Heilpraktiker-Behandlungen: Für diese Behandlungen zahlt die Beihilfe

Die Naturheilkunde hat eine sehr lange Geschichte. Nicht erst seit Pfarrer Kneipp und Hildegard von Bingen weiß man um diese Alternative zur Schulmedizin. Aber was zahlt die Beihilfe für eine solche Behandlung?

Aus dem Inhalt

Wer ist Heilpraktiker? Was zahlt die Beihilfe? Wo gibt es Einschränkungen? Zusatzleistungen durch einige Restkostenversicherer

Im Gesetz ist ausdrücklich festgehalten, dass die Beihilfe auch für Leistungen der Heilpraktiker zahlt. Nur wie viel, das ist zum Teil in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Für die Beamten des Bundes hat das Bundesinnenministerium eine Vereinbarung mit den Heilpraktiker-Verbänden geschlossen. Diese legt fest, für welche Heilpraktiker-Behandlung die Beihilfe was zahlt. Die neuste Fassung gilt seit dem 1. September 2013.

Wer ist Heilpraktiker?

Nicht jeder, der sich mit der Naturheilkunde besonders gut auskennt, ist Heilpraktiker. Um den Titel Heilpraktiker führen zu können, muss man eine Ausbildung absolviert und eine Prüfung abgelegt haben. Erst dann erhält man die Erlaubnis, sich Heilpraktiker nennen zu dürfen. Von dieser Berufsbezeichnung hängt es auch ab, ob die Beihilfe Leistungen erstattet. Das bedeutet, dass nur geprüfte Heilpraktiker mit der gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildung beihilfefähige Leistungen erbringen können.

Gebührenverzeichnis

Wie die Ärzte rechnen auch die Heilpraktiker nach einem Gebührenverzeichnis ab. Das sieht wie die Gebührenordnung der Ärzte verschiedene Höchst- oder Gebührenrahmen vor. Natürlich muss auch jeder Heilpraktiker für seine Leistungen Rechnungen ausstellen.

 Tipp
Achten Sie darauf, dass die Heilpraktiker-Rechnung Ihre Adresse, den oder die Tage der Behandlung mit Datum, die Diagnose und die einzelnen Maßnahmen, die der Heilpraktiker durchgeführt hat, enthält. Wurden zum Beispiel Spritzen gegeben, muss auch dies mit der genauen Angabe des Präparats aufgeführt werden. Nur wenn die Rechnung diese wichtigen Angaben enthält, können Sie sie bei der Beihilfe einreichen.

Was zahlt die Beihilfe?

ElektrokardiogrammFür die Erstattung der Heilpraktiker-Kosten gibt es Höchstgrenzen. In der Vereinbarung des Bundesinnenministeriums mit den Heilpraktiker-Verbänden sind für die Leistungen der Heilpraktiker Höchstgrenzen vereinbart. Diese sind in der sogenannten „Erstattungsliste“ einzeln aufgeführt. Alles was darüber hinaus in Rechnung gestellt wird, ist nicht beihilfefähig. So können für die homöopathische Erstuntersuchung mit einer Mindestdauer von einer Stunde je Patient 80 Euro abgerechnet werden. Verlangt der Heilpraktiker mehr, muss der Patient den Mehrbetrag selbst zahlen.

Eine kurze Information ist mit drei Euro, eine eingehende Beratung von mindestens 15 Minuten mit 18,50 Euro angesetzt. Hausbesuche bei Tag sind auf 24 Euro, bei Nacht und an Feiertagen auf 29 Euro gedeckelt. Hinzu kommen je angefangene Stunde bei kürzeren Entfernungen zwischen Praxis und Wohnort des Patienten bis zwei Kilometern vier beziehungsweise acht Euro pro Stunde. Bei weiteren Entfernungen bis 25 Kilometern reduziert sich dieser Betrag auf einen beziehungsweise zwei Euro je Stunde.

Auch Blut- oder Harnuntersuchungen werden nur beschränkt erstattet. Eine Blutzuckerbestimmung ist mit zwei Euro, eine Harnuntersuchung mit vier Euro angesetzt. Die Blutentnahme selbst ist ebenfalls auf drei Euro beschränkt. Körperliche Untersuchungen, wie die Spiegelung des Augenhintergrunds oder ein Elektrokardiogramm, sind mit Beträgen zwischen fünf und 41 Euro festgelegt. Wundversorgungen und Verbände können auch vom Heilpraktiker vorgenommen werden. Die hierfür in der Praxis verbrauchten Materialen wie Pflaster, Desinfektionsmittel und Verbandmaterial sind beihilfefähig.

Die Arznei- und Verbandmittel, die der Heilpraktiker verordnet oder bei seinen Behandlungen verbraucht, sind nach den gleichen Regeln wie die vom Arzt verordneten beihilfefähig. Die Therapien, die der Heilpraktiker selbst durchführt, wie zum Beispiel Kneippsche Güsse, chiropraktische Behandlungen, Akupunktur, Ultraschall- oder Lichtbestrahlungen, sind beihilfefähig. Wichtig: Der Heilpraktiker muss diese Behandlungen selbst durchführen. Verschreibt er sie nur, dann sind sie nicht beihilfefähig!

Für diese Behandlungen werden aber auch nur Höchstbeträge gezahlt:Akupunktur

  • Kneippsche Güsse: 4 Euro
  • Chiropraktische Behandlungen: 4 Euro
  • Akupunktur: 23 Euro
  • Ultraschallbehandlungen: 4 Euro
  • Lichtbestrahlungen: 3 Euro
  • Fangopackungen: 3 Euro

Auch osteopathische Behandlungen sind nur beschränkt beihilfefähig. Hier kommt es darauf an, welche Körperteile behandelt werden. Die Beträge sind zwischen 21 Euro für die Schulter und 10 Euro für einzelne Finger und Zehen festgelegt.

Wo gibt es Einschränkungen?

Nicht beihilfefähig sind alle Heilmittel wie zum Beispiel Bäder, Massagen oder Packungen, die der Heilpraktiker verordnet. Etwas anderes gilt nur, wenn diese Heilmittel von einem Arzt verordnet werden. Auch Hilfsmittel wie Gehilfen können, wenn sie ein Heilpraktiker verordnet, nicht von der Beihilfe erstattet werden.

Die Leistungen des Heilpraktikers müssen auch zu den wissenschaftlich anerkannten Behandlungsmethoden gehören. Ist dies nicht der Fall, sind sie nicht beihilfefähig. Auch die Kosten für eine Dienstunfähigkeitsbescheinigung, die ein Heilpraktiker ausstellt, sind nicht beihilfefähig.

Zusatzleistungen durch einige Restkostenversicherer

Abhängig von Ihrem persönlichen Beihilfebemessungssatz, der bei Beamtenanwärtern und Beamten auf Probe bei nur 50 Prozent liegt, müssen Sie die andere Hälfte Ihrer Gesundheitskosten selber tragen. Und das kann schnell ziemlich ins Geld gehen. Seit dem Jahr 2009 sind Beamte deshalb verpflichtet, ihrer Beihilfestelle bei der ersten Antragstellung eine Bescheinigung über die Restkostenversicherung vorzulegen. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle – ohne und mit Selbstbeteiligung. Beispielsweise bietet das Tarifkonzept COMFORTBeihilfe der Continentale Krankenversicherung a.G. ein intelligentes Selbstbeteiligungskonzept. Dadurch bleiben die Beiträge bezahlbar.

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Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




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