Beihilfesätze

Beihilfesätze: So viel erstattet die Festsetzungsstelle

Die Beihilfe übernimmt einen Teil der Aufwendungen im Fall von Krankheit, Pflege, Geburt oder Tod. Wie hoch dieser Zuschuss ist, bestimmt Ihr Beihilfesatz. Hier erfahren Sie, was für Sie gilt.

Im Arbeitsrecht gilt der Grundsatz, dass sich der Arbeitgeber an den Kosten für die Krankenversicherung der Arbeitnehmer beteiligen muss. Diese Pflicht erfüllt er, indem er die Hälfte der Krankenkassenbeiträge seiner Mitarbeiter übernimmt. Den Rest muss der Arbeitnehmer selbst tragen.

Zwar ist der Dienstherr ebenfalls zur Fürsorge gegenüber seinen Beamten verpflichtet. Er erfüllt diese Pflicht allerdings anders: Er beteiligt sich nicht an Versicherungsbeiträgen sondern zahlt stattdessen einen Teil der Aufwendungen, die seinen Beamten im Krankheitsfall, bei Geburt, Pflege oder Tod entstehen. Wie hoch dieser Zuschuss zu den berücksichtigungsfähigen Aufwendungen ist, regeln die Beihilfesätze, auch Bemessungssätze genannt.

Personenbezogene Beihilfesätze sind die Regel

Die Beihilfesätze sind in den Beihilfevorschriften von Bund und Ländern geregelt. Für Bundesbeamte und Beamte in den meisten Bundesländern sind sie personenbezogen. Das heißt für Beihilfeberechtigte, Ehepartner und Kinder gelten jeweils eigene Bemessungssätze.

Dieses Schema bezieht sich auf die Versicherten einer privaten Krankenversicherung (PKV) und für Maßnahmen, für die die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) keine Kostenerstattung leistet. Bei Beamten mit Kindern gibt es eine Staffelung der Sätze, die sich an der Anzahl der Kinder orientiert. Ab der Geburt des zweiten Kindes steigt der Beihilfesatz. Allerdings verringert sich dieser auch wieder, wenn ein Kind nicht mehr berücksichtigungsfähig ist – zum Beispiel weil es nach der Ausbildung selbst genug Geld verdient.

  Für sich selbst für Ehegatten   für Kinder
Aktive Beamte…
…mit einem Kind 50% 70% 80%
…ab zwei Kindern  70% 70% 80%
 
Beamte im Ruhestand und deren Witwen/Witwer 70% 70% 70%
 
Waisen oder Halbwaisen 80%    

Achtung: Baden-Württemberg hat für Beamte, die nach dem 1. Januar 2013 eingestellt wurden, die Beihilfesätze drastisch gekürzt. Diese Landesbeamten und ihre Ehepartner erhalten nur noch 50 Prozent der Aufwendungen ersetzt, egal wie viele Kinder sie haben. Nur für Kinder selbst gilt weiter ein Bemessungssatz von 80 Prozent.

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In zwei Bundesländern ist der Beihilfesatz familienbezogen

Familienbezogene BeihilfesätzeZwei Bundesländer haben sich für ein anderes Bemessungssystem entschieden. In Bremen und Hessen sind die Beihilfesätze familienbezogen. Das bedeutet, dass innerhalb einer Familie alle Beihilfeberechtigten und berücksichtigungsfähigen Personen denselben Bemessungssatz haben.

Ausgangspunkt ist immer der Beihilfesatz von 50 Prozent für den Beihilfeberechtigten. Dieser Basissatz erhöht sich um:

  • + 5 Prozentpunkte für Verheiratete
  • + 5 Prozentpunkte für jedes berücksichtigungsfähige Kind (maximal bis zu 70 Prozent)
  • + 10 Prozentpunkte für Versorgungsempfänger
  • + 15 Prozentpunkte für Witwen und Witwer

Für die Höhe des Bemessungssatzes ist der Zeitpunkt des Entstehens der Aufwendung maßgeblich. Das bedeutet, dass es für die Höhe der Erstattung nur darauf ankommt, ob zum Beispiel die Arztbehandlung vor der Geburt des zweiten Kindes oder dem Eintritt in den Ruhestand stattfand.

 

Das Wichtigste zusammengefasst:Einheitlicher Beihilfesatz für Familien in Bremen und Hessen

  • Die Beihilfesätze bestimmen den Anteil der Aufwendungen, den Ihr Dienstherr übernimmt.
  • In den meisten Bundesländern gelten personenbezogene Beihilfesätze.
  • In Hessen und Bremen haben alle Beihilfeberechtigten und berücksichtigungsfähigen Personen einer Familie einen einheitlichen Beihilfesatz. Hier sind die Bemessungssätze familienbezogen.
Letzte Aktualisierung: 16.11.2016


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