Sonstige Leistungen der Beihilfe

Beihilfe für Haushaltshilfe und Familienhilfe, häusliche Pflege sowie Unterkunft und Verpflegung

Zum Thema Gesundheit gehören neben den Behandlungen beim Arzt, beim Heilpraktiker oder im Krankenhaus auch viele andere Leistungen. Einige davon werden von der Beihilfe auf Grundlage der Beihilfeverordnung erstattet. Dazu zählen Haushaltshilfe, Fahrtkosten, häusliche Pflege und Krankenpflege, Unterkunft und Verpflegung sowie Familienpflege.

Aus dem Inhalt

Fahrtkosten und Unterkunft Häusliche Krankenpflege Familien- und Haushaltshilfe Ergänzende Leistungen durch einige private Krankenversicherungen für Beamte

Bei allen diesen sonstigen Leistungen ist laut Beihilfeverordnung eine zwingende Voraussetzung, dass diese auch wirklich nötig sind. In der Regel müssen sie vom Arzt attestiert werden, damit die Beihilfe sie als berücksichtigungsfähige Aufwendungen erstattet.

Fahrtkosten und Unterkunft

Alle Fahrten in einem Rettungs- oder Krankenwagen, egal ob nach einem Unfall oder zur Verlegung in ein anderes Krankenhaus, sind beihilfefähig. Fahrten zu ambulanten Krankenbehandlungen im eigenen PKW oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind nur in besonderen Ausnahmefällen nach vorheriger Zustimmung der Beihilfestelle erstattungsfähig. Bei ambulanten Operationen sind diese Fahrten hingegen beihilfefähig, wenn der Arzt die Notwendigkeit bestätigt.

Die Fahrtkosten von beihilfeberechtigten Eltern, die ihr stationär im Krankenhaus untergebrachtes Kind besuchen, sind nach den Bestimmungen der Beihilfeverordnung nur ausnahmsweise berücksichtigungsfähige Aufwendungen.

Ist eine ambulante Behandlung so weit außerhalb des eigenen Wohnorts nötig, dass eine oder mehrere Übernachtungen erforderlich sind, können diese Kosten auch bei der Beihilfe eingereicht werden. Die Erstattung ist aber auf einen Höchstbetrag von 30 Euro pro Tag beschränkt. Ist eine Begleitperson nötig, dann können auch deren Übernachtungskosten bis zum Höchstbetrag von 30 Euro pro Tag erstattet werden.

Häusliche Krankenpflege

Wird jemand statt im Krankenhaus zuhause gepflegt, dann erstattet die Beihilfe nach der Beihilfeverordnung auch Aufwendungen für die häusliche Krankenpflege. Diese muss aber vom Arzt als medizinisch notwendig angeordnet und angemessen sein, damit sie eine beihilfefähige Leistung ist. Hier gilt:

  • Die häusliche Krankenpflege darf nicht länger als vier Wochen dauern,
  • sie darf weder vom Beihilfeberechtigten selbst noch von dessen Angehörigen oder im Haushalt lebenden Personen durchgeführt werden können und
  • sie muss im eigenen Haushalt (der zu pflegenden Person) oder an einem anderen geeigneten Ort durchgeführt werden.

Nur in Ausnahmefällen kann der Zeitraum auch verlängert werden. Zur häuslichen Pflege gehören alle Maßnahme der Grund- und Behandlungspflege, wie etwa Waschen, Lagern, Spritzen geben, sowie die hauswirtschaftliche Versorgung, wie Essen zubereiten oder Einkaufen.

Wird die häusliche Pflege von Ehegatten, Lebensgefährten oder Kindern übernommen, sind nur die Aufwendungen für Fahrtkosten und eine an die Pflegeperson gezahlte Vergütung beihilfefähig. Diese darf aber die tatsächlich ausgefallenen Einkünfte nicht übersteigen.

Familien- und Haushaltshilfe

Haushaltshilfe

Wenn in einer Familie die Person ausfällt, die sich um den Haushalt kümmert, weil sie zum Beispiel im Krankenhaus ist, muss in der Regel schnell Ersatz gefunden werden. Die Beihilfe übernimmt nach den Regelungen der Beihilfeverordnung die Aufwendungen für eine Familienhilfe und Haushaltshilfe in angemessener Höhe. Als angemessen gelten grundsätzlich acht Euro je Stunde, nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns wohl 8,50 Euro. Jedoch werden nicht mehr als 64 Euro am Tag für die Familienhilfe oder Haushaltshilfe gezahlt.

Voraussetzung für die Erstattung ist, dass

  • die haushaltsführende Person, also der Beihilfeberechtigte oder sein ebenfalls beihilfeberechtigter Angehöriger, den Haushalt nicht mehr führen kann, weil er in einem Krankenhaus oder (Kur-)Heim untergebracht oder verstorben ist,
  • im Haushalt mindestens eine beihilfeberechtigte Person bleibt, die pflegebedürftig ist oder das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, und
  • keine andere Person, die im Haushalt lebt, diesen weiterführen kann.

Die Familienhilfe und Haushaltshilfe kann auch für die ersten 28 Tage nach einem stationären Krankenhausaufenthalt übernommen werden, wenn ein Arzt die Notwendigkeit bestätigt. Dies gilt auch für Alleinstehende. Nach einem Todesfall ist die Erstattung auf sechs Monate, in Ausnahmefällen auf zwölf Monate beschränkt.

Ergänzende Leistungen durch einige private Krankenversicherungen für Beamte

Abhängig von Ihrem persönlichen Beihilfebemessungssatz, der bei Beamtenanwärtern und Beamten auf Probe bei nur 50 Prozent liegt, müssen Sie die andere Hälfte Ihrer Gesundheitskosten selber tragen. Und das kann schnell ziemlich ins Geld gehen. Seit dem Jahr 2009 sind Beamte deshalb verpflichtet, ihrer Beihilfestelle bei der ersten Antragstellung eine Bescheinigung über eine private Krankenversicherung, die Restkostenversicherung, vorzulegen. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle – ohne und mit Selbstbeteiligung. Beispielsweise bietet das Tarifkonzept COMFORTBeihilfe der Continentale Krankenversicherung a.G. ein intelligentes Selbstbeteiligungskonzept. Dadurch bleiben die Beiträge bezahlbar.

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Letzte Aktualisierung: 16.11.2016


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