Die Beihilfe-Erstattung erfolgt nach auslegungsbedürftigen Grundsätzen

Beihilfefähige Aufwendungen

Beamte und deren Angehörige erhalten Beihilfe, soweit diese dem Grunde nach notwendig und der Höhe nach angemessen sind. Was im Einzelnen und in welcher Höhe beihilfefähig ist, regelt die jeweilige Beihilfeverordnung des Bundes und der Länder.

Dem Grunde nach beihilfefähig sind zum Beispiel Aufwendungen für:

  • Ärztliche und zahnärztliche Leistungen
  • Heilpraktiker-Leistungen
  • Arzneimittel, Verbandmittel
  • Heil- und Hilfsmittel
  • Krankenhausleistungen
  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • Geburtskosten
  • Pflegeleistungen

Eingeschränkt beihilfefähige Aufwendungen

Der Höhe nach sind die beihilfefähigen Aufwendungen in vielen Fällen begrenzt; in der Regel durch prozentuale Grenzen oder feste Höchstbeträge. Von dem Betrag, der beihilfefähig ist, erstattet die Beihilfestelle ihren prozentualen Anteil entsprechend dem Beihilfesatz des Beihilfeberechtigten. Der Anteil, der nicht beihilfefähig ist, ist vom Beamten zu 100 Prozent alleine zu tragen.

Nachfolgend ein Auszug der Beschränkung der beihilfefähigen Aufwendungen der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV):

Ärztliche Behandlung

Erstattungsfähig sind die Kosten bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), das bedeutet maximal bis zum 3,5fachen Satz.

Heilpraktiker

Kosten sind nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) bis zu den in der Beihilfeverordnung festgelegten Höchstsätzen beihilfefähig.

Arzneimittel

Erstattet werden ausschließlich verschreibungspflichtige Medikamente.

Heilmittel

Höchstbeträge für jedes einzelne Heilmittel.

Hörgeräte

Hörgeräte sind bis zu einem Betrag von 1.500 Euro je Ohr beihilfefähig.

Zahnersatz

40 Prozent der Material- und Laborkosten – einschließlich Edelmetall und Keramik – sind beihilfefähig.

Implantate

Zwei Implantate je Kiefer sind beihilfefähig, bei entsprechender Indikation auch darüber hinaus.

Kieferorthopädie

Maßnahmen sind beihilfefähig, wenn der Beginn der Behandlung vor Vollendung des 18. Lebensjahres erfolgt. Aufwendungen für kieferorthopädische Leistungen bei Erwachsenen werden nur im Ausnahmefall erstattet – und zwar dann, wenn ein Gutachten bestätigt, dass die kieferorthopädische Behandlung ausschließlich medizinisch indiziert ist, keine Alternative vorhanden ist und bei Nichtbehandlung erhebliche Folgeprobleme entstehen.

Unterbringung im Krankenhaus

Die Kosten für ein Zweibettzimmer sind beihilfefähig.

Behandlung im Ausland außerhalb der EU

Ab einem Betrag von 1.000 Euro erfolgt eine Limitierung auf die Höhe der Kosten, wie sie in Deutschland entstanden wären.

Eigenbeteiligungen

Daneben sind, ähnlich wie in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), für diverse Leistungen Eigenbeteiligungen vorgesehen. Hier wieder ein Auszug der BBhV:

Arzneimittel

10 Prozent des Preises, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro

Krankentransport

10 Prozent, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro

Hilfsmittel

10 Prozent des Preises, mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro

Krankenhaus

10 Euro je Kalendertag für maximal 28 Tage pro Kalenderjahr

Zweibettzimmer im Krankenhaus

14,50 Euro je Kalendertag

Nicht beihilfefähige Aufwendungen

Folgende Aufwendungen sind unter anderem nicht beihilfefähig:

  • Wissenschaftlich nicht allgemein anerkannte Heilmethoden und -mittel
  • Nicht verschreibungspflichtige Medikamente für Personen über 18 Jahren
  • Verschreibungspflichtige Medikamente, die nach den Arzneimittelrichtlinien der GKV von der Verordnung ausgeschlossen sind
  • Aufwendungen, die ärztliche Abrechnungsgrenzen überschreiten, z. B. Honorarvereinbarungen
  • In manchen Bundesländern: Aufwendungen für Wahlleistungen im Krankenhaus (Zweibettzimmer, Privatarzt)
  • Aufwendungen für Sehhilfen (Kontaktlinsen, Brillen) für Personen über 18 Jahren.