Hörgeräte: Das zahlt die Beihilfe für dieses Hilfsmittel

Für Hörgeräte bekommen Beamte grundsätzlich Beihilfe. Doch Achtung: Viele Dienstherrn haben Höchstbeträge für dieses Hilfsmittel festgelegt. Was in Ihrem Bundesland gilt, erfahren Sie hier.

Für Hörgeräte gibt es theoretisch Beihilfe, denn sie zählen zu den medizinischen Hilfsmitteln und sind deshalb grundsätzlich beihilfefähig, soweit sie von einem Arzt verschrieben werden. Genau wie die gesetzlichen Krankenversicherungen haben aber viele Dienstherren in Bund und Ländern bei den Hilfsmitteln den Rotstift angesetzt, um die Kosten im Gesundheitswesen zu minimieren.

Aufwendungen für Hörgeräte sind bis zu Höchstbeträgen beihilfefähig

Für Bundesbeamte sind nachfolgend aufgeführte Hörgeräte alle fünf Jahre beihilfefähig:

  • „Hinter-dem-Ohr-Geräte“ (HdO-Geräte),
  • Taschengeräte,
  • Hörbrillen,
  • CROS-Geräte (Contralateral Routing Of Signal),
  • Drahtlose Hörhilfen,
  • Otoplastik,
  • „Im-Ohr-Geräte“ (IO-Geräte) und
  • Schallaufnehmende Geräte bei teilimplantiertem Knochenleitungs-Hörsystem.

In kürzeren Zeitabständen wird ein neues Gerät nur dann von der Beihilfestelle bezuschusst, wenn aus medizinischen oder technischen Gründen eine vorzeitige Verordnung zwingend erforderlich ist. Für Personen ab 15 Jahren sind die beihilfefähigen Aufwendungen allerdings auf 1.500 Euro je Ohr begrenzt, gegebenenfalls zuzüglich der Aufwendungen für eine medizinisch notwendige Fernbedienung.

Ausnahmen bei Taubheit

Dieser Höchstbetrag kann nur ausnahmsweise überschritten werden, soweit dies erforderlich ist, um eine ausreichende Versorgung bei beidseitiger an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit oder bei vergleichbar schwerwiegenden Sachverhalten zu gewährleisten. Das regelt Anlage 11 zur Bundesbeihilfeverordnung (BBhV). Vergleichbare Regelungen für die Beihilfefähigkeit von Hörgeräten treffen die Beihilfevorschriften in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. In Sachsen sind neue Geräte bereits nach vier Jahren wieder beihilfefähig.

In diesen Bundesländern bekommen Sie weniger Beihilfe als der Durchschnitt

Hörgeräte

Nordrhein-Westfalen gewährt seinen Beamten Beihilfe für Hörhilfen nur für Aufwendungen bis zu 1.400 Euro je Ohr. Mit diesem Betrag sind sämtliche Nebenkosten mit Ausnahme der Kosten einer medizinisch notwendigen Fernbedienung abgegolten. Schleswig-Holstein begrenzt die Aufwendungen für Hörgeräte auf 1.100 Euro je Ohr. Noch niedriger sind die Höchstbeträge für Hörgeräte in Berlin und Thüringen: Nur Aufwendungen bis zu 1.025 Euro je Ohr einschließlich der Nebenkosten sind in diesen Bundesländern erstattungsfähig. Zusätzlich werden nur noch Aufwendungen für eine medizinisch notwendige Fernbedienung berücksichtigt.

Hessen geht einen Sonderweg: Höchstbeträge für unterschiedliche Hörhilfen:

Hörhilfe

Höchstbetrag

einkanalige HdO- und IO-Geräte

509 Euro

einkanalige HdO- und IO-Geräte mit automatisch regelnden Kompressionssystemen (AGC)

545 Euro

mehrkanalige HdO- und IO-Geräte

713 Euro

Taschengeräte

444 Euro

Knochenleitungshörbügel, monaural

845 Euro

Ohrpassstück

47 Euro

Zuschlag bei weichem Material für Ohrpassstücke

8 Euro

Diese Höchstbeträge vermindern sich um 20 Prozent für das zweite Hörgerät oder für den zweiten Knochenleitungshörbügel bei beidohriger (binauraler) Versorgung.

Diese Dienstherren haben keine Höchstbetragsregelungen

Baden-Württemberg ist wie so oft ein großzügiger Dienstherr, wenn es um die Gesundheit seiner Beamten geht: Hier sind Aufwendungen für Hörgeräte wie CROS-Geräte, Hörbrille, drahtlose Hörhilfe, Hinter-dem-Ohr- und Im-Ohr-Geräte, Hör-Sprachtrainer, Infrarot-Kinnbügel-Hörer, Otoplastik und Taschengeräte ohne Höchstbetragsregelung vollständig beihilfefähig. Auch einige weitere Dienstherrn haben keine Höchstbeträge festgelegt, darunter Bremen, Hamburg und das Saarland.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Hörgeräte sind beihilfefähige Hilfsmittel.
  • Im Bund und zwölf Bundesländern gelten Höchstbeträge:
    • Aufwendungen zwischen 1.025 und 1.500 Euro sind höchstens beihilfefähig.
  • Nur in Baden-Württemberg und Bremen, Hamburg und im Saarland bekommen Beamte Beihilfe für die gesamten Aufwendungen für Hörgeräte.

 

Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




Gewünschte Information nicht gefunden?
Schauen Sie in unser Glossar
In unseren Glossartexten erläutern wir für Sie ein paar Grundbegriffe rund um unser Gesundheitssystem und FachBeihilfebegriffe, die immer wieder in unseren Texten auftauchen. Beihilferatgeber-Glossar