Rabattverträge mit Pharma-Herstellern

Gesetzliche und private Krankenversicherungen können durch Rabattverträge mit Pharmaunternehmen Einsparungen für ihre Versicherten erzielen, weil diese die Arzneiausgaben reduzieren.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben bereits seit dem Jahr 2003 die Möglichkeit, mit Pharma-Herstellern Rabattverträge abzuschließen. Eine größere Bedeutung erhielten Rabattverträge jedoch erst zum 1. April 2007. Seit diesem Zeitpunkt sind die Apotheken nach der sogenannten „Aut-idem-Regelung“ verpflichtet, bei Kassenpatienten das Medikament herauszugeben, für dessen Wirkstoff ein Rabattvertrag zwischen der Krankenkasse des Patienten und einem Pharma-Hersteller besteht. Hat der Apotheker dieses Medikament nicht vorrätig, muss er es beschaffen. Ist es nicht lieferbar, muss er eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel mit demselben Wirkstoff abgeben.

Die privaten Krankenversicherer verfügen zwar seit 2007 grundsätzlich ebenfalls über die gesetzlich eingeräumte Option, Rabattverträge mit pharmazeutischen Herstellern abzuschließen, und machen davon auch Gebrauch. Die Gesetzeslage lässt jedoch weder individuelle Verträge mit den Ärzten zu noch eine Verpflichtung des Apothekers zur Anwendung der „Aut-idem-Regelung“ bei Privatversicherten. Dennoch profitieren Privatpatienten seit dem 2011 in Kraft getretenen Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) von den Herstellerabschlägen, die auch für Patienten der gesetzlichen Krankenkassen gelten.