Stationäre Arztbehandlungen: Für Krankenhaus-Aufenthalte gibt es Beihilfe – das müssen Sie beachten

Passiert ein Unfall, steht mit einer Geburt ein freudiges Ereignis an oder reicht eine ambulante Behandlung nicht mehr aus, ist ein Aufenthalt im Krankenhaus unumgänglich. Welche Leistungen anfallen können und was die Beihilfe übernimmt, erfahren Sie hier.

Aus dem Inhalt

Rettungsfahrten Beihilfe für allgemeine Krankenhausleistungen Beihilfe für Begleitpersonen im Krankenhaus nur bei Kindern Wahlleistungen in den Ländern nicht immer beihilfefähig Wahlleistungen wie die Behandlung beim Chefarzt im Krankenhaus Diese Selbstbehalte müssen Sie einkalkulieren Privatkliniken Ein teures Vergnügen Ergänzungstarife bei einigen privaten Krankenversicherungen

Ein schöner Sommertag: Michael und Monika, beide Beamte, machen einen Radausflug. Michael wird auf einer kleinen Landstraße von einem Auto geschnitten und stürzt. Er bleibt benommen auf der Straße liegen. Passanten, die an der Unfallstelle vorbeikommen, rufen den Rettungsdienst. Der kommt samt Notarzt und fährt Michael mit Blaulicht ins Krankenhaus.

Rettungsfahrten

Der Einsatz des Rettungsdienstes ist oft der Beginn einer stationären Arztbehandlung. Solche Einsätze sind auch dann beihilfefähig, wenn sich herausstellt, dass der Patient gar nicht stationär aufgenommen werden muss, sondern nach einer ambulanten Behandlung wieder nach Hause darf. Voraussetzung ist aber, dass die Rettungsfahrt im Rettungswagen oder im Rettungshubschrauber erforderlich ist. Dies ist dann der Fall, wenn sich der Patient in Lebensgefahr befindet oder zumindest schwere gesundheitliche Schäden zu befürchten sind.

Wichtig: Auch die Verlegung in ein anderes Krankenhaus ist beihilfefähig. Wird Michael mit Zustimmung der Beihilfestelle in ein wohnortnahes Krankenhaus verlegt, werden auch diese Aufwendungen übernommen.

 Tipp

RettungsfahrtenIm Krankenhaus angekommen, wird Michael in der Notaufnahme aufgenommen. Er wird von einem Arzt untersucht, und anschließend wird ein Röntgenbild seines rechten Beines angefertigt. Eine Schwester nimmt Blut ab. Anschließend wird er auf eine Station verlegt. Am gleichen Tag wird er zusätzlich von einem Orthopäden untersucht und dann auch operiert. In den folgenden Tagen wird die OP-Wunde mehrfach verbunden und weiter beobachtet. Natürlich erhält Michael auch regelmäßige Mahlzeiten.

Ein Krankenhausaufenthalt umfasst verschiedene Leistungen, die in der Regel beihilfefähig sind. Einige Bundesländer haben hierzu unterschiedliche Regelungen.

Beihilfe für allgemeine Krankenhausleistungen

Zu den allgemeinen Krankenhausleistungen zählen

  • die ärztliche Behandlung,
  • die Pflege durch das Pflegepersonal und alle Medikamente und Heilmittel während des Aufenthalts,
  • die Untersuchung und Behandlung durch Dritte, zum Beispiel Konsiliarärzte wie den Orthopäden, und
  • die Verpflegung und Unterbringung.

Alle diese Leistungen werden durch die Bundespflegesatzverordnung und das Krankenhausentgeltgesetz geregelt. Die Abrechnung selbst erfolgt durch Fallpauschalen oder durch die Angabe von Pflegesätzen. Eine Unterscheidung zwischen Kassenpatienten und Beihilfeberechtigten gibt es hier nicht.

Ist die Krankenhausbehandlung –  wie bei Michael – notwendig, übernimmt die Beihilfe alle Leistungen für die voll-, teil-, vor- und nachstationären Leistungen. Dies beginnt in unserem Fall mit der Fahrt im Rettungswagen und endet mit den Nachsorgebehandlungen, denen sich Michael wegen der Operation im Krankenhaus unterziehen muss.

Beihilfe für allgemeine KrankenhausleistungenBerücksichtigt werden aber nur die Leistungen, die gemessen an der Art und Schwere der Erkrankungen oder Verletzungen medizinisch zweckmäßig und notwendig sind. Dazu gehören auch Leistungen Dritter, wie die Behandlung durch den Orthopäden oder durch eine Krankengymnastin.

Hat sich Michael eine derart schwere Verletzung zugezogen, dass die Operation nur durch einen Spezialisten durchgeführt werden kann, müssen auch diese Kosten übernommen werden.

Muss er auch über das Wochenende im Krankenhaus bleiben, obwohl an diesen Tagen in der Regel keine Untersuchungen durchgeführt werden, muss das der Arzt medizinisch begründen.

Beihilfe für Begleitpersonen im Krankenhaus nur bei Kindern

Ändern wir unser Beispiel: Neben Michael und seiner Frau sind auch die beiden Kinder Mona und Markus mit auf Fahrrad-Tour. Die beiden sind zwei und acht Jahre alt. Das Auto erfasst nicht nur Michael, sondern auch Mona, die in einem Fahrrad-Kindersitz mit auf Michaels Rad mitfährt. Mona ist sehr ängstlich und regt sich schrecklich auf, als der Kinderarzt im Krankenhaus verschiedene Untersuchungen anordnet.

Die Beihilfe muss auch die Aufnahme von Begleitpersonen zahlen. Dazu erheben die Krankenhäuser bei der Abrechnung Zuschläge. Die Mitaufnahme muss unbedingt durch einen Arzt angeordnet werden und medizinisch notwendig sein, wie dies oft bei Kindern der Fall ist.

Wichtig: Die Mitaufnahme meint hier die Unterbringung der Begleitperson direkt im Krankenhaus, nicht in einem Hotel oder einer Pension in der Nähe. Einen Zuschuss von bis zu 13 Euro pro Tag für eine solche Unterbringung gibt es nur für Begleitpersonen von Kindern. Allerdings muss auch hier der Arzt die Notwendigkeit bestätigen.

Wahlleistungen in den Ländern nicht immer beihilfefähig

Michael ist in einem Mehrbett-Zimmer mit drei weiteren Patienten untergebracht worden. Da der Raum sehr eng ist und er Ruhe will, wünscht er die Verlegung in ein Einbett-Zimmer. Er hat auch gehört, dass der Chefarzt der Abteilung einen hervorragenden Ruf bei Verletzungen wie seiner hat. Bei der nächsten Visite fordert er eine weitere Untersuchung nur noch durch den Chef.

Die Beihilfe übernimmt bei stationären Arztbehandlungen nur die allgemeinen Krankenhausleistungen. Jeder Patient kann über diese Leistungen hinaus weitere verlangen. Diese Wahlleistungen werden in bestimmten Umfang von der Beihilfe übernommen.

Wichtig: Auch hier gibt es wieder Abweichungen in den Ländern.

Wahlleistungen wie die Behandlung beim Chefarzt im Krankenhaus

Wahlleistungen können neben der Wahl eines Ein-oder Zweibett-Zimmers oder der Behandlung durch einen bestimmten Arzt auch zum Beispiel ein bestimmtes Menü-Angebot oder die Unterbringung von Begleitpersonen auch ohne medizinische Notwendigkeit sein.

Wahlleistungen müssen immer im Voraus vereinbart werden. Der Patient muss auf jeden Fall über die von ihm gewählten Leistungen und die Kosten dafür informiert sein.

Wichtig: Sie haben als Privatpatient die Wahl, ob Sie nur die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibett-Raum, nur die Chefarztbehandlung oder beides zusammen wollen! Das Krankenhaus darf Sie nicht zwingen, zusätzlich zu einer Unterbringung im Einzel-/Zweibett-Zimmer auch die Chefarztbehandlung zu wählen. Es ist aber möglich, dass diese Behandlung davon abhängig gemacht wird, dass eine solche Unterbringung gewählt wird.

Diese Selbstbehalte müssen Sie einkalkulieren

BeratungFür die besondere Unterbringung erhalten Sie vom Krankenhaus eine gesonderte Rechnung. Diese wird von der Beihilfe abzüglich eines Selbstbehalts von 14,50 Euro täglich erstattet. Grundsätzlich sind hier aber nur die Kosten für das billigste Zimmer der gewählten Kategorie (Zweibett-Zimmer) beihilfefähig. Wird eine Einzel-Unterbringung gewählt, dann werden trotzdem nur die Aufwendungen für das Zweibett-Zimmer akzeptiert. Das bedeutet, dass hier der Patient auf wesentlich höheren Mehrkosten sitzen bleiben kann.

Ist die Unterbringung in einem Einzelzimmer aber aus medizinischen Gründen unbedingt notwendig, dann sind diese Kosten komplett beihilfefähig.

Auch für die besonderen ärztlichen Leistungen bekommen Sie eine oder mehrere gesonderte Rechnungen des behandelnden Arztes. Für die Beihilfefähigkeit kommt es auf die Höhe der Gebühren an, die der Arzt abrechnet. Beihilfefähig sind, wie im Bereich der ambulanten Behandlung, nur die Gebühren bis zum Schwellenwert. Werden diese Werte überschritten und begründet der Arzt ausreichend, warum er mehr fordert, dann sind auch höhere Aufwendungen beihilfefähig.

 Tipp
Sie können mit der Auswahl von Wahlleistungen die Krankenhauskosten selbst beeinflussen. Gerade bei den zusätzlichen ärztlichen Leistungen oder der Wahl eines Einzelzimmers müssen Sie aber mit zum Teil erheblichen Mehrkosten rechnen, die nicht vollständig beihilfefähig sind. Diese können durch eine entsprechende Zusatzversicherung aufgefangen werden.

Privatkliniken

Michael weiß von den angeblichen Missständen in seinem Kreiskrankenhaus und will daher sich und Mona in einer kleinen Privatklinik, die einen hervorragenden Ruf hat, behandeln lassen. Dies ist grundsätzlich möglich. Aber bei der Erstattung durch die Beihilfe gibt es einige Besonderheiten.

Rechnet die Privatklinik nach sogenannten Fallpauschalen ab, dann begleicht die Beihilfe die Aufwendungen, die sich aus dem Krankenhausentgeltgesetz ergeben würden. Wird nach Pflegesätzen abgerechnet, dann ist der Basispflegesatz beihilfefähig. Der ist aber gedeckelt. Das heißt für Erwachsene darf der Satz 293,80 Euro pro Tag für die stationäre und 225,60 Euro pro Tag für die teilstationäre Behandlung und bei Kindern 279,20 Euro pro Tag beziehungsweise 286,80 Euro täglich für die voll- beziehungsweise teilweise stationäre Behandlung betragen.

Für die Wahlleistungen gelten ebenfalls nur Aufwendungen in dem Umfang als beihilfefähig, wie sie auch in anderen Krankenhäusern beglichen würden.

 Tipp
Wenn Sie den Krankenhausaufenthalt in einer Privatklinik planen, dann reichen Sie unbedingt vorher eine Übersicht der voraussichtlichen Kosten bei der Beihilfestelle ein, um nachträglich böse Überraschungen zu vermeiden.

Ausnahmen gibt es nur dann, wenn es sich um eine so komplizierte Verletzung oder Krankheit handelt, dass sie ausschließlich in einer Privatklinik behandelt werden kann und sonst keine ausreichende Behandlung gewährleistet ist. Dies sind aber Ausnahmefälle, die auf jeden Fall vorher mit der Beihilfe abgeklärt werden müssen.

Ein teures Vergnügen

Als Monika die ersten Rechnungen für die Krankenhausbehandlung von Michael und Mona bekommt, läuft ihr ein kalter Schauer über den Rücken: Bereits bevor die Behandlungen abgeschlossen sind, will das Krankenhaus mehrere tausend Euro. In vielen Fällen lassen sich die Krankenhäuser die Forderungen der Beamten gegen ihre private Krankenversicherung schon im Vorfeld abtreten. Dann kann das Krankenhaus direkt mit der Versicherung abrechnen. Bei der Beihilfe kann zudem ein Antrag auf Abschlagszahlungen gestellt werden.

Ergänzungstarife bei einigen privaten Krankenversicherungen

Abhängig von Ihrem persönlichen Beihilfebemessungssatz, der bei Beamtenanwärtern und Beamten auf Probe bei nur 50 Prozent liegt, müssen Sie die andere Hälfte Ihrer Gesundheitskosten selber tragen. Und das kann schnell ziemlich ins Geld gehen. Seit dem Jahr 2009 sind Beamte deshalb verpflichtet, ihrer Beihilfestelle bei der ersten Antragstellung eine Bescheinigung über eine private Krankenversicherung, die Restkostenversicherung, vorzulegen. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle – ohne und mit Selbstbeteiligung. Beispielsweise bietet das Tarifkonzept COMFORTBeihilfe der Continentale Krankenversicherung a.G. ein intelligentes Selbstbeteiligungskonzept. Dadurch bleiben die Beiträge bezahlbar.

Informieren Sie sich jetzt über COMFORTBeihilfe. Speziell für Beamtenanwärter und Beamte auf Probe bietet diese Restkostenversicherung eine sichere Basis mit umfassenden ambulanten, zahnärztlichen und stationären Leistungen. Selbstverständlich genießen Sie im Krankenhaus Chefarztbehandlung (auch über die Höchstsätze der GOÄ/GOZ) im Zwei-Bett-Zimmer (Ergänzungstarif SP2-B).

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Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




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