Tipps bei langer Bearbeitungszeit von Beihilfeanträgen

Besonders zu Jahresbeginn und in den Sommerferien ist die Bearbeitungszeit für Beihilfeanträge oft lang. Doch Sie können vorsorgen, um Ihre finanzielle Belastung so gering wie möglich zu halten. Unsere Tipps finden Sie hier.

Beamte gelten wegen teilweise großzügiger Beihilferegelungen als bevorzugt im deutschen Gesundheitssystem. Und die meisten Beamten haben ihre Restkostenversicherung auch bei einer privaten Krankenversicherung abgeschlossen und genießen die Vorzüge als Privatpatient. Viele der Beihilfeberechtigten stöhnen dennoch: Sie spüren die Nachteile des Systems. Denn sie können ihre Arzt- und Apothekenrechnungen erst nach der Behandlung bei der Beihilfestelle einreichen.

Danach warten sie oft wochenlang, bis die ihnen zustehende Beihilfe tatsächlich ausgezahlt wird. In der Zwischenzeit müssen sie ihre Behandlungen zunächst aus der eigenen Tasche vorfinanzieren. Für viele Beamte ist das eine schwere finanzielle Belastung. Denn die Bearbeitungszeit für Beihilfeanträge kann lange dauern. Im Idealfalle sind es nur zehn Arbeitstage, aber es können auch Wochen vergehen, bis ein Beihilfebescheid im Briefkasten liegt.

Rechnen Sie mit Bearbeitungsdauer von vier Wochen

Umstrukturierungen, krankheitsbedingte Personalengpässe und saisonale Spitzen im Antragsaufkommen verzögern die Bearbeitung von Beihilfeanträgen immer wieder. Besonders zu Jahresbeginn und in den Sommerferien stapeln sich die Anträge in den Beihilfestellen. Denn viele Beamte nutzen die freien Tage für lästigen Papierkram. Baden-Württemberg beispielsweise verzeichnete in den ersten beiden Wochen des Jahres 2015 nach eigenen Angaben täglich 6.500 eingehende Anträge. Die Bearbeitungszeit stieg dort auf vier Wochen.

Abschlagzahlungen gibt es nur ausnahmsweise

Tipps bei langer Bearbeitungszeit von Beihilfeanträgen

Ist die Bearbeitungszeit für den Beihilfeantrag länger als das Zahlungsziel des Arztes, müssen Sie als Beamter in Vorleistung treten. Im Fall von Krankenhausbehandlungen können die Kosten in die Tausende gehen. Das Verwaltungsrecht bietet Ihnen in dieser Situation wenig Hilfe. Zwar sieht es eine sogenannte Untätigkeitsklage vor. Die können Sie erheben, wenn eine Behörde einen Antrag ohne triftigen Grund nicht bearbeitet. Allerdings beträgt die Frist dafür mindestens drei Monate. Nur in Ausnahmefällen kann eine Untätigkeitsklage schon früher geboten sein.

Auch Abschlagszahlungen werden von den Beihilfestellen nur in wenigen Ausnahmefällen gewährt. Etwa im Fall von Pflegeleistungen, die über einen längeren Zeitraum erbracht werden oder für Medikamente, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig benötigt werden. Selbst in diesen Fällen gibt es nur ausnahmsweise einen Vorschuss, wenn die Beihilfefähigkeit nicht in Zweifel steht. Bei einmaligen Aufwendungen kommt ein Vorschuss dagegen nicht in Betracht.

Vereinbaren Sie längere Zahlungsziele mit Ihrem Arzt

Die Beihilfestellen geben jedoch auch Tipps, wie Sie Ihren Beihilfeantrag so vorbereiten können, dass die Bearbeitungszeit so kurz wie möglich ausfällt. Dazu gehört, auf feste Klammerbindungen zu verzichten, vollständig und leserlich ausgefüllte Anträge abzugeben sowie die Belege schon vorzusortieren.

Doch all das hilft bei einer auftretenden Antragsflut wenig. Viele Ärzte haben zudem in den letzten Jahren ihr regelmäßiges Zahlungsziel auf 14 Tage nach Rechnungsstellung verkürzt. Das setzt Beamte gerade bei teuren Behandlungen zusätzlich unter Druck. Unser Tipp daher: Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem behandelnden Arzt über Zahlungsmodalitäten, die für Sie tragbar sind. Vereinbaren Sie zum Beispiel eine Frist von mindestens 30 Tagen, bevor Sie die Arztrechnung tatsächlich zahlen müssen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Die Bearbeitungszeit für Beihilfeanträge beträgt bis zu vier Wochen.
  • Zu Jahresbeginn und während der Sommerferien sind die Bearbeitungszeiten besonders lang.
  • Untätigkeitsklage können Sie erst nach drei Monaten erheben.
  • Abschlagszahlungen gibt es nur ausnahmsweise.
  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Arzt ein Zahlungsziel von mindestens 30 Tagen.

 

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In unseren Glossartexten erläutern wir für Sie ein paar Grundbegriffe rund um unser Gesundheitssystem und FachBeihilfebegriffe, die immer wieder in unseren Texten auftauchen. Beihilferatgeber-Glossar