Gebührenordnung für Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten

Bei nicht gesetzlich Krankenversicherten rechnen Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten ihre Leistungen mit ihren Patienten direkt ab. Der sogenannte „Privatpatient“ erhält für die Behandlung eine Rechnung, für deren Begleichung er selber verantwortlich ist.

Approbierte Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten dürfen in Deutschland keine selbst kalkulierten Gebühren für ihre Leistungen verlangen. Ihr Berufsrecht und eine umfangreiche Sozialrechtsprechung sehen vor, dass sie nach der jeweiligen Gebührenordnung abrechnen:

  • Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ),
  • Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und
  • Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP).

Gebührenverzeichnis: Ärztliche Leistungen und ihre Gebühren

Die Gebührenordnungen enthalten, neben einigen Paragrafen mit Anordnungen zur Anwendung der Gebührenordnung, das Gebührenverzeichnis. Im Gebührenverzeichnis sind alle Leistungen aufgeführt, die der Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeut berechnen darf. Eine Gebührenziffer beinhaltet neben der Leistungsbeschreibung eine Gebühr in Euro, den einfachen Wert der Gebührenordnung.

Steigerungsfaktor: Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten können Rechnungen erhöhen

Der Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeut hat die Möglichkeit, ein Mehrfaches dieser Gebühr zu berechnen. Hierbei gelten folgende Grenzen:

  • Regelhöchstsatz: Ohne weitere Erklärung darf für persönliche Leistungen bis zum 2,3fachen Satz abgerechnet werden; nach GOÄ für medizinisch-technische Leistungen bis zum 1,8fachen und für Leistungen im Labor bis zum 1,1fachen Satz.
  • Höchstsatz: Mit entsprechender Begründung, beispielsweise einem erhöhten zeitlichen Aufwand, ist eine Abrechnung bis zum 3,5fachen Satz möglich, nach GOÄ für medizinisch-technische Leistungen bis zum 2,5fachen und für Leistungen im Labor bis zum 1,3fachen.
  • Honorarvereinbarung: So bezeichnet man eine Absprache zwischen Arzt und Patient über eine von der Gebührenordnung für Ärzte abweichende höhere Vergütung. Will der Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeut also über den Höchstsatz hinaus abrechnen, so muss er dafür vor Behandlungsbeginn schriftlich mit dem Beamten eine Vereinbarung über die Höhe des Steigerungsfaktors treffen. Der Arzt, Zahnarzt oder Psychotherapeut muss den Beihilfeberechtigten darauf hinweisen, dass dies zu Einschränkungen bei der Erstattung dieser Auslagen durch den Leistungsträger (Krankenversicherung und Beihilfe) führen kann. Weitere Erklärungen darf die Honorarvereinbarung nicht enthalten.