Krankenversicherung für Lehramtsanwärter – Tipps rund um das Referendariat

Nach dem ersten Staatsexamen oder Ihrem Master of Education haben Sie sich erfolgreich durch den Bologna-Prozess gearbeitet. Nun stehen Sie kurz vor Ihrem Referendariat, für das Sie sich bereits bei der zuständigen Behörde beworben haben. Wie Ihr Referendariat abläuft, was Sie beachten sollten und warum die Auswahl der richtigen Krankenversicherung so wichtig ist, lesen Sie hier.

Was kostet Ihre Krankenversicherung?
Hier erfahren Sie:
  • Was die Beihilfe für Sie und Ihre Angehörigen zahlt
  • Was Sie mit einer Restkostenversicherung absichern müssen
  • Was eine Restkostenversicherung der Continentale kostet

Das erste Staatsexamen oder Ihren Master of Education haben Sie geschafft. Sie haben sich erfolgreich durch den geregelten Bologna-Prozess für Lehramtsstudierende Ihrer Universität gearbeitet und dem theoretischen Teil Ihrer Lehrerausbildung damit beendet. Oder aber in Ihrem Bundesland galt noch die alte Studienordnung mit dem klassischen Ersten Staatsexamen. Auf jeden Fall: Gratulation!

Nun beginnt für Sie wie für jährlich rund 47.000 angehende Lehrer Ihr Referendariat, wenn Sie sich bei der für Sie zuständigen Behörde auf einen der begehrten Referendariats-Stellen beworben haben. In vielen Bundesländern erfolgt die Bewerbung um eine Schule für die zweite, schulpraktische Ausbildungsphase bereits online. Dort können Sie in der Regel auch Ihre bevorzugten Schulen angeben.

Diese Wahl bietet aber keine Gewähr, dass Sie auch Ihrer Wunschschule für die weitere Lehrerausbildung zugewiesen werden. Im schlimmsten Fall kann Ihre Schulbehörde Sie auch weit entfernt in eine Schule Ihres Bundeslandes zuweisen. Widerspruch können Sie einlegen; aber dann benötigen Sie wirklich gute Gründe. Manchmal hilft es, wenn Sie nachweisen können, dass Sie an Ihrer Wunschschule bereits ein Praktikum absolviert haben. Auch ein gutes Empfehlungsschreiben der Schulleitung kann Ihnen helfen.

Was passiert im Referendariat?

Zunächst folgt mit der Zuweisung zu einer Schule auch die Bestellung zum Beamten auf Widerruf. Diese Bezeichnung tragen Beamte im Vorbereitungsdienst für das Lehramt. Und genau das ist das Referendariat: Vorbereitung auf einen anspruchsvollen und fordernden Beruf. Nachdem Sie in der ersten Phase die wissenschaftsfachlichen Grundlagen erworben haben, geht es im schulpraktischen Teil um didaktische, pädagogische und fachliche Methodenkompetenz im Lehrbetrieb Ihres jeweiligen Schulzweiges.

Der Vorbereitungsdienst für das Lehramt dauert je nach Bundesland zwischen 18 und 24 Monate; in Sachsen sogar nur ein Jahr. Hier sollen Sie lernen, Ihre theoretischen Kenntnisse in praktisches Lehrerhandeln umzusetzen. Dazu gehört der Kompetenzerwerb und -nachweis, eine Unterrichtsstunde, ein Halb- oder Schuljahr entlang der Lehrpläne zu planen.

Als Lehramtsanwärter im Schuldienst geht es neben dieser Methodenkompetenz auch darum, mit dem Stress des Schul- und Klassenlebens zurechtzukommen. Je nach Bundesland laufen Sie zunächst mit einem erfahrenen Altlehrer mit und absolvieren Hospitationen. In einigen Ländern bleibt dieser Altlehrer auch über den gesamten Vorbereitungsdienst Ihr Mentor.

Es folgt der Ausbildungsunterricht, bei dem Sie selbständig Unterrichtseinheiten gestalten sowie Unterrichtsstunden geben und dabei von einem Kollegen begleitet werden. Dies ist hilfreich, um über ein unmittelbares Feedback das eigene Handeln im Unterricht zu reflektieren. Nach ein paar Monaten übernehmen Sie selbständig den Fachunterricht in einer Klasse. Dann haben Sie bereits die volle Verantwortung für Ihr Fach und die jeweilige Klasse, müssen auch Klassenreisen begleiten sowie Elternabende abhalten oder an solchen teilnehmen.

Ihre eigenständigen Unterrichtseinheiten werden immer wieder durch Besuche von Fachlehrern begleitet. In anschließenden Lehrgesprächen erhalten Sie ein Feedback. Ergänzt wird der Vorbereitungsdienst durch Seminare an den Hochschulen oder Lehrerseminaren.

Wer sein Studium richtig plant, hat beim Zweiten Staatsexamen weniger Stress

Der Vorbereitungsdienst endet mit der Zweiten Staatsprüfung. Diese besteht aus praktischen Prüfungen im Lehrbetrieb und schriftlichen Prüfungen, die in jedem Bundesland und abhängig vom bereits erfolgten Abschluss (Master oder Erstes Staatsexamen) unterschiedlich geregelt sind.

Wegen der immer noch unterschiedlichen Umsetzung des Bologna-Prozesses sollten Sie Ihr Studium unbedingt spätestens nach dem Bachelor in dem Bundesland absolvieren, in dem Sie auch den Vorbereitungsdienst leisten möchten. Mindestens aber sollten Sie Ihr Studium nach dem Eckpunktepapier der Kultusministerkonferenz planen und umsetzen.

Denn je genauer Sie vor allem Ihren Master of Education sowie Ihre Studiennachweise mit den ECTS-Punkten planen, desto weniger Stress haben Sie mit den Prüfungen beim Zweiten Staatsexamen.

Warum eigentlich noch Staatsexamen? Ein historischer Exkurs

Erziehung ist zwar nach unserem Grundgesetz das Privileg der Eltern. Gleichwohl hat der Staat einen Bildungsauftrag, der in Artikel 7 des Grundgesetzes seinen Niederschlag findet: „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.“ Dieser Grundsatz manifestiert sich zunächst in der allgemeinen Schulpflicht eines jeden Kindes über zehn Schuljahre. Damit soll sichergestellt werden, dass eine ideologiefreie Wissensvermittlung stattfindet auf der Basis unserer staatlichen Grundordnung.

Nur Deutschland hat dieses strenge Schulwesen unter staatlicher Aufsicht, was vor allem der jüngeren deutschen Geschichte geschuldet ist, aber weiter zurückreicht. Nach dem Humboldt’schen Bildungsideal sollten Forschung und Lehre frei sein. Dieses Wissenschaftsprivileg erhielten die Hochschulen im 19. Jahrhundert auch. Aber bei bestimmten staatlichen Hoheitsaufgaben behielt sich der Staat vor, die Befähigung seiner künftigen Staatsdiener selber zu überwachen. Deshalb gibt es für Lehrer, Juristen und Mediziner sowie einige weitere Berufsgruppen am Ende der Ausbildung die Staatsexamina, bei denen nicht der Ausbildungsträger alleine die Leistung überwacht.

Im Grunde geht es dabei nicht ausschließlich um Kompetenz, sondern auch um Gesinnung und die charakterliche Eignung: Immerhin sollen Sie als Lehrer künftig die Kinder in die freiheitlich-demokratische Grundordnung des Staates einführen und sie zu engagierten Bürgern und Befürwortern unseres Grundgesetzes und seiner Werte erziehen. Und deshalb schaut sich der Staat seine Diener im Lehramt nicht nur im Vorbereitungsdienst genau an, sondern auch mithilfe des Strafregisters. Wer Vorstrafen hat, erhält unter Umständen vielleicht noch die Zulassung zum Vorbereitungsdienst. Geht es jedoch später um die feste Verbeamtung, werden noch strengere Maßstäbe angelegt.

Hierzu ein Zitat aus einem Schreiben des Bayerischen Kultusministeriums: „Vor der Übernahme eines Bewerbers in den staatlichen bayerischen Schuldienst fordert das Staatsministerium für Unterricht und Kultus zur Überprüfung seiner charakterlichen Eignung für den Lehrberuf in ständiger Verwaltungspraxis einen Auszug aus dem Bundeszentralregister an. Hierin sind auch solche Vorstrafen aufgeführt, die nicht in ein Führungszeugnis aufzunehmen sind. Demnach kann auch eine Vorstrafe unterhalb der Grenze von 90 Tagessätzen bei der Einstellungsentscheidung berücksichtigt werden.“ Im Zweifelsfall schaut die Behörde sogar in die schriftliche Urteilsbegründung, um die charakterliche Eignung zu prüfen.

Was soll der Vorbereitungsdienst – oder welche Fähigkeiten erlangt der Anwärter?

Sie stehen im Vorbereitungsdienst unter dem Damoklesschwert der Bewährung. Sie lernen, einen Unterricht schulform- und altersgerecht, fachlich sowie didaktisch angemessen zu planen, durchzuführen und darüber auch selbstreflexive Fachgespräche zu führen. Mit Praxismodulen lernen Sie, Ihre Fach- und Methodenkompetenzen zu erweitern. Sie trainieren einen Schulalltag, der nur zu weniger als der Hälfte wirklich aus Stoffvermittlung besteht. Sie müssen lernen, mit Ihrem eigenen Stress umzugehen. Sie müssen Moderator sein, Gruppenarbeit anleiten, Konflikte schlichten, individuelle Lernziele definieren, Konferenzen besuchen oder sogar leiten, Leistungen der Schüler einschätzen und letztlich bewerten.

Für einige Lehramtsanwärter ist diese individuelle Lernphase daher mit einem Praxisschock verbunden. Um diesen zu überwinden und in den Lehreralltag hineinzuwachsen, steht Ihnen im Vorbereitungsdienst Ihr Mentor zur Seite. Darüber hinaus dienen die Reflexionsphasen und die Seminare der Stärkung Ihres Selbstbewusstseins als Lehrer. Und Sie werden sehen: Wenn Sie die Vorbereitungszeit und die Zweite Staatsprüfung „überleben“, können Sie nicht nur in Ihrem Traumberuf als Lehrer arbeiten, sondern genießen auch noch die Sicherheit als Beamter mit allen Vorteilen – wie beispielsweise die Beihilfe.

Lehramtsanwärter sind keine Angestellte, sondern Beamte auf Widerruf

Vor Ihnen liegt eine Beamtenkarriere mit ihren ganz besonderen Rahmenbedingungen. Zunächst mal erhalten Sie als Anwärter ab dem Referendariat Anwärterbezüge. Diese liegen je nach Bundesland und persönlicher Situation bei bis zu 1.300 Euro brutto. Dabei haben Sie jedoch einen anderen Status als normale Angestellte. Der Staat zahlt für Sie nicht in die allgemeine Sozialversicherung ein. Daher haben Sie auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I, wenn Sie beispielsweise vorzeitig kündigen.

Auch gegen dauerhafte Dienstunfähigkeit sind Sie nicht abgesichert. Aber der Staat wirft Sie nicht gleich raus. Erst wenn Sie nicht mehr dienstfähig werden sollten, wird die Berufung zum Beamten auf Widerruf eben zurückgenommen. Dann hilft Ihnen in der Regel aber auch keine Dienstunfähigkeitsversicherung, denn diese haben längere Wartezeiten.

Der Dienstherr zahlt auch nicht in die Rentenversicherung ein. Denn im Ruhestand sind Sie Pensionär und erhalten Versorgungsbezüge als Beamter außer Dienst. Und selbst in die Krankenversicherung zahlt der Staat nicht ein. Denn mit der Beihilfe zahlt der Dienstherr im Rahmen seiner Fürsorgepflicht einen Teil Ihrer Krankenkosten.

Und damit ändert sich einiges – vor allem bei Ihrer Krankenversicherung. Bei ledigen Beamten übernimmt die Beihilfestelle auf Antrag 50 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen. Das sind alle Kosten für Arztbesuche, Arzneimittel, Krankenhausaufenthalte und Reha-Heilmittel. Auch für Ehe- und Lebenspartner zahlt die Beihilfe je nach den Bemessungssätzen der Bundesländer 70 Prozent, für Kinder 80 Prozent der Kosten.

Was das genau für Sie und Ihre Familie bedeutet, lesen Sie in unserem Text über die Beihilfeberechtigung. Den Rest müssen Sie als Beamter auf Widerruf seit 2009 über eine sogenannte Restkostenversicherung selber tragen.

Private oder Gesetzliche Krankenversicherung für Referendare?

Um in den vollen Genuss der Beihilfe zu kommen, sollten Sie Ihre Krankenversicherung neu ordnen. Denn die meisten Studierenden waren bisher über ihre Eltern in einer Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Prinzipiell können Sie natürlich auch als Referendar in der GKV verbleiben. Allerdings verschenken Sie dann einen Großteil Ihres Beihilfeanspruchs.

Denn die GKV kennt nur Vollleistungstarife, in die Beamte dann Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile selber einzahlen müssen. Und da die GKV praktisch alle Aufwendungen übernimmt, zahlen die Beihilfestellen nur noch in sehr wenigen Fällen.

Deshalb ist es ratsam, dass Sie sich als Lehramtsanwärter eine private Krankenversicherung auswählen, die spezielle Tarife für Referendare anbietet. Diese versichert dann nur die Anteile und zahlt sie auch, die die Beihilfe nicht übernimmt.

PKV bietet Restkostenversicherungen als ideale Ergänzung der Beihilfe

Eine Restkostenversicherung von der PKV ist eine Ergänzung zu Ihrem Beihilfeanspruch, anstatt ihn wie eine Vollversicherung in der GKV zu ersetzen. Die am Markt verfügbaren Tarife der Restkostenversicherung passen sich flexibel an den Beihilfebemessungssatz in Fünf-Prozent-Schritten an. Während Sie als Beamter auf Widerruf selber einen Tarif auf 50 Prozent Beihilfe-Bemessungssatz abschließen, erhalten Sie für Ihre Familienangehörigen angepasste Tarife je nach deren Satz.

Entsprechend günstig sind die monatlichen Beitragszahlungen. Wenn Sie es genau wissen wollen, lesen Sie unseren Artikel über die Private Krankenversicherung für Lehramtsanwärter. Dort haben wir auch Rechenbeispiele aufbereitet.

Fazit:

  • Lehramtsanwärter sind für die Zeit ihres Referendariats Beamte auf Widerruf.
  • Beamte auf Widerruf müssen seit 2009 eine Krankenversicherung abschließen, die neben der Beihilfe die Restkosten übernimmt.
  • Die privaten Krankenversicherer bieten besonders günstige Tarife, die nur die Differenz zur Beihilfe abdecken.

Nutzen Sie jetzt unsere weitergehenden Informationen über die Private Krankenversicherung für Lehramtsanwärter. Informieren Sie sich über die Beihilfeberechtigung für sich selber und Ihre Ehe- und Lebenspartner sowie Ihre Kinder: Mit unserem Beihilferechner ermitteln Sie mit wenigen Klicks Ihren Beihilfeanspruch und den Ihrer Familie.

Vergleichen Sie die Tarife der Continentale Krankenversicherung e.G. für Referendare mit anderen Anbietern.

Letzte Aktualisierung: 07.12.2015




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In unseren Glossartexten erläutern wir für Sie ein paar Grundbegriffe rund um unser Gesundheitssystem und FachBeihilfebegriffe, die immer wieder in unseren Texten auftauchen. Beihilferatgeber-Glossar