarife: Nur etwa 200 Euro muss er im Monat für sich und seine beiden Kinder aufwenden.

Nach dem Referendariat private Anschlussversicherung möglich

Ein Sonderfall tritt ein, wenn Beamte auf Widerruf nach dem Referendariat nicht sofort als Beamtenanwärter in ein Beamtenverhältnis auf Probe übernommen werden, weil eine passende Stelle erst in einigen Monaten zur Verfügung steht. Einige Versicherungen bieten ehemaligen Referendaren daher an, in der Übergangszeit zu günstigen Tarifen weiter bei ihnen versichert zu bleiben. Beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung für Beamte sollten sich Referendare daher nach einer solchen Anschlussversicherung erkundigen.

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Auch Beamte müssen sich krankenversichern.
  • Beamte können frei wählen, ob sie in eine private Krankenversicherung gehen oder sich freiwillig in der Gesetzlichen Krankenversicherung versichern.
  • Eine private Krankenversicherung für Beamte ergänzt Ihren Beihilfeanspruch.
  • Wenn Sie sich freiwillig gesetzlich versichern, fällt Ihr Beihilfeanspruch praktisch weg.
Letzte Aktualisierung: 29.06.2017


Interessieren Sie sich für eine günstige Restkostenversicherung?

Nutzen Sie unseren Beihilferechner und Sie erhalten:

  • Ihren persönlichen Beihilfebemessungssatz
  • Ihre Prämie für die Restkostenversicherung
  • Beihilferatgeber mit allen Infos speziell für Ihre Situation
Jetzt Rechner starten und sparen!
Gewünschte Information nicht gefunden?
Schauen Sie in unser Glossar
In unseren Glossartexten erläutern wir für Sie ein paar Grundbegriffe rund um unser Gesundheitssystem und FachBeihilfebegriffe, die immer wieder in unseren Texten auftauchen. Beihilferatgeber-Glossar