So lange sind Sie Beamter auf Widerruf und auf Probe

Lehramtsanwärter sind in den meisten Bundesländern im Vorbereitungsdienst Beamte auf Widerruf. Was das bedeutet und wie lange sie diesen Status behalten, erfahren Sie hier.

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Als Lehrer können Sie in vielen Bundesländern nach dem Zweiten Staatsexamen noch zum Beamten auf Lebenszeit ernannt werden. Sie werden dann bis zu Ihrem Tod von Ihrem Dienstherrn versorgt und erhalten eine Beamtenbesoldung. Solange Sie aktiv im Dienst sind, erhalten Sie nach dem Beamtenrecht Dienstbezüge, im Ruhestand Versorgungsbezüge. Beamte werden ernannt und erhalten eine Urkunde. Im Gegensatz zu normalen Angestellten können sie aufgrund des Beamtenverhältnisses keine individuellen Verträge mit ihrem Chef aushandeln. Für Beamte gilt allein das Gesetz. Und bis Sie die Berufung auf Lebenszeit erhalten, müssen Sie Ihre Laufbahn bestehen.

Beihilfeanspruch ab der Ernennung zum Beamten auf Widerruf

Denn Sie sind nicht von Anfang an Beamter auf Lebenszeit. Sie müssen sich erst bewähren. Am Beginn des Wegs zum Beamten auf Lebenszeit steht das Studienreferendariat. So heißt der Vorbereitungsdienst für Lehramtsanwärter. Die allermeisten Bundesländer ernennen Studienreferendare während dieser Zeit bereits zu Beamten auf Widerruf. Ab Ihrer Ernennung haben Sie dann alle Rechte und Pflichten, sie erhalten Anwärterbezüge und haben insbesondere auch einen Beihilfeanspruch. Als Beamtenanwärter beziehungsweise im gehobenen Dienst Referendar bekommen Sie im Krankheitsfall 50 Prozent Ihrer Aufwendungen von der Beihilfestelle ersetzt. Den Rest müssen Sie über eine private Krankenversicherung abdecken. Viele Versicherer bieten spezielle Restkostenversicherungen als Krankenversicherung für Lehramtsanwärter an.

Achtung: Nicht alle Lehramtsanwärter sind Beamte auf Widerruf

Beamte auf Widerruf können jederzeit ohne Einhaltung einer Frist entlassen werden. Allerdings soll dem Anwärter Gelegenheit gegeben werden, den Vorbereitungsdienst abzuleisten und die Zweite Staatsprüfung abzulegen. Einige Bundesländer gestallten diese Phase allerdings anders: In Sachsen sind Studienreferendare grundsätzlich nur im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses angestellt. In Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg kann der Vorbereitungsdienst sowohl im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis als auch als Beamter auf Widerruf erfolgen. In diesem Fall sind Sie als Studienreferendar lediglich Angestellter im öffentlichen Dienst ohne Anspruch auf Beihilfe.

Die Laufbahnprüfung beendet das Beamtenverhältnis auf Widerruf

Wie jeder Vorbereitungsdienst endet auch das Studienreferendariat mit einer Laufbahnprüfung. Wenn Sie diese Prüfung erfolgreich abgelegt haben, endet Ihr Status als Beamter auf Widerruf, sie werden automatisch aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Wer beim ersten Versuch durchfällt, bekommt nach einer Verlängerung des Vorbereitungsdienstes eine zweite Chance. In dieser Zeit sind Sie weiterhin Beamter auf Widerruf. Mit endgültigem Nichtbestehen der Prüfung endet das Beamtenverhältnis auf Widerruf ebenfalls.

Nach dem Zweiten Staatsexamen sind Sie zunächst Beamter auf Probe

Nach dem Referendariat, wenn Sie Ihre erste Stelle antreten, werden Sie immer noch nicht auf Lebenszeit ernannt. Vor der Verbeamtung steht zunächst die grundsätzliche Feststellung der Eignung. Dazu gehört sowohl die fachliche Qualifikation als auch die gesundheitliche und charakterliche Eignung. Viele Bundesländer haben zudem eine Altersgrenze eingeführt: Wer älter als 40 Jahre ist, wird vielerorts nicht mehr verbeamtet. Wird Ihre Eignung festgestellt, werden Sie zunächst zum Beamten auf Probe ernannt. Die Probezeit dauert in der Regel drei Jahre. Sie kann ein Jahr verkürzt, aber auch verlängert werden.

Entlassung von Beamten auf Probe ist möglich, aber nicht einfach

In dieser Zeit ist eine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis noch möglich, zum Beispiel, wenn Sie sich nicht bewähren, sich ein grobes Fehlverhalten zu Schulden kommen lassen oder Sie dienstunfähig werden. Ganz so einfach ist die Kündigung einen Beamten auf Probe allerdings nicht: In einem Streitverfahren vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf wiesen die Richter darauf hin, dass die Gründe für die Kündigung sehr genau zu prüfen seien. Der einfache Verweis darauf, der Beamte habe sich in der Probezeit nicht bewährt, genügt jedenfalls nicht. Wer also Probleme mit seinen Vorgesetzen hat, braucht nicht gleich eine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis zu fürchten.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Lehramtsanwärter werden in den meisten Ländern zu Beamten auf Widerruf ernannt.
  • Das Beamtenverhältnis auf Widerruf endet mit Bestehen oder endgültigem Nichtbestehen der Laufbahnprüfung.
  • Vor der Verbeamtung auf Lebenszeit steht eine Probezeit, die in der Regel drei Jahre dauert.
  • Die Entlassung von Beamten auf Probe ist unter engen Voraussetzungen möglich.

Letzte Aktualisierung: 07.12.2015




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