Krankenhausaufenthalt im Ausland: Was muss ich tun, um für die Rechnung Beihilfe zu bekommen?

Die Fürsorgepflicht Ihres Dienstherrn gebietet es: Wenn Sie im Ausland ins Krankenhaus müssen, bekommen Sie dafür in der Regel auch Beihilfe. Egal, ob im Urlaub oder auf einer Dienstreise. Ganz so einfach wie sonst bekommen Sie Ihr Geld jedoch nicht. Beihilferatgeber.de verrät, wo die Tücken liegen.

Wenn Sie im Ausland ins Krankenhaus müssen, kommt es auf Ihren Dienstherrn an, ob und für welche Aufwendungen Sie Beihilfe bekommen. Das ist nämlich von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die Unterschiede beschränken sich allerdings auf kleine Details.

In einem sind sich alle Dienstherren einig: Aufwendungen für Leistungen in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union sind wie in Deutschland entstandene Aufwendungen zu behandeln – soweit sie notwendig und angemessen waren. Denn stationäre Behandlungen, die in Deutschland grundsätzlich nicht beihilfefähig gewesen wären, sind es im EU-Ausland natürlich auch nicht.

Anders liegt der Fall, wenn Sie sich außerhalb der EU in einem Krankenhaus behandeln lassen. Bayern zum Beispiel erstattet seinen Beamten gar nichts, wenn sie sich privat außerhalb Europas bewegen und sich behandeln lassen müssen. Die meisten Bundesländer und der Bund sind großzügiger, deckeln in diesen Fällen jedoch die Kosten: Aufwendungen sind nur in der Höhe beihilfefähig, wie sie auch in Deutschland anerkannt sind. Dazu führt die Beihilfestelle einen Kostenvergleich zwischen den im Ausland entstandenen Kosten und denen in hiesigen Krankenhäusern durch.

Belege des Krankenhauses müssen übersetzt werden

Krankenhausaufenthalt im AuslandUm Beihilfe für Krankenhausbehandlungen im Ausland zu erhalten, müssen Sie Ihrem Antrag Belege beifügen. Sind die Originalbelege in einer Fremdsprache, müssen Sie sie übersetzen lassen. Die Kosten für diese Übersetzungen, die durch den Beihilfeberechtigten veranlasst werden, sind übrigens nicht beihilfefähig.

 Tipp
Zum Beispiel der Bund verlangt Übersetzungen nur für Rechnungen über 1.000 Euro. Erkundigen Sie sich deshalb vorher bei Ihrer Beihilfestelle, wie genau die diesbezüglichen Regelungen in Ihrem Bundesland sind.

Ausländische Belege sollten alle wichtigen Informationen enthalten

Ein weiteres Problem: Die Belege müssen die Informationen beinhalten, die es der Beihilfestelle ermöglichen, gegebenenfalls Vergleichsberechnungen zu den hiesigen Gebührenordnungen (GOÄ/GOZ) anzustellen. Es muss zum Beispiel die Art der Behandlung bezeichnet sein. Entsprechen die Belege nicht den im Inland geltenden Anforderungen, gibt das Probleme.

Thüringen zum Beispiel legt für diesen Fall in seinen Ausführungsvorschriften fest, dass die Festsetzungsstelle nach billigem Ermessen die Angemessenheit der Aufwendungen feststellen kann, wenn der Beihilfeberechtigte mindestens eine Bescheinigung des Krankheitsbildes und der ungefähr erbrachten Leistungen vorlegt. Achten Sie also besser von Anfang an darauf, dass das Krankenhaus alle relevanten Informationen in die Rechnung mit aufnimmt.

Kompliziert wird es auch, wenn die Krankenhausrechnung nicht in Euro ausgestellt ist. Dann gilt der amtliche Devisen-Wechselkurs in Euro am Tag der Beihilfefestsetzung – es sei denn, Sie können den tatsächlichen Wechselkurs nachweisen – zum Beispiel durch eine Umtauschbestätigung der Bank.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Aufwendungen für Krankenhausbehandlungen im EU-Ausland sind genauso beihilfefähig wie in Deutschland entstandene Aufwendungen.
  • Bei Behandlungen im Krankenhaus außerhalb der EU findet in der Regel ein Kostenvergleich mit dem hiesigen Gesundheitssystem statt.
  • Originalbelege in einer Fremdsprache müssen im Zweifel übersetzt werden. Die Übersetzungskosten sind nicht beihilfefähig.
  • Achten Sie darauf, dass Belege alle wichtigen Informationen über Krankheitsbild und Behandlungen enthalten.
  • In der Regel gilt der Wechselkurs am Tag der Beihilfefestsetzung.
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In unseren Glossartexten erläutern wir für Sie ein paar Grundbegriffe rund um unser Gesundheitssystem und FachBeihilfebegriffe, die immer wieder in unseren Texten auftauchen. Beihilferatgeber-Glossar