Beihilfe für eine Anschlussheilbehandlung

Wenn Sie operiert wurden oder wegen einer anderen schweren Erkrankung im Krankenhaus waren, bekommen Sie Beihilfe für eine Anschlussheilbehandlung. Die Voraussetzungen erfahren Sie hier.

Aufwendungen für eine ärztlich verordnete Anschlussheilbehandlung (AHB) sind beihilfefähig. Eine AHB ist eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die sich in der Regel direkt an einen stationären Krankenhausaufenthalt eines Patienten anschließt oder zumindest in engem Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung steht. Meist werden Anschlussheilbehandlungen nach Operationen oder anderen schwerwiegenden Krankheiten wie Herzinfarkt, Krebs, insbesondere Brustkrebs, verordnet.

Bei den Sozialversicherungsträgern für Arbeitnehmer gelten die sogenannten Indikationsgruppen. Bei Beamten zählt die ärztliche Verordnung und Begründung. Ziel der AHB ist immer, die Arbeits- beziehungsweise Dienstfähigkeit wiederherzustellen. Sie kann als Rehabilitation ambulant, stationär oder teilstationär durchgeführt werden.

Anschlussheilbehandlung schließt an Krankenhausbehandlung an

In machen Bundesländern müssen Sie AHB genauso wie andere Rehamaßnahmen auch vorher bei der Festsetzungsstelle beantragen und genehmigen lassen. Allerdings ist gerade bei dieser Form der Reha die Zeit knapp. Viele Dienstherren in den Ländern verlangen von ihren Beamten, dass zwischen Ende der Krankenhausbehandlung und Beginn der Behandlung in der Rehaeinrichtung nicht mehr als zwei oder drei Wochen liegen.

Deshalb ist in diesen Fällen eine nachträgliche Genehmigung vielerorts ausnahmsweise möglich. In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg zum Beispiel oder auch im Bund muss eine AHB nicht vorher genehmigt werden.

Anschlussheilbehandlung muss gründlich begründet werden

Stattdessen ist die Verordnung aber besonders gründlich zu begründen: In der Regel verordnet der behandelnde Krankenhausarzt die Anschlussheilbehandlung. Er muss sie nach Art, Dauer und Inhalt begründen. Wichtig ist, dass die Verordnung nicht von der gleichen Einrichtung ausgestellt wird, in der die Anschlussheilbehandlung stattfindet. Außerdem muss die (Fach-)Klinik oder Rehaklinik grundsätzlich für diese Art der Behandlung geeignet sein.

Suchtbehandlungen müssen vorher genehmigt werden

Anders regelt die Bundebeihilfeverordnung Suchtbehandlungen, die als Rehamaßnahmen durchgeführt werden. Auch sie müssen besonders begründet werden, bedürfen darüber hinaus aber der Genehmigung durch die Festsetzungsstelle, bevor sie starten.

Beihilfe auf für Fahrtkosten zur Anschlussheilbehandlung

Zumindest Bundesbeamte bekommen neben der Beihilfe für die medizinische Behandlung an sich auch für ärztlich verordnete Fahrten in Zusammenhang mit einer Anschlussheilbehandlung Beihilfe. Nutzen Bundesbeamte öffentliche Verkehrsmittel, können sie die tatsächlichen Kosten ansetzen. Wer mit dem privaten Pkw fährt, kann 0,20 Euro pro Kilometer als beihilfefähige Aufwendung angeben. Bei 200 Euro ist die Beihilfe für Fahrtkosten gedeckelt. Die Regelungen in den einzelnen Bundesländern können davon abweichen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Nach Krankenhausbehandlungen wegen schwerer Krankheiten haben Beamte Anspruch auf Beihilfe für eine Anschlussheilbehandlung (AHB).
  • Anschlussrehabilitation schließt sich an die Behandlung im Akutkrankenhaus an.
  • Zwischen Krankenhausbehandlung und Anschlussrehabilitation dürfen je nach Dienstherrn nicht mehr als zwei oder drei Wochen liegen.
  • Eine AHB muss sehr gründlich begründet werden.
  • In manchen Bundesländern muss eine AHB vorher von der Festsetzungsstelle genehmigt werden.
  • Auch für die Fahrtkosten in Zusammenhang mit einer Anschlussheilbehandlung gibt es Beihilfe.
Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




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