Anwartschaft in der PKV: Was genau ist damit gemeint?

Werden die Leistungen aus der privaten Krankenversicherung für einen absehbaren Zeitraum nicht benötigt, kann zur Überbrückung dieses Zeitraumes eine Anwartschaftsversicherung abgeschlossen werden. Diese wird beispielsweise benötigt, wenn der Versicherte

  • Heilfürsorge oder unentgeltliche truppenärztliche Versorgung erhält (z. B. Polizei, Bundeswehr) und mit Eintritt in den Ruhestand beihilfeberechtigt wird oder
  • seinen Vertrag wegen einer vorübergehenden Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung oder eines längeren Auslandsaufenthaltes umwandeln muss.

Mit dem Abschluss der Anwartschaft wird das Recht erworben, zu einem späteren Zeitpunkt zu den Bedingungen des Abschlusszeitpunktes der Anwartschaft (Gesundheitszustand, Alter) versichert zu werden.

Bei einer Anwartschaftsversicherung unterscheidet man zwischen der kleinen und der großen Anwartschaft:

Kleine Anwartschaft

Der Gesundheitszustand des Versicherten wird „eingefroren“. Die Gesundheitsfragen sind nur bei Antragsstellung der Anwartschaft zu beantworten. Verschlechterungen des Gesundheitszustandes während der Zeit der Anwartschaftsversicherung sind mitversichert.

Große Anwartschaft

Neben dem Gesundheitszustand wird durch die Bildung von Alterungsrückstellungen auch das Eintrittsalter des Versicherten zum Zeitpunkt des Beginns der Anwartschaft konserviert. Bei Umwandlung der großen Anwartschaft in den entsprechenden Krankenversicherungstarif muss der Versicherte nur den Beitrag zahlen, den er zu zahlen hätte, wenn er von Anfang an in dem Krankenversicherungstarif versichert gewesen wäre.