Der Weg zum Titel Assessor juris

Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen können Sie als Volljurist den Berufstitel „Assessor juris“ führen. Der Weg dorthin ist steinig und durch viele Schlaglöcher geprägt. Nur die wenigsten schaffen zwei Staatsexamen mit der Note „vollbefriedigend“ und haben die Aussicht, als Richter oder Staatsanwälte zu arbeiten.

Was kostet Ihre Krankenversicherung?
Hier erfahren Sie:
  • Was die Beihilfe für Sie und Ihre Angehörigen zahlt
  • Was Sie mit einer Restkostenversicherung absichern müssen
  • Was eine Restkostenversicherung der Continentale kostet

Das Studium der Rechtswissenschaften befähigt zu vielen verschiedenen Berufen und Titeln. Volljuristen mit zwei Prädikatsexamina gehören zu den Spitzenverdienern unter den Beamten in der Verwaltung. Noch besser verdienen Sie in der deutschen Wirtschaft. Aber vor dem sechsstelligen Jahresgehalt liegt ein hartes Studium, das Sie nur mit Fleiß und Glück bestehen können. Während der neun Semester Regelstudienzeit, die die wenigsten einhalten, müssen Sie nach den kleinen Scheinen die Zwischenprüfung ablegen, drei Pflichtpraktika absolvieren sowie die großen Scheine bestehen.

Das erste juristische Staatsexamen gehört zu den härtesten Prüfungen aller Studiengänge. Die überwältigende Mehrheit bringt es nur zu einer befriedigenden Note. Zudem liegt die Durchfallquote je nach Bundesland zwischen 20 und über 50 Prozent. Eine Bewertung mit „vollbefriedigend“ oder besser erreichen je nach Bundesland nur 5 bis 25 Prozent eines Jahrgangs. Vollbefriedigend beginnt auf einer Punkteskala von 0 bis 18 ab 9,00 Punkte. Schon ein „befriedigend“, das zwischen 6,5 und 8,99 Punkten liegt, ist eine anständige Leistung.

Nur 10 bis 15 Prozent der Juristen schaffen das erste und zweite Staatsexamen mit vollbefriedigend. Ihnen winkt dann eine Karriere als Richter oder Staatsanwälte mit einem attraktiven Gehalt und Beihilfeanspruch.

Im Referendariat beginnt die praktische Ausbildung

Das juristische Referendariat dauert zwei Jahre. In dieser Zeit befinden Sie sich anders als früher in einem öffentlich-rechtlichen Angestelltenverhältnis. Es ist unterteilt in vier Pflichtstationen und mindestens eine Wahlstation. Zur Pflicht gehören die Stationen in der Zivilrechtspflege, die Sie in der Regel bei einer Zivilkammer unter der Anleitung eines Richters verbringen. Bei der Strafrechtspflege können Sie sowohl bei der Staatsanwaltschaft als auch bei einem Senat für Strafsachen praktizieren.

Allerdings werden Sie kein Beisitzer in einer Kammer und „sitzen“ auch nicht „zu Gericht“. In der Regel arbeiten Sie als Gehilfe einem Richter zu, erstellen Gutachten, recherchieren Sachverhalte. Nach dem Gerichtsverfassungsgesetz kann Ihnen aber der aufsichtführende Richter oder Staatsanwalt Aufgaben bei Gericht zuweisen. So dürfen Sie eine zivilrechtliche Beweisaufnahme durchführen oder sogar die Staatsanwaltschaft bei einer Hauptverhandlung vertreten.

Wahlstation bereits zur Spezialisierung nutzen

Die dritte Pflichtstation führt Sie in die Verwaltung. Hier können Sie wählen, ob Sie an einem Verwaltungsgericht oder bei einer Behörde tätig sein möchten. Im vierten Pflichtteil arbeiten Sie bei einer Anwaltsgesellschaft. In manchen Bundesländern ist diese Station zweigeteilt; einen Teil verbringen Sie vor und einen Teil nach der Verwaltungsstation beim Anwalt.

Die Wahlstation suchen Sie sich selber aus. Hier können Sie bereits die Weichen für Ihre spätere berufliche Spezialisierung stellen. Wenn Sie beispielsweise wissen, dass Sie in einer Behörde als Assessor juris arbeiten möchten, sollten Sie sich die Wahlstation bei einer Landes- oder Bundesbehörde sichern.

Begleitend zu den praktischen Einsätzen wirken Sie an Arbeitsgemeinschaften mit, die in der Regel bei einem Landgericht zu den besuchten Pflichtstationen stattfinden. Gegen Ende des Referendariates beginnt die zwei juristische Staatsprüfung. Vor der Wahlstation schreiben Sie acht bis elf jeweils fünfstündige Klausuren. Nach der Wahlstation folgt eine mündliche Prüfung. Hierfür müssen Sie einen Aktenvortrag aus einer Ihrer Stationen halten.

Nach dem zweiten Staatsexamen sind Sie Volljurist und führen den Titel Assessor juris

Wenn Sie vom Justizprüfungsamt Ihres Bundeslandes die Ergebnisse mitgeteilt bekommen und bestanden haben, dürfen Sie sich Assessor juris nennen. Dieser Titel weist Sie nun als Volljurist aus und Sie haben damit die Befähigung zum Richteramt erworben. Andere juristische Studienabsolventen mit einem Master dürfen diesen Titel nicht führen. Als Assessor juris sind Sie jedoch noch kein Anwalt oder Richter oder Staatsanwalt. Diese Titel erhalten Sie durch Berufung zum Richter eines Gerichtes oder mit Ihrer Einstellung als Staatsanwalt. Für den Anwaltsberuf müssen Sie eine Zulassung bei der örtlichen Rechtsanwaltskammer beantragen.

Beamte können nicht Anwalt sein – sie haben aber einen Beihilfeanspruch

Als Beamter können Sie nicht gleichzeitig als Anwalt zugelassen sein. Denn Sie stehen als Richter, Staatsanwalt und auch als Assessor juris in einer Behörde oder einer Verwaltung in einem besonderen Treueverhältnis zu Ihrem Dienstherrn. Der Staat seinerseits verspricht Ihnen aber mit der Berufung in ein Beamtenverhältnis auf Probe die lebenslange Versorgung, wenn Sie Ihre Pflichten erfüllen.

Ein wichtiger Bestandteil dieser lebenslangen Alimentierung drückt sich neben dem guten Gehalt in der Beihilfe aus. Hiermit trägt der Dienstherr mindestens 50 Prozent Ihrer medizinisch notwenigen Ausgaben. Auch für Ihre Familie sorgt der Staat mit der Beihilfe, die für Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder auf bis zu 70 Prozent steigt.

Für die Restkosten müssen Sie eine Krankenversicherung abschließen. In einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) allerdings verzichten Sie auf Ihren Beihilfeanspruch, weil die GKV nur Vollkostenversicherungen anbietet. Besser ist es, wenn Sie eine private Krankenversicherung (PKV) auswählen, die mit speziellen Beamtentarifen nur die Restkosten absichert. Entsprechend günstig sind die Beiträge. Bei der Continentale können Sie Ihre Beiträge ganz bequem online berechnen. Nutzen Sie dafür den Beihilferechner.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag über „Die Private Krankenversicherung für Probe-Richter und Assessoren“.

Letzte Aktualisierung: 27.02.2017




Gewünschte Information nicht gefunden?
Schauen Sie in unser Glossar
In unseren Glossartexten erläutern wir für Sie ein paar Grundbegriffe rund um unser Gesundheitssystem und FachBeihilfebegriffe, die immer wieder in unseren Texten auftauchen. Beihilferatgeber-Glossar