Zahnspange: Bekomme ich dafür noch Beihilfe?

Für kieferorthopädische Behandlungen wie Zahnspangen und Co. bekommen Beamte für sich und ihre Kinder nur unter engen Voraussetzungen Beihilfe. Was Sie tun müssen, damit Ihre Kosten erstatt werden, erfahren Sie hier.

 

Kieferorthopädische Behandlungen wie Zahnspangen gehören zu den Leistungen, die nach den beihilferechtlichen Vorschriften im Bund und in den Ländern beihilfefähig sind. Doch auch hier haben die Dienstherren wie bei vielen zahnärztlichen Leistungen wegen der Kostensteigerungen im Gesundheitswesen einen Riegel vorgeschoben.

Kinder und Jugendliche bekommen Beihilfe für Zahnspange & Co.

Hat Ihr Kind bei Beginn der kieferorthopädischen Behandlung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet, bekommen Sie dafür Beihilfe. Was für Kinder und Jugendliche relativ unproblematisch genehmigt wird, ist für Erwachsene nicht mehr ohne weiteres beihilfefähig. Patienten, die älter als 18 Jahre sind, bekommen nur noch dann einen Zuschuss, wenn eine schwere Kieferanomalie besteht und eine kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlung notwendig ist. Das kann zum Beispiel bei angeborenen Fehlbildungen oder nach schweren Unfällen zutreffen. In wenigen Bundesländern wie zum Beispiel Bayern sind für Erwachsene auch reine kieferorthopädische Behandlungen beihilfefähig, wenn in besonderen Ausnahmefällen nach einem zahnärztlichen Gutachten eine solche medizinisch ausreichend ist. Keine weiteren Einschränkungen der Beihilfefähigkeit gibt es für Beamte auf Widerruf.

Festsetzungsstelle muss Heil- und Kostenplan zustimmenZahnspange

Egal ob Jugendliche oder Erwachsene: Bevor Sie mit der Behandlung beginnen, müssen Sie der zuständigen Beihilfestelle unbedingt einen Heil- und Kostenplan vorlegen. Erst wenn die Festsetzungsstelle zugestimmt hat, kann es losgehen.

Die kieferorthopädischen Behandlungen sind für eine Regelbehandlungsdauer von bis zu vier Jahren veranschlagt. Ist der Patient bei Behandlungsbeginn noch unter 18 Jahren, dann bleibt die genehmigte Behandlung auch nach dem 18. Geburtstag beihilfefähig. Ist eine längere Behandlungsdauer nötig, muss ein neuer Heil- und Kostenplan vorgelegt werden.

Achtung: Dieser neue Plan muss unbedingt rechtzeitig, das heißt im letzten Quartal vor Ablauf der ursprünglich angesetzten Behandlungsdauer, vorgelegt werden.

Wechsel des Kieferorthopäden kann Probleme verursachen

Wird die Behandlung auf Wunsch des Beihilfeberechtigten abgebrochen oder der Kieferorthopäde gewechselt, ohne dass es hierfür einen Grund gibt, bleiben nur die Aufwendungen beilhilfefähig, die nach dem genehmigten Heil- und Kostenplan noch nicht abgerechnet sind. Veranlasst zum Beispiel der neue Kieferorthopäde Gebissabdrücke oder Röntgenaufnahmen, die im Rahmen der Behandlung bereits angefertigt und abgerechnet wurden, dann muss der Patient diese Leistungen selber zahlen.

Ist der Behandlungsabbruch oder der Wechsel des Arztes aus medizinischen Gründen oder wegen eines Umzugs, der eine Weiterbehandlung unmöglich macht, erfolgt, sind diese zusätzlichen Leistungen ebenfalls beihilfefähig.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bekommen Beihilfe für kieferorthopädische Leistungen.
  • Erwachsene über 18 Jahren erhalten nur unter engen Voraussetzungen Beihilfe für kieferorthopädische Behandlungen.
  • Die Festsetzungsstelle muss vor Beginn der kieferorthopädischen Behandlung einem Heil- und Kostenplan zustimmen.
  • Kieferorthopädische Behandlungen werden für eine Regelbehandlungsdauer von bis zu vier Jahren bewilligt.
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