Was muss ich beachten, wenn ich Rezepte bei der Beihilfestelle einreiche?

Um Beihilfe zu bekommen, müssen Sie Ihre beihilfefähigen Aufwendungen belegen. Bei Arznei- und Heilmittels geschieht dies am einfachsten mit Rezepten Ihres Arztes. Wie die aussehen müssen, erfahren Sie hier.

Ihr Dienstherr gewährt Ihnen Beihilfe für beihilfefähige Aufwendungen, die medizinisch notwendig und angemessen sind. Das prüft die Beihilfestelle, wenn Sie einen Antrag auf Beihilfe stellen. Grundlage dieser Prüfung sind Belege, die die Beihilfeberechtigten ihrem Beihilfeantrag beifügen müssen. Aus ihnen muss nicht nur ersichtlich sein, wie hoch Ihre Aufwendungen waren. Um prüfen zu können, ob Ihre Aufwendungen tatsächlich beihilfefähig sind, muss die Beihilfestelle auch wissen, wofür Sie Geld ausgegeben haben und wann.

Der verordnende Arzt muss erkennbar sein

RezeptGeht es um ein beihilfefähiges Arzneimittel, das Ihnen der Arzt verschrieben hat, beantwortet ein Rezept alle Fragen der Beihilfestelle. Besonders bei Privatrezepten, die oft nicht auf standardisierten Formularen ausgestellt werden, sollten Sie aber darauf achten, dass tatsächlich alle notwendigen Informationen enthalten sind. Mindestens müssen daher der Name und das Geburtsdatum des Patienten enthalten sein. Auch der ausstellende Arzt muss mit Name, Anschrift und Unterschrift zu identifizieren sein. Außerdem gehören Ort und Ausstellungsdatum zu den notwendigen Angaben.

Achtung: Pharmazentralnummer!

Besonders wichtig: Das verordnete beihilfefähige Arzneimittel muss eindeutig zu identifizieren sein. Das geschieht durch die Pharmazentralnummer (PNZ). Mit dieser achtstelligen Nummer wird ein Medikament nach Bezeichnung, Darreichungsform, Wirkstoffstärke und Packungsgröße eindeutig gekennzeichnet.

Apothekenkennzeichen für die Durchsetzung von Arzneimittelrabatten

Seit 2011 muss ein Rezept aber noch mehr Informationen enthalten, die das Gesetz über die Gewährung von Rabatten für Arzneimittel normierte. Es verhalf den Beihilfeträgern genauso wie den gesetzlichen Krankenkassen zu dem Anspruch, sich von Pharmaunternehmen Arzneimittelrabatte einräumen zu lassen. Dadurch sollen die Haushalte entlastet werden.

Dafür muss seitdem auch das Apothekenkennzeichen auf dem Rezept aufgedruckt sein. Ist das nicht der Fall, schickt die Beihilfestelle das Rezept zurück und bittet Sie, die Nummer nachzutragen. Um die Bearbeitungszeit so kurz wie möglich zu halten und sich unnötige Wege zu ersparen, sollten Sie schon beim Einkauf in der Apotheke darauf achten.

Senden Sie keine Originale!

Rezepte für beihilfefähige Arznei- und Heilmittel sollten Sie nur als Kopie einreichen, denn sie werden Ihnen nicht zurückgeschickt. Die Beihilfestelle muss die Belege nämlich aufbewahren, damit die Pharmafirmen sie im Zweifel durch einen Treuhänder prüfen lassen können. Als Beihilfeberechtigter sollten Sie Rezepte daher in Originalgröße und deutlich lesbar kopieren. Außerdem sollten Sie nicht mehrere Belege zusammenfassen, sondern jedes Rezept auf ein Blatt kopieren. Die Originale sollten Sie am besten noch drei Jahre aufbewahren, bevor Sie sie vernichten.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Das Rezept muss den Patienten, den verordnenden Arzt und das Datum der Verschreibung enthalten.
  • Auf dem Rezept muss für jedes beihilfefähige Arzneimittel die Pharmazentralnummer (PZN) angegeben sein.
  • Um sich von den Pharmafirmen Arzneimittelrabatte einräumen zu lassen, benötigt die Beihilfestelle das Apothekenkennzeichen.
  • Originalrezepte sollten Sie behalten. Reichen Sie ausschließlich gut lesbare Kopien ein.
Gewünschte Information nicht gefunden?
Schauen Sie in unser Glossar
In unseren Glossartexten erläutern wir für Sie ein paar Grundbegriffe rund um unser Gesundheitssystem und FachBeihilfebegriffe, die immer wieder in unseren Texten auftauchen. Beihilferatgeber-Glossar