Heilpraktiker sind per Definition in ihrer Heilkunde begrenzt

Heilpraktiker sind in der Heilkunde aktiv, ohne als Arzt approbiert zu sein. Häufig wenden sie für Diagnose und Therapie Methoden der Naturheilkunde oder der Alternativmedizin an. Heilpraktiker mit Vollzulassung dürfen körperliche und seelische Leiden ihrer Patienten feststellen und eine eigene Therapie bzw. Psychotherapie auch mit körperlichen Behandlungen durchführen. Für einige Maßnahmen fehlt ihnen laut Heilpraktikergesetz die Erlaubnis.

Heilpraktiker dürfen bei der Ausübung ihrer Heilkunde bestimmte Tätigkeiten nicht anbieten:

  • Verschreibungspflichtige Medikamente verordnen
  • Geburtshilfe betreiben
  • Bestimmte Infektionskrankheiten behandeln
  • Zahnmedizinisch tätig werden
  • Strahlentherapie anwenden
  • Geschlechtskrankheiten behandeln

Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH)

Die Höhe der Vergütung zwischen Heilpraktiker und Patienten ist nach Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) frei vereinbar. Als Berechnungshilfe bei der Rechnungserstellung dient das GebüH, ein Verzeichnis der durchschnittlich üblichen Vergütungen. Sofern die Höhe des Honorars vor der Behandlung nicht ausdrücklich vereinbart wurde, kann der Patient davon ausgehen, dass sie sich im Rahmen der im GebüH enthaltenen Beträge bewegt.

Beihilfefähigkeit von Heilpraktiker-Leistungen

Dem Grunde nach sind Tätigkeiten des Heilpraktikers beihilfefähig nach fast allen Beihilfeverordnungen, mit Ausnahme der Länder Bremen und Saarland. Der Höhe nach ist die Beihilfefähigkeit nicht einheitlich geregelt – siehe folgende Tabelle.

Beihilfeverordnung

Tätigkeiten des Heilpraktikers sind beihilfefähig

Bund

nach GebüH bis zu den in der Beihilfeverordnung festgelegten Höchstsätzen

Baden-Württemberg

bis zu den Höchstsätzen der GOÄ*

Bayern

bis zu den Regelhöchstsätzen der GOÄ*

Berlin

bis zum Mindestsatz des GebüH, maximal bis zu den Regelhöchstsätzen der GOÄ*

Brandenburg

nach GebüH bis zu den in der Beihilfeverordnung festgelegten Höchstsätzen

Bremen

nein

Hamburg

bis zum Mittelwert des GebüH, maximal bis zu den Höchstsätzen der GOÄ*

Hessen

bis zum Mindestsatz des GebüH, maximal bis zu den Höchstsätzen der GOÄ*

Mecklenburg-Vorpommern

nach GebüH bis zu den in der Beihilfeverordnung festgelegten Höchstsätzen

Niedersachsen

nach GebüH, maximal bis zu den Höchstsätzen der GOÄ*

Nordrhein-Westfalen

nach GebüH, maximal bis zu den mit Heilpraktikerverbänden vereinbarten Höchstbeträgen

Rheinland-Pfalz

bis zu den Regelhöchstsätzen der GOÄ*

Saarland

nein

Sachsen

nach GebüH bis zu den in der Beihilfeverordnung festgelegten Höchstsätzen

Sachsen-Anhalt

nach GebüH, maximal bis zu den mit Heilpraktikerverbänden vereinbarten Höchstbeträgen

Schleswig-Holstein

bis zum Mindestsatz des GebüH, maximal bis zu den Regelhöchstsätzen der GOÄ*

Thüringen

bis zum Mindestsatz des GebüH, maximal bis zu den Regelhöchstsätzen der GOÄ*

*GOÄ: Gebührenordnung für Ärzte