Polizei-Gehalt durch Heilfürsorge und Zulagen attraktiv

Die Berufe bei der Polizei sind attraktiv – das Polizei-Gehalt auch. Denn schon als Beamtenanwärter erhalten Sie während Ihrer Ausbildung oder Ihres FH-Studiums knapp über 1.000 Euro monatlich netto Anwärterbezüge auf Ihr Konto. Je nach Dienstlaufbahn, Besoldungsgruppe und Anzahl der Kinder steigt Ihr Polizei-Gehalt über die Jahre immer weiter. Eine lukrative Ergänzung ist die Heilfürsorge, die Sie bereits als angehender Polizeibeamter und während Ihrer gesamten aktiven Dienstzeit gewährt bekommen, sowie die Beihilfe für Ihre Angehörigen.

Was gilt für Sie?
Hier erfahren Sie:
  • Was die Beihilfe für Sie und Ihre Angehörigen zahlt
  • Was Sie mit einer Restkostenversicherung absichern müssen
  • Was eine Restkostenversicherung der Continentale kostet

In den nächsten fünf Jahren wollen Bund und Länder mehr als 15.000 neue Stellen bei ihren verschiedenen Polizeieinheiten schaffen. Zusätzlich scheiden jedes Jahr Tausende Beamte aus dem aktiven Dienst aus; das offizielle Pensionseintrittsalter liegt ohnehin schon bei 60 Jahren. Der Bund und die Länder brauchen also Nachwuchs bei der Polizei. Das Ausbildungsjahr beginnt je nach Bundesland im Mai oder Oktober eines jeden Jahres.

Als Kriminalkommissar über 2.100 Euro monatlich netto verdienen

Die Bezahlung bei der Polizei beginnt bereits mit dem Ausbildungsantritt in allen Dienstlaufbahnen. Je nach Bundesland beträgt Ihre Ausbildungsvergütung bei der Polizei zwischen 1.050 und 1.200 Euro. Diese sogenannten Anwärterbezüge sind beim mittleren und beim gehobenen Dienst ähnlich hoch. Mit Abschluss der Ausbildung und Übernahme als Beamter auf Probe beginnt die Differenzierung im gehobenen und mittleren Dienst. Im mittleren Polizeivollzugsdienst starten Sie als Polizeimeister mit einem Einstiegsgehalt zwischen 1.900 und 2.100 Euro netto. Beamte der Bundespolizei verdienen rund 200 bis 300 Euro netto mehr.

Die Kollegen vom gehobenen Dienst bei der Kriminalpolizei beginnen als Polizeikommissar und verdienen anfangs je nach Bundesland zwischen 2.100 und knapp über 2.650 Euro netto im Bund. Wer also als Abiturient zur Kripo geht und in den gehobenen Dienst einsteigt, nach sechs Semestern seinen Bachelor-Abschluss macht, kann schon als 23-jähriger Kriminalkommissar mit mehr als 2.100 Euro netto monatlich Gehalt bei der Polizei rechnen.

Bund und Länder haben ähnliche Besoldungsgruppen

Die Polizei von Bund und Ländern bietet nach Beendigung der Ausbildung vielfältige Karrieremöglichkeiten, die sich natürlich auf das Gehalt bei der Polizei auswirken. Dabei unterscheiden sich die Karrieren im mittleren oder gehobenen Dienst in den Besoldungsgruppen, in denen Absolventen nach ihrer Ausbildung starten. Polizeimeister beginnen in der Besoldungsgruppe A7. Polizeikommissare starten in A9. Abhängig von der Berufserfahrung, der Übernahme in Leitungsaufgaben und Weiterbildungen können sie sich dann hochdienen. Ein Polizeioberkommissar ist in die Besoldungsgruppe A10 eingruppiert, ein Polizeihauptkommissar in A11 oder sogar A12.

Soweit können es Polizeimeister nur bringen, wenn sie einen Aufstiegslehrgang in den gehobenen Dienst erfolgreich absolvieren. Anderenfalls ist bei der Besoldungsgruppe A9 für sie das Ende der Gehaltstabelle im mittleren Dienst erreicht. Aber auch wenn Sie in einer Besoldungsgruppe verbleiben, steigt Ihr Verdienst bei der Polizei automatisch alle zwei bis drei Jahre. Denn neben den Besoldungsgruppen sieht die Bezahlung bei der Polizei auch noch bis zu elf Stufen vor, die abhängig vom Lebensalter eine Gehaltserhöhung vorsehen.

Wenn Sie sich beispielsweise als Polizeimeister in A7 nach 25 Jahren auf A9 und Stufe 11 hochgearbeitet haben, liegt ihr Grundgehalt in Bayern bei rund 3.100 Euro brutto. Allerdings: In A13 beträgt Ihr Grundgehalt in der elften Stufe rund 4.700 Euro brutto. Hinzu kommen die Vergütung für Überstunden und Nacht- sowie Wochenendeinsätze und weitere Zulagen.

Familienzuschlag und weitere Zulagen steigern Verdienst bei der Polizei

Der Verdienst bei der Polizei steigt jedoch nicht nur mit dem Dienstalter und den erreichten Stufen, sondern auch mit dem Familienstand. So erhalten Beamte einen Familienzuschlag – bereits für den Ehe- oder Lebenspartner und dann für jedes Kind. Für ein Kind zahlt der Dienstherr dann zwischen knapp über 120 Euro (erste Stufe) und bis zu 250 Euro (zweite Stufe) für das zweite Kind. Jedes weitere Kind erhöht den Familienzuschlag um weitere Zulagen auf bis zu 350 Euro ab dem dritten Kind.

Außerdem gibt es einen Zuschlag für die Dienstkleidung und eine allgemeine Polizeizulage sowie in manchen Bundesländern auch noch eine Ballungsraumzulage. Einige Bundesländer zahlen ergänzend vermögenswirksame Leistungen. Ein attraktiver Nebenbestandteil der Gesamtbesoldung bei der Polizei ist die freie Heilfürsorge für aktive Beamte im Bund und in einigen Bundesländern sowie die Beihilfe für deren Familienangehörige.

Heilfürsorge und Beihilfe übernehmen ganz oder teilweise die Krankheitskosten

Die Heilfürsorge übernimmt bei Polizeibeamten im aktiven Dienst 100 Prozent der Krankheitskosten. In manchen größeren Behörden wie bei den Bereitschaftspolizeidienststellen gibt es sogar Polizeiärzte, die die Grundversorgung der Beamten übernehmen. Viele Bundesländer übergeben ihren Polizeibeamten aber auch ganz normale Krankenversichertenkarten, mit denen sie bei allen Ärzten vorsprechen dürfen. Allerdings gibt es die Heilfürsorge nur noch im Bund und in acht Bundesländern. Für die Familienangehörigen heilfürsorgeberechtigter Beamter übernimmt der Dienstherr die normale Beihilfe. Je nach Bundesland zahlt der Staat dann 50 bis 70 Prozent der Krankheitskosten.

Restkostenversicherung bei Beihilfe, Anwartschaftsversicherung bei Heilfürsorge

Normale Polizisten und Kripobeamte, die nicht bei der Bereitschaftspolizei sind, erhalten in Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Thüringen Beihilfe. Sie müssen die verbleibenden Restkosten selber versichern. Dafür schließen sie am besten eine private Krankenversicherung (PKV) ab, weil nur die PKV einen speziellen Tarif für sie anbietet. Dieser Tarif nennt sich Restkostenversicherung. Sie ist deutlich günstiger als eine Vollkostenversicherung, die die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ausschließlich anbieten.

Heilfürsorgeberechtigte Beamte müssen für ihre beihilfeberechtigten Familienangehörigen in jedem Fall eine Restkostenversicherung abschließen. Für sich selber aber benötigen sie eine Anwartschaftsversicherung. Denn im Ruhestand erhalten auch sie nur noch Beihilfe in Höhe von 70 Prozent ihrer Krankheitskosten und müssen dann die verbleibenden 30 Prozent ebenfalls selber versichern.

Dazu müssen Sie folgendes beachten: Bei vorgerücktem Alter kann es schwierig werden, eine private Krankenversicherung abzuschließen. Denn Vorerkrankungen oder gar ein Dienstunfall mit bleibenden Beeinträchtigungen führen häufig dazu, dass Sie keine Versicherung mehr aufnimmt. Bei der Anwartschaftsversicherung, die sie bereits als Polizeianwärter abschließen müssen, wird ihr Gesundheitszustand praktisch eingefroren. Wenn Sie nach Ihrer aktiven Dienstzeit Ihre Anwartschaftsversicherung in eine reguläre Restkostenversicherung aktivieren, erfolgt keine erneute Gesundheitsprüfung mehr.

Fazit

Das Polizei-Gehalt ist also unterschiedlich in Bund und Ländern und von der Dienstlaufbahn, der Besoldungsgruppe und der Altersstufe abhängig. Richtig attraktiv wird es durch zahlreiche Zulagen wie den Familienzuschlag und die Beihilfe beziehungsweise die Heilfürsorge. Wenn Sie genau wissen möchten, was für Sie in Ihrem Bundesland gilt, informieren Sie sich über die Heilfürsorge und die Beihilfe auf dem Portal der Continentale: Beihilferatgeber.de. Mit dem Beihilferechner können Sie sofort Ihre Ansprüche berechnen und erhalten auch ein Angebot über Ihre Restkostenversicherung oder Ihre Anwartschaftsversicherung.

Letzte Aktualisierung: 30.08.2016




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