Beihilfe für medizinische Rehabilitation, Heilkuren und Kuren

Medizinische Rehabilitationsmaßnahmen sind beihilfefähig, wenn sie vorher von der Festsetzungsstelle genehmigt wurden. Welche Arten von Reha bezuschusst werden und welche Voraussetzungen Sie beachten müssen, erfahren Sie hier.

Es gibt sechs verschiedene Arten von medizinischen Rehabilitationsbehandlungen, für die Beamte Beihilfe beantragen können:

  • stationäre Rehabilitationsmaßnahmen (in manchen Bundesländern auch noch Sanatoriumsbehandlung genannt),
  • Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Rehabilitationsmaßnahmen,
  • ärztlich verordnete familienorientierte Rehabilitation für berücksichtigungsfähige Kinder, die an schweren chronischen Erkrankungen, insbesondere Krebs oder Mukoviszidose, leiden,
  • ärztlich verordnete ambulante Rehabilitationsmaßnahmen,
  • ärztlich verordneter Rehabilitationssport in Gruppen unter ärztlicher Betreuung und Überwachung.

Oberstes Ziel ist, die Teilhabe am normalen Gesellschafts- und Arbeitsleben nach einer Erkrankung sowie beruflichen oder familiären Belastungen zu fördern. Die Beihilfestelle zahlt für Rehabilitationsleistungen, um die Erwerbsfähigkeit, bei Beamten die Dienstfähigkeit, nach einem Krankhausaufenthalt oder einem Unfall wiederherzustellen oder bei Vorliegen einer Suchterkrankung die Entwöhnungsbehandlung zu unterstützen.

Nur noch Beamte bekommen Beihilfe für eine klassische Kur

Eine weitere medizinische Rehamaßnahme ist nur noch für Beamte selbst beihilfefähig, nicht mehr für berücksichtigungsfähige Angehörige: die klassische Heilkur. Die Bundesbeihilfeverordnung nennt sie heute ambulante Rehamaßnahme in einem anerkannten Kurort. Sie soll die Erwerbsfähigkeit erhalten oder wiederherstellen, Krankheiten vermeiden oder deren Verschlimmerung verhindern.

Auch Unterkunft und Verpflegung sind auf Reha beihilfefähig

Unabhängig davon, welche Art der Reha Sie in Anspruch nehmen, gilt: Neben den medizinischen Leistungen trägt die Beihilfe auch einen Teil der Kosten für Ihre Unterkunft und Verpflegung. Bei stationären Rehamaßnahmen zahlt die Festsetzungsstelle bis zur Höhe des niedrigsten Satzes der Einrichtung. Im Fall von ambulanten Behandlungen im Rahmen einer klassischen Kur sind bis zu 16 Euro täglich beihilfefähig. Und bei Mutter-Kind- beziehungsweise Vater-Kind-Kuren gibt es für Unterkunft und Verpflegung Beihilfe bis zur Höhe der Entgelte, die die Einrichtung einem Sozialleistungsträger in Rechnung stellt. Diese Unterstützung hält sich allerdings in zeitlichen Grenzen: Maximal 21 Tage ohne An- und Abreise erkennt die Beihilfe für Bundesbeamte an. In den Bundesländern können Höhe und Dauer variieren.

Medizinische RehabilitationWenn es medizinisch notwendig ist, dass eine Begleitperson mit in die Reha fährt, wird auch ihre Unterkunft und Verpflegung 21 Tage lang bezuschusst. Allerdings zahlt die Beihilfe hier nur bis zu einer Höhe von 70 Prozent des niedrigsten Satzes. Lässt sich der Beamte zur ambulanten Reha begleiten, bekommt sein offizieller Kurschatten dreizehn Euro täglich.

Rehabilitationsmaßnahmen müssen vorher genehmigt werden

Medizinische Rehabilitationsbehandlungen sind nur beihilfefähig, wenn die Festsetzungsstelle sie vorher genehmigt hat. Dazu lässt sie in fast allen Bundesländern ein Gutachten vom Amtsarzt erstellen, der alle Voraussetzungen prüfen und dazu Stellung nehmen muss.

  • Die Reha muss medizinisch notwendig und
  • eine ambulante Behandlung am Wohnort darf nicht ausreichend sein, um das Rehabilitationsziel zu erreichen.
  • Im Falle einer stationären Rehabilitationsmaßnahme darf zusätzlich ein gleichwertiger Erfolg nicht durch eine ambulante Rehabilitationsmaßnahme erzielt werden können.

Außerdem genehmigen die Beihilfestellen Rehamaßnahmen nicht beliebig oft: Bundesbeamte zum Beispiel haben nur alle vier Jahre Anspruch auf eine solche Behandlung, es sei denn, sie ist schon vorher aus medizinischen Gründen dringend notwendig. Zumindest nach § 36 Abs. 2 BBhV ist eine Reha nicht zulässig, wenn im laufenden oder in den drei vorherigen Jahren eine Reha in Anspruch genommen wurde. Zudem variieren die Abstände von Bundesland zu Bundesland. Informieren Sie sich daher bei Ihrer Beihilfestelle im Vorfeld, was in Ihrem Bundesland aktuell gilt. Achtung: Lassen Sie zwischen dem Genehmigungsbescheid der Beihilfestelle und dem Antritt der Reha nicht zu viel Zeit verstreichen. Denn nach vier Monaten verfällt der Anspruch.

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Rehamaßnahmen sind beihilfefähig.
  • Für ambulante Rehamaßnahmen zur Wiederherstellung der Dienstfähigkeit bekommen nur Beamte Beihilfe, berücksichtigungsfähige Angehörige nicht.
  • Die Beihilfe bezuschusst 21 Tage lang Unterkunft und Verpflegung.
  • Rehabilitationsmaßnahmen müssen vorher von der Festsetzungsstelle genehmigt werden.
  • Beamten stehen Rehamaßnahmen nur in bestimmten Zeitabständen zu.
Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




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