Beihilfe bei der Geburt eines Kindes

Für Aufwendungen bei Schwangerschaft und Geburt wird Ihnen als Beamter selbstverständlich Beihilfe gewährt. Doch was ist mit dem Neugeborenen? Was Sie tun müssen, damit Ihr Kind von Anfang an gut versorgt ist, erfahren Sie hier.

Die Aufwendungen für die Geburt eines Kindes, bekommen Beamte von der Beihilfe ersetzt. Egal ob Klinik, Geburtshaus oder Hausgeburt. Sogar eine Familien- und Haushaltshilfe ist unter Umständen anschließend beihilfefähig. Bettchen, Kleidung, Kinderwagen – die Kosten für die Erstausstattung des Nachwuchses belastet den Geldbeutel junger Eltern ganz schön. Deshalb wird den Beihilfeberechtigten in einigen Ländern zusätzlich zur Geburt ihres Kindes eine einmalige Pauschale für Säuglings- und Kleinkindausstattung gewährt.

Die fällt allerdings sehr unterschiedlich aus. Von 128 Euro in Bremen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz bis 250 Euro in Baden-Württemberg reicht die Spanne. Sachsen und Rheinland-Pfalz gewähren ihren beihilfeberechtigten Beamten 150 Euro, Nordrhein-Westfalen sogar 170. Alles besser als nichts. Denn sowohl Bundesbeamte als auch Landesbedienstete in den übrigen neun Bundesländern bekommen für ihre Neugeborenen keine pauschale Beihilfe für die Säuglingserstausstattung.

Doch das alles sind Leistungen, die den jungen Eltern zu Gute kommen. Was aber ist mit dem Säugling selbst? Wer zahlt für seine ärztliche Versorgung?

Kind beim Besoldungsamt anmelden, Familienzuschlag und Kindergeld beantragen

Grundsätzlich bekommen beihilfeberechtigte Beamte für ein Kind von der Beihilfe 80 Prozent der Aufwendungen erstattet. Voraussetzung: Es ist im Familienzuschlag berücksichtigt. Das müssen Sie nach der Geburt zunächst in die Wege leiten. Das zuständige Besoldungsamt benötigt von Ihnen eine Geburtsurkunde des Kindes und Ihren Antrag auf Kindergeld. Das nämlich ist Voraussetzung für die Berücksichtigung im Familienzuschlag. Wichtig: Sind beide Elternteile verbeamtet, kann nur einer den kinderbezogenen Teil des Familienzuschlags erhalten. Eine entsprechende Erklärung müssen Sie ebenfalls abgeben.

Vorsorge vor der Geburt: Kindernachversicherungsklausel

Beihilfe für NeugeboreneDie verbleibenden Kosten müssen die beihilfeberechtigten Beamten wie für sich selbst mit einer Restkostenversicherung versichern. Da nur 20 Prozent der krankheitsbedingten Kosten für das Kind des Beamten durch diese private Krankenversicherung übernommen werden müssen, sind die Prämien entsprechend niedrig. Ist das Kind gesund, nimmt eine private Krankenversicherung es problemlos auf. Was aber wenn das Kind krank zur Welt kommt? Grundsätzlich können Krankenversicherer in diesen Fällen die Versicherung ablehnen. Ist aber mindestens ein Elternteil seit mehr als drei Monaten bei diesem Unternehmen versichert, ist die Versicherung verpflichtet, das Kind ohne Gesundheitsprüfung nachzuversichern. Dann ist das Neugeborene rückwirkend von Geburt an versichert. Einzige Einschränkung: Der beantragte Versicherungsschutz darf nicht höher und umfassender sein als der des Elternteils.

Achtung: Melden Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Versicherung. Denn die Pflicht zur Kindernachversicherung besteht nur, wenn Sie Ihr Kind spätestens zwei Monate nach dem Tag der Geburt anmelden.

 

 

Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  • In einigen Bundesländern gibt es Pauschalbeihilfen für die Erstausstattung.
  • Damit Beamte Beihilfe für ein Neugeborenes bekommen, müssen sie beim Besoldungsamt beantragen, dass ihr Kind im Familienzuschlag berücksichtigt wird.
  • Ein Neugeborenes wird kostenfrei familienversichert, wenn der gesetzlich versicherte Elternteil mehr verdient. Verdient er weniger, muss genauer geprüft werden.
  • Innerhalb einer bestimmten Frist können Sie Ihr Kind bei Ihrer Versicherung anmelden. Dann ist es rückwirkend von Geburt an versichert.
Letzte Aktualisierung: 16.11.2016


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