Wie ist der Begriff definiert? Was folgt daraus? Wie beantragen Patienten die Freistellung von Zuzahlungen?

Nach der Definition des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) von Ärzten und Krankenkassen gilt ein Patient als Chroniker, wenn er wenigstens ein Jahr lang mindestens einmal pro Quartal wegen derselben chronischen Erkrankung ärztlich behandelt wurde (Dauerbehandlung) und er zusätzlich eines dieser Kriterien erfüllt:

  • Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 nach den Bestimmungen der Sozialen Pflegeversicherung
  • Ein Grad von mindestens 60 Prozent Schwerbehinderung oder mindestens 60 Prozent Erwerbsminderung
  • Nach ärztlicher Einschätzung ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung erforderlich, ohne die aufgrund der ständig behandlungsbedürftigen Gesundheitsstörung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erwarten ist

Wenn die Zuzahlungen eines chronisch Kranken höher liegen als 1 Prozent seiner jährlichen Bruttoeinnahmen, kann der Versicherte sich auf Antrag für den Rest des Jahres von der Zuzahlung zu Leistungen befreien lassen (Chronikerregelung, § 50 Abs 1 BBhV). Die Befreiung ist jährlich neu durch den Chroniker zu beantragen. Ein entsprechender Antrag inklusive einer Chronikerbeschreinigung kann hier heruntergeladen werden.