Sind ambulante Rehabilitationsmaßnahmen beihilfefähig?

Ambulante Rehamaßnahmen sind nur noch für aktive Beamte beihilfefähig. Warum das so ist und woran Sie denken sollten, wenn Ihr Arzt eine solche Behandlung vorschlägt, lesen Sie hier.

Der Begriff „ambulante Reha“ schafft Verwirrung. Denn dabei handelt es sich keineswegs um Behandlungen, zu denen man kurz in eine Praxis und dann wieder nach Hause fährt. Ambulante Rehamaßnahmen finden in einem anerkannten Kurort statt, der durch seine natürlichen Gegebenheiten für diese Art der Heilbehandlung besonders geeignet ist. Was die Bundesbeihilfeverordnung (BBhV) und viele entsprechende Beihilfeverordnungen der Länder nämlich heute „ambulante Rehabilitationsmaßnahme“ nennen, hieß früher landläufig Kur.

Ambulante Rehamaßnahmen gibt es nur für aktive Beamte

Solche ambulanten Rehamaßnahmen oder Kuren gibt es im Bund und in den allermeisten Bundesländern nur noch für aktive Beamte selbst. Berücksichtigungsfähige Angehörige und auch Beamte im Ruhestand bekommen keine Beihilfe mehr für diese Art der Heilbehandlung. Denn eine ambulante Reha dient der Erhaltung oder Wiederherstellung der Dienstfähigkeit.

Hotelkosten zahlen Beamte aus eigener Tasche

Ambulant ist die Kur deshalb, weil die Beihilfe nur noch die Kosten der Behandlung selbst übernimmt. Unterkunft und Verpflegung muss der aktive Beamte zum größten Teil selbst bezahlen. Dafür gibt es nur geringe Zuschüsse, die von Dienstherr zu Dienstherr verschieden hoch ausfallen. Für Bundesbeamte sind das gerade einmal 16 Euro täglich.

Das unterscheidet sie von den stationären Rehamaßnahmen: Dank Kostendämpfungspauschale, Eigenbehalt und weiteren Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen sind auch hier nicht mehr alle Aufwendungen voll beihilfefähig. Allerdings ist der Zuschuss bei stationärer Behandlung für Unterbringung und Verpflegung deutlich größer als bei der ambulanten Rehabilitation.

Ambulante Rehamaßnahmen müssen vorher genehmigt werden

Wichtig: Eine Kur müssen Sie vorher beantragen. Dafür muss Ihnen zunächst Ihr Arzt bescheinigen, dass eine ambulante Reha notwendig ist. Diese Verschreibung muss dann ein Amtsarzt nach einer entsprechenden Untersuchung bestätigen. Erst wenn die Beihilfestelle daraufhin die ambulante Reha genehmigt hat, dürfen Sie fahren.

Achtung: Selbst wenn die Beihilfestelle ihr Okay gegeben hat, sollten Sie sich bei Ihrer Krankenversicherung erkundigen, welche Regeln bei ihr zu diesem Thema gelten. Abhängig von Ihrem gewählten Tarif können die Leistungen unterschiedlich hoch ausfallen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Ambulante Rehamaßnahmen finden in anerkannten Kurorten statt, früher wurden sie Kur genannt.
  • Nur für aktive Beamte sind ambulante Rehabilitationsmaßnahmen noch beihilfefähig.
  • Beihilfe gibt es für die medizinische Behandlung, die Kosten der Unterkunft und Verpflegung sind nur zu einem kleinen Teil beihilfefähig.
  • Bevor Sie zur Kur fahren, müssen Sie die Kur vom der Beihilfestelle genehmigen lassen.
  • Erkundigen Sie sich auch bei Ihrer Krankenversicherung, welche Leistungen sie bei dem von Ihnen gewählten Tarif übernehmen wird.
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