Beihilfe für Beamtenanwärter

Beihilfe für Beamtenanwärter

Egal ob einfacher, mittlerer, gehobener oder höherer Dienst – wer Beamter auf Lebenszeit werden möchte, muss in der Regel vorher einen Vorbereitungsdienst leisten. Was in dieser Phase für die Beihilfe gilt, lesen Sie hier.

Beamter auf Lebenszeit wird niemand im Handumdrehen. Vor der Verbeamtung steht für alle Laufbahnen ein Vorbereitungsdienst. Zum Beispiel für die Finanzverwaltung, die Feuerwehr oder die Polizei. Für eine Laufbahn des mittleren Dienstes dauert er in der Regel zwei, für den gehobenen Dienst drei Jahre. Wer eine Laufbahn im höheren Dienst anstrebt, wird während des Vorbereitungsdienstes als Referendar bezeichnet. Was für sie gilt, haben wir in einem eigenen Beitrag über Referendare zusammengestellt. Der Vorbereitungsdienst dient der Ausbildung und endet wie gewöhnliche Ausbildungen auch in der Regel mit einer Laufbahnprüfung. Die Dienstherren in Bund und Ländern haben für alle Laufbahnen eigene Laufbahnverordnungen erlassen, die Ziele, Inhalte und Dauer des Vorbereitungsdienstes und der Prüfung genau regeln.

Während des Vorbereitungsdienstes sind Beamtenanwärter Beamte auf Widerruf. Ihr Dienstverhältnis und damit auch ihr Beamtenstatus endet – vorerst – wenn sie die Laufbahnprüfung am Ende des Vorbereitungsdienstes bestehen oder endgültig nicht bestehen. Danach müssen die Anwärter neu angestellt werden – dann in der Regel zunächst als Beamte auf Probe.

Ihr Vorteil als Beamtenanwärter: Während des Vorbereitungsdienstes sind Sie Beamter mit allen Rechten und Pflichten. Dazu zählt insbesondere Ihr Anspruch auf Beihilfe. Aber Achtung: Je nach Dienstherr im Bund oder in den Ländern, bestehen für den Beamten auf Widerruf einige Einschränkungen.

Bei den Referendaren gibt es darüber hinaus eine Besonderheit – denn nicht jeder bekommt automatisch auch den Status eines Beamten auf Widerruf zugesprochen. In einigen Ländern befinden sich viele Lehramtsreferendare, obwohl sie gezielt auf den Staatsdienst vorbereitet werden, in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis – ohne Anspruch auf Beihilfe. Auch die obligatorische Restkostenversicherung, eine private Krankenversicherung für Beamte, als Ergänzung zur Beihilfe brauchen Sie als Referendare noch nicht. Sie sind in dieser Zeit Angestellte und als solche in einer gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Für Rechtsreferendare gilt ohnehin das öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis, da die Ausbildung sie auch zu Tätigkeiten außerhalb des Staatsdienstes befähigt – nur das Land Thüringen bildet hier eine Ausnahme.

Besonderheiten bei der Beihilfe für Beamtenanwärter

Für bestimmte Leistungen wie Kuren gibt es in einigen Bundesländern Wartezeiten. In Baden-Württemberg zum Beispiel müssen Sie schon fünf Jahre Beihilfeberechtigter sein, bevor Sie für solche Aufwendungen Beihilfe bekommen.

Zahnärztliche BehandlungBesondere Einschränkungen gibt es in vielen Bundesländern für Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst bei zahnärztlichen Behandlungen. Mit Ausnahme von Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen erhalten Beamte für folgende Leistungen keine Beihilfe:

  • Zahnersatz,
  • Inlays,
  • Zahnkronen,
  • funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen sowie
  • implantologische Leistungen.

Diese Einschränkungen bestehen auch für die berücksichtigungsfähigen Angehörigen.

Im Übrigen sind die Spezialregelungen eher positiv für Sie. In Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein zum Beispiel müssen Sie die Kostendämpfungspauschale nicht tragen. In Thüringen sind Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst vom Eigenbehalt befreit.

Welche speziellen Regelungen für die Beihilfe ansonsten in Ihrem Bundesland bestehen, erfahren Sie hier.

Die Beihilfe durch den Dienstherrn deckt aber grundsätzlich immer nur einen Teil der Kosten ab, der Ihnen im Fall einer Krankheit entstehen. Den Rest müssen Beihilfeberechtigte privat versichern. In Deutschland besteht Versicherungspflicht. Deshalb müssen auch Beamtenanwärter mindestens eine private Beihilfe-Restkosten-Versicherung und eine Pflegepflichtversicherung abschließen.

 Tipp

Das Wichtigste rund um den Beihilfeanspruch von Beamtenanwärtern zusammengefasst:

  • Als Beamte auf Widerruf haben Beamtenanwärter schon während des Vorbereitungsdienstes einen Anspruch auf Beihilfe.
  • Je nach Dienstherrn gelten für Beamtenanwärter Einschränkungen für die Beihilfe für Zahnersatz.
  • Die restlichen Kosten müssen Beamtenanwärter mit einer Krankenversicherung selbst versichern.
Letzte Aktualisierung: 16.11.2016


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