Was sind Generika und warum gibt es Festbeträge?

Bei Medikamenten wollen die Dienstherren in Bund und Ländern Kosten sparen und den Preisanstieg eindämmen. Deshalb haben sie für viele Arzneimittel Festbeträge bestimmt. Beihilferatgeber.de erklärt, was das für Sie bedeutet und welche Rolle günstige Generika dabei spielen.

Originalpräparate mit einer hohen Markenbekanntheit dürfen nach Wegfall der Patente von anderen Pharmaherstellern kopiert werden. Diese Medikamente nennt man dann Generika. Sie unterliegen genauso wie die Markenprodukte strengsten Auflagen und Zulassungskriterien. Sie sind wirkungsäquivalent. Das bedeutet, dass sie wie das Ursprungsmedikament wirken; aber dafür kosten sie teilweise nur die Hälfte.

Zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen wurden Festbeträge eingeführt

Um den Anstieg der Arzneimittelpreise zu stoppen, hat der Bund bereits 1988 mit dem Gesundheitsreformgesetz die Festbetragsregelungen eingeführt. Inzwischen haben auch alle Bundesländer entsprechende Vorschriften erlassen. Sie führen dazu, dass Beihilfeberechtigte für Arzneimittel nur noch Beihilfe für Aufwendungen bis zu einem bestimmten Höchstbetrag bekommen. Dieser Festbetrag entspricht häufig dem Preis für ein Generikaprodukt. Bestehen Sie nun aber darauf, das Originalpräparat zu erhalten, müssen Sie den Rest aus der eigenen Tasche bezahlen.

Für Arzneimittel mit Festbetrag gibt es wirkungsäquivalente Alternativen

Festbeträge gibt es allerdings nur für Wirkstoffgruppen, für die es günstigere Alternativen gibt. Das heißt: Es handelt sich um Medikamente auf dem Markt, die denselben Wirkstoff enthalten, pharmakologisch-therapeutisch vergleichbare Wirkstoffe oder solche mit therapeutisch vergleichbarer Wirkung.

Generika sind nicht immer identisch mit Originalmedikamenten

GenerikaGenerika werden auch Nachahmerpräparate genannt. Sie kopieren ein Markenprodukt, dessen Patentschutz abgelaufen ist. Das Generikum enthält den gleichen Wirkstoff und soll therapeutisch gleichwertig sein, kann sich aber, was Herstellungsverfahren und Hilfsstoffe angeht, vom Original deutlich unterscheiden. Weil keine Entwicklungskosten für einen neuen Wirkstoff entstehen, ist das Generikum deutlich billiger als das Originalpräparat.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten

Stehen Medikamente noch unter Patentschutz und sind sie medizinisch nachweislich besser als andere Arzneimittel, wird dafür auch kein Festbetrag festgelegt. Denn die Festbetragsregelungen dienen nicht dazu, den Arzt in seiner Therapiefreiheit zu beschränken und Verordnungen auszuschließen. Dennoch: Reden Sie offen mit Ihrem Arzt über dieses Thema und besprechen Sie mit ihm, ob kostengünstige Alternativen zur Verfügung stehen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Generika sind Medikamente, die den gleichen Wirkstoff enthalten wie Originalpräparate, deren Patenschutz abgelaufen ist.
  • Generika sind wesentlich günstiger als Originalmedikamente.
  • Festbeträge gibt es für Arzneimittel-Wirkstoffgruppen, für die es gleichwertige Alternativen auf dem Markt gibt.
  • Für Medikamente, die noch unter Patentschutz stehen und die medizinisch nachweislich besser sind, gibt es keine Festbeträge.
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