Häusliche Pflege: Diese Rechnungen übernimmt die Beihilfe

Der Gedanke an einen womöglich monatelangen Aufenthalt in einem Krankenhaus erschreckt jeden. Gerade bei einer Erkrankung sind die eigenen vier Wände wesentlich angenehmer. Aber die Pflege zu Hause kostet. Was zahlt da die Beihilfe?

Im Beihilferecht wird zwischen einer vorübergehenden und einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit unterschieden. Erstere wird als Häusliche Krankenpflege (HKP) bezeichnet.

Leistungen der Beihilfe für Betreuung zu Hause

Eine vorübergehende Pflegebedürftigkeit kommt in der Regel bei einer schweren Erkrankung oder nach der Entlassung aus dem Krankenhaus in Betracht. Die Beihilfe erstattet in solchen Fällen für einen Zeitraum von vier Wochen die Aufwendungen zur Krankenpflege. Bestätigt der Arzt, dass die häusliche Pflege länger als vier Wochen medizinisch nötig ist, dann kann auch ein längerer Zeitraum genehmigt werden.

Umfang der HKP-Leistungen

Zur HKP gehören die Behandlungspflege wie zum Beispiel Verbandwechsel oder Spritzen sowie die Grundpflege. Diese umfasst Hilfen beim Waschen oder Füttern und die hauswirtschaftliche Versorgung wie zum Beispiel Einkaufen oder Putzen. Falls erforderlich, wird auch die ambulante psychiatrische Krankenpflege zu Hause übernommen.

Eine grundlegende Voraussetzung für Leistungen der Beihilfestelle zur HKP ist, dass die Pflege nicht vom Beihilfeberechtigten oder einer im selben Haushalt lebenden Person durchgeführt werden kann und im eigenen Haushalt oder an einem anderen geeigneten Ort erbracht wird.

Häusliche KrankenpflegeKostensätze für berufsmäßige Pflegepersonen

Übernimmt ein professioneller Pflegedienst die Grund- und Behandlungspflege, werden die zwischen den Pflegediensten und den jeweiligen Krankenkassen vereinbarten Pflegesätze erstattet. Wird die häusliche Pflege von Ehegatten, Lebensgefährten oder Kindern übernommen, sind nur die Aufwendungen für Fahrtkosten und eine an die Pflegeperson gezahlte Vergütung beihilfefähig. Diese darf aber die tatsächlich ausgefallenen Einkünfte nicht übersteigen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Die häusliche Krankenpflege darf nur in Ausnahmefällen länger als vier Wochen dauern,
  • sie darf weder vom Beihilfeberechtigten selbst noch von dessen Angehörigen oder im Haushalt lebenden Personen durchgeführt werden können und
  • sie muss im eigenen Haushalt der zu pflegenden Person oder an einem anderen geeigneten Ort durchgeführt werden.
Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




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