Neue Brille nötig? Das zahlt die Beihilfe dazu

Für Brillen und Kontaktlinsen gibt es nur noch in wenigen Bundesländern Beihilfe. Welche Aufwendungen Sie ersetzt bekommen, erfahren Sie hier.

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Beihilfe für Brillen und Kontaktlinsen für die meisten Beamten gestrichen In Baden-Württemberg gibt es Beihilfe sogar für Brillengestelle Schleswig-Holstein gibt Pauschalzuschüsse Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz begrenzen Aufwendungen auf Höchstbeträge NRW und Sachsen deckeln die Zuschüsse

Brillen zählen grundsätzlich zu den medizinischen Hilfsmitteln und sind deshalb theoretisch beihilfefähig, soweit sie von einem Arzt verschrieben werden. Genau wie die gesetzlichen Krankenversicherungen haben bei den Sehhilfen aber viele Dienstherren in Bund und Ländern den Rotstift angesetzt, um die Kosten im Gesundheitswesen zu minimieren.

Beihilfe für Brillen und Kontaktlinsen für die meisten Beamten gestrichen

Für Bundesbeamte sind Brillen und Kontaktlinsen nur noch für Kinder unter 18 Jahren beihilfefähig. Erwachsene bekommen den Zuschuss nur ausnahmsweise, wenn es sich um eine besonders schwere Sehbeeinträchtigung handelt, die mit einer Brille nicht mehr völlig ausgeglichen werden kann. In jedem Fall ist die Beihilfe auf Höchstbeträge beschränkt. Besonderen Komfort wie zum Beispiel die Entspiegelung der Brillengläser übernimmt die Beihilfe nicht. Dieselben Regeln gelten für Beamte in Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, im Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In Baden-Württemberg gibt es Beihilfe sogar für Brillengestelle

Baden-Württemberg ist um einiges großzügiger: Hier sind für alle Beamten Brillengläser bis zu einem üppigen Höchstbetrag beihilfefähig, selbst eine einfache Entspiegelung ist drin. Diejenigen, die weit- und kurzsichtig sind, können wählen zwischen einer Gleitsichtbrille oder einer Fern- und einer zusätzlichen Nahbrille. Beihilfefähig sind entweder die Aufwendungen für eine Brille oder für Kontaktlinsen. Beide Sehhilfearten nebeneinander sind nur dann beihilfefähig, wenn ein medizinischer Grund hierfür vorliegt. Für die Beihilfefähigkeit genügt es, wenn bei erstmaliger Beschaffung ein Augenarzt die Sehhilfe verschreibt; danach reicht die Bestimmung der Sehstärke durch einen Optiker. Sogar für ein neues Brillengestell gibt es hier alle drei Jahre einen Zuschuss von 20,50 Euro.

Höchstbeträge für Brillengläser oder Kontaktlinsen in Baden-Württemberg

 

 

Bis ± 6 Dioptrien

Bis ± 10 Dioptrien

Einstärkengläser

Sphärisches Glas

Bis 50 Euro

Bis 75 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 50 Euro

Bis 75 Euro

Bifokalgläser

Sphärisches Glas

Bis 90 Euro

Bis 120 Euro

 

 

Zylindrisches Glas

Bis 115 Euro

Bis 140 Euro

Gleitsichtgläser (ohne medizinische Begründung)

Sphärisches Glas

Bis 105 Euro

Bis 205 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 130 Euro

Bis 230 Euro

Gleitsichtgläser (mit Indikation)

Sphärisches Glas

Bis 165 Euro

Bis 205 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 195 Euro

Bis 230 Euro

Aufwendungen für Prismen sind in voller Höhe beihilfefähig. Aufwendungen von Schulsportbrillen mit Sehschärfe für Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind ebenfalls in voller Höhe beihilfefähig. Bei Kontaktlinsenaustauschsystemen gelten sowohl die Dreijahresfrist als auch die jeweiligen Höchstbeträge bis zu deren Erreichen.

Schleswig-Holstein gibt Pauschalzuschüsse

Auch in Schleswig-Holstein gibt es Beihilfe für Brillen. Das neue Brillengestell bezuschusst das nördliche Bundesland pauschal mit 20 Euro. Auch für Kontaktlinsen gibt es im Falle bestimmter Indikationen wie schwerer Kurz- oder Weitsichtigkeit (mehr als ± 8 Dioptrien) einen Zuschuss von bis zu 100 Euro je Linse. Die beihilfefähigen Aufwendungen für Brillengläser sind allerdings auch hier auf Höchstbeträge beschränkt.

Höchstbeträge für Brillengläser in Schleswig-Holstein

 

Bis ± 6 Dioptrien

Bis ± 10 Dioptrien

Einstärkengläser

Bis 36 Euro

Bis 56 Euro

Mehrstärkengläser

Bis 86 Euro

Bis 103 Euro

Multifokalgläser

-

Bis 123 Euro

Zuschlag für getönte Gläser (bei nachgewiesener Notwendigkeit)

10 Euro

10 Euro

Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz begrenzen Aufwendungen auf Höchstbeträge

In einigen Bundesländern gibt es, wenn auch nicht für Brillengestelle, so doch zumindest für die Brillengläser, einen Zuschuss von der Beihilfe. Die Höhe fällt jedoch unterschiedlich aus.

Höchstbeträge in Hamburg

 

 

Bis ± 6 Dioptrien

Über ± 6 Dioptrien

Einstärkengläser

Sphärisches Glas

Bis 31 Euro

Bis 52 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 41 Euro

Bis 62 Euro

Mehrstärkengläser

Sphärisches Glas

Bis 52 Euro

Bis 72 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 62 Euro

Bis 92 Euro

Dreistufen- oder Multifokalglas

Sphärisches Glas

Bis 92,50 Euro

Bis 113 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 113 Euro

Bis 133 Euro

 

Höchstbeträge in Hessen

 

 

Bis ± 6 Dioptrien

Über ± 6 Dioptrien

Einstärkengläser

Sphärisches Glas

Bis 31 Euro

Bis 52 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 41 Euro

Bis 62 Euro

Mehrstärkengläser

Sphärisches Glas

Bis 72 Euro

Bis 93 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 92 Euro

Bis 113 Euro

Dreistufen- oder Multifokalglas

Sphärisches Glas

Bis 93 Euro

Bis 114 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 113 Euro

Bis 134 Euro

In Rheinland-Pfalz liegen die beihilfefähigen Höchstbeträge auf ähnlichem Niveau wie in Hessen; allerdings schließt dieser das Brillengestell mit ein.

Höchstbeträge für Brillengläser einschließlich Gestell und Handwerksleistung in Rheinland-Pfalz

 

 

Bis ± 6 Dioptrien

Über ± 6 Dioptrien

Einstärkengläser

Sphärisches Glas

Bis 31 Euro

Bis 52 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 41 Euro

Bis 62 Euro

Mehrstärkengläser

Sphärisches Glas

Bis 72 Euro

Bis 93 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 92,50 Euro

Bis 113,50 Euro

Dreistufen- oder Multifokalglas

Sphärisches Glas

Bis 93 Euro

Bis 114 Euro

 

Zylindrisches Glas

Bis 113 Euro

Bis 134 Euro

Kontaktlinsen sind in Rheinland-Pfalz unter bestimmten Indikationen beihilfefähig, zum Beispiel bei Weit- oder Kurzsichtigkeit von mehr als ± 8 Dioptrien.

NRW und Sachsen deckeln die Zuschüsse

BrilleNordrhein-Westfalen setzt für die Erstbeschaffung von Brillengläsern gar keine Höchstbeträge fest, wenn sich die Sehschärfe um mindestens 0,5 Dioptrien verändert hat. Bleibt das Sehvermögen konstant, bekommen Landesbeamte dort zumindest alle vier Jahre Beihilfe für neue Brillengläser. Dann ist der Zuschuss auf maximal 200 Euro pro Glas gedeckelt. Beihilfe für Kontaktlinsen gibt es hier nur, wenn der Sehfehler durch eine Brille nicht ausreichend korrigiert werden kann. Wer trotzdem welche anschafft, bekommt immerhin noch Beihilfe für die Kosten in Höhe der Aufwendungen für entsprechende Brillengläser.

Auch in Sachsen sind die Aufwendungen für Brillen und Kontaktlinsen dem Grunde nach beihilfefähig. Für Erwachsene über 18 sind sie allerdings auf einen knappen Betrag von 80 Euro je Auge alle zwei Jahre beschränkt – einschließlich Handwerksleistung und Reparaturkosten.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Für Bundesbeamte und Beamte in den meisten Bundesländern sind Brillen und Kontaktlinsen nicht beihilfefähig.
  • In Sachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Hamburg sind die beihilfefähigen Aufwendungen für Brillengläser auf Höchstbeträge beschränkt.
  • Nur in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein gibt es zusätzlich einen Zuschuss für neue Brillengestelle.

Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




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