Fahrt- und Unterkunftskosten: Diese Aufwendungen bekommen Sie erstattet

Nicht jeder hat den Hausarzt gleich um die Ecke. Gerade bei Facharztbesuchen fallen oft höhere Fahrtkosten an. Muss ein Spezialist zu Rate gezogen werden, kann sogar eine Reise an einen weiter entfernten Ort nötig sein. Das gilt natürlich auch für Krankenhausaufenthalte.

Nach einem Unfall oder bei einer akuten Erkrankung zuhause wird in der Regel der Notarzt verständigt. Der ordnet dann eine weitere Behandlung im Krankenhaus und den unverzüglichen Transport dorthin an. Alle Fahrten in einem Rettungs- oder Krankenwagen, egal aus welchem Grund, sind beihilfefähig jeweils in der Höhe des Beihilfebemessungssatzes des Patienten. Über die verbleibenden Kosten beantragt er die Rückerstattung über seine Krankenkasse.

Ambulante Behandlungen

Fahrten zu ambulanten Krankenbehandlungen im eigenen Pkw oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind hingegen nur in besonderen Ausnahmefällen nach vorheriger Zustimmung der Beihilfestelle erstattungsfähig. Solche Fälle sind zum Beispiel Dialysebehandlungen oder Chemo- und Strahlentherapien bei Krebserkrankungen.

Bei ambulanten Operationen sind diese Fahrten hingegen beihilfefähig, wenn der Arzt die Notwendigkeit bestätigt. Dann sind aber auch die Fahrten zur Vor- und Nachbehandlung erstattungsfähig.

Die Fahrtkosten von Eltern, die ihr stationär im Krankenhaus untergebrachtes Kind besuchen, sind nur ausnahmsweise beihilfefähig.

Höhe der Kostenerstattung

Fahrt- und TransportkostenDie Höhe der Erstattung für private Fahrten richtet sich nach dem Bundesreisekostengesetz. Fahrten im Rettungswagen werden gesondert berechnet. Werden öffentliche Verkehrsmittel benutzt, wird nur die jeweils niedrigste Klasse erstattet. Für Fahrten mit dem privaten Pkw werden 20 Euro-Cent pro Kilometer, höchsten jedoch 130 Euro erstattet.

Taxikosten übernimmt die Beihilfe nur, wenn eine Beförderung im eigenen Pkw oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. Dann gilt aber die Grenze von 20 Euro-Cent nicht.

Unterkunftskosten

Ist eine ambulante Behandlung so weit außerhalb des eigenen Wohnorts nötig, dass eine oder mehrere Übernachtungen erforderlich sind, können diese Kosten auch bei der Beihilfe eingereicht werden. Die Erstattung ist aber auf einen Höchstbetrag von 30 Euro pro Tag beschränkt. Ist eine Begleitperson nötig, erstattet die Beihilfestelle auch deren Übernachtungskosten bis zum Höchstbetrag von 30 Euro pro Tag.

Rücktransport aus dem Ausland

Wer im Ausland erkrankt oder einen Unfall hat, erhält für den Rücktransport nach Deutschland keine Leistungen von der Beihilfe. Nur die Kosten für die Fahrt zum nächstgelegenen Arzt oder Krankenhaus sind erstattungsfähig. Diese Leistungen gibt es aber ausschließlich im europäischen Ausland. Wer außerhalb der EU unterwegs ist, sollte unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abschließen.

Eigenbeteiligungen

Bei den Fahrt- und Unterkunftskosten sehen die Bundesbeihilfeverordnung sowie die Beihilferegelungen der Länder ähnlich wie in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Eigenbeteiligungen vor. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag über Erstattungsgrundsätze.

Letzte Aktualisierung: 16.11.2016



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