Das zahlt die Beihilfe für eine Haushaltshilfe

Wenn die Hausfrau und Mutter ins Krankenhaus muss, steht der Haushalt zuhause Kopf. Unter bestimmten Voraussetzungen bekommen Sie als Beamter in diesen Fällen Beihilfe für eine Haushaltshilfe.

Als Thorstens Frau Steffi wegen eines Skiunfalls mit komplexen Brüchen ins Krankenhaus kam, sorgte er sich nicht nur um sie: Wer sollte sich in den folgenden Wochen um die vierjährige Tochter und den siebenjährigen Sohn kümmern und den Haushalt weiterführen, während er arbeitet? Gott sei Dank bekam er sehr schnell eine Haushaltshilfe, die die beiden Kinder betreute. Die Kosten konnte er bei der Beihilfe geltend machen.

Wenn Kinder unter zwölf Jahre im Haushalt leben, ist eine Haushaltshilfe notwendig

Die sogenannte Haushalts- und Familienhilfe ist fester Bestandteil des Leistungskatalogs für die beihilfeberechtigten Beamten. Sowohl der Bund als auch die Länder erkennen sie als notwendige, berücksichtigungsfähige Aufwendung an. Die Grundvoraussetzungen:

  • Die Person, die den Haushalt führt, ist verhindert, weil sie krankheitsbedingt außerhäuslich untergebracht ist oder gestorben ist.
  • Ein berücksichtigungsfähiges Kind unter zwölf, in manchen Bundesländern unter 15 Jahren, oder ein berücksichtigungsfähiger Pflegebedürftiger leben im Haushalt.
  • Es lebt niemand im Haushalt, der stattdessen den Haushalt führen könnte.
  • Manche Bundesländer verlangen zudem, dass die haushaltsführende Person gar nicht oder höchstens geringfügig beschäftigt ist.

In diesen Fällen hält die Beihilfestelle eine Haushaltshilfe grundsätzlich für notwendig. Sie übernimmt dann je nach dem persönlichen Beihilfebemessungssatz in der Regel siebzig Prozent der Aufwendungen. Den Rest übernimmt die private Krankenversicherung der Familie, also die Restkostenversicherung des Beamten.

Haushaltshilfe auch noch nach der Behandlung

Familien- und HaushaltshilfenDer Anspruch auf eine Haushaltshilfe besteht nicht nur während der außerhäuslichen Unterbringung. Die Haushaltshilfe blieb auch noch, als Steffi schon wieder zuhause war. Wenn der Arzt die Notwendigkeit begründet, besteht auch im Anschluss an die Behandlung noch ein Anspruch auf eine Haushaltshilfe, je nach Bundesland zwischen sieben und 28 Tagen. Im Todesfall bekommen Beihilfeberechtigte eine Haushaltshilfe für sechs Monate, in Ausnahmefällen sogar für ein ganzes Jahr.

Achtung: Kostendeckelung in vielen Ländern

Welche Aufwendungen die Beihilfestellen für eine Haushaltshilfe für angemessen halten, ist in den Ländern teilweise sehr unterschiedlich. Einige haben die Kosten bereits in der Beihilfeverordnung gedeckelt. Bayern, Hamburg, Sachsen und Niedersachsen halten sich an den Betrag, der für gesetzlich Versicherte gilt. Baden-Württemberg ist großzügiger: 15 Euro darf die Hilfe in der Stunde kosten, täglich maximal 150 Euro. Nordrhein-Westfalen und Sachsen halten dagegen acht Euro für angemessen. Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und das Saarland sehen lediglich Aufwendungen von 6 Euro pro Stunde oder 64 Euro täglich als beihilfefähig an. Es bleibt allerdings abzuwarten, welchen Einfluss die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro auf diese Regelungen haben wird.

Werden die Kinder nicht durch eine Familien- und Haushaltshilfe betreut, sondern in einem Heim oder bei einer anderen Familie untergebracht, sind die Kosten dafür in Höhe der ansonsten entstehenden Kosten beihilfefähig. Ausnahme: Die Kinder gehen zu nahen Angehörigen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Eine Haushaltshilfe bekommen Beihilfeberechtigte, wenn die haushaltsführende Person krank wird und außerhäuslich untergebracht werden muss, Kinder oder Pflegebedürftige im Haus sind und kein anderer Haushaltsangehöriger sie versorgen kann.
  • Der Anspruch auf Haushaltshilfe besteht je nach Bundesland auch 7 bis 28 Tage nach der Behandlung fort, wenn ein Arzt die Notwendigkeit bescheinigt.
  • Welche Aufwendungen für eine Haushaltshilfe angemessen sind, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
Letzte Aktualisierung: 16.11.2016



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