Zahlt die Beihilfe auch Osteopathie-Behandlungen?

Osteopathie ist keine Heilbehandlung im klassischen Sinne. Dennoch ist sie als Leistung von Heilpraktikern in vielen Fällen beihilfefähig. Was genau gilt, erfahren Sie hier.

Grundsätzlich bekommen Beamte Beihilfe für Behandlungen, die notwendig und wirtschaftlich angemessen sind. Was das konkret bedeutet, regeln die Beihilfeverordnungen von Bund und Ländern. Der Bund beispielsweise regelt in eigenen Anlagen zur Beihilfeverordnung, wer Heilbehandlungen in seiner Praxis durchführen darf (zum Beispiel Physiotherapeuten und Masseure) und welche Behandlungen von der Beihilfestelle anerkannt werden. Osteopathie gehört nicht zu diesen Heilbehandlungen.

OsteopathieLeistungen von Heilpraktikern und Heilpraktikerinnen sind beihilfefähig

Allerdings haben sich Bund und die allermeisten Bundesländer entschieden, nicht nur Behandlungen als beihilfefähig anzuerkennen, die ein klassischer Arzt verordnet hat. Grundsätzlich bekommen Beamte auch die Aufwendungen für Leistungen von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern erstattet. Für bestimmte Bereiche des Körpers sind deshalb auch osteopathische Behandlungen beihilfefähig.

Laut Erstattungsliste ist Osteopathie in vielen Fällen beihilfefähig

Für welche Bereiche des Körpers die Beihilfestelle Osteopathie als notwendige und angemessene Behandlung betrachtet, kann man aus der Erstattungsliste entnehmen, die für den Bund gilt. In den Ländern bestehen teilweise abweichende Regelungen. Sie hat im Sommer 2013 fast überall das veraltete Gebührenverzeichnis der Heilpraktiker abgelöst. Dazu gehören Unterkiefer, Handgelenke, Oberschenkel, Unterschenkel, Vorderarm, Fußgelenke, Schlüsselbein und Kniegelenk, Finger und Zehen. Neu: Seit 2013 ist auch die osteopathische Behandlung des Schultergelenks und der Wirbelsäule beihilfefähig. Die Erstattungsliste legt außerdem fest, bis zu welcher Obergrenze diese Behandlungen beihilfefähig sind. Sind die Aufwendungen des Beamten höher, muss er den Rest der Kosten selbst bezahlen.

Osteopathische Behandlung

Vereinbarter Höchstbetrag

Unterkiefer

11 Euro

Schultergelenk, Wirbelsäule

21 Euro

Handgelenke, Oberschenkel, Unterschenkel, Vorderarme, Fußgelenke

21 Euro

Schlüsselbein, Kniegelenk

12 Euro

Daumen

10 Euro

Finger, Zehen

10 Euro

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Ärztlich verordnete Heilbehandlungen durch einen Physiotherapeuten sind für Bundesbeamte nur beihilfefähig, wenn sie in Anlage 9 zur Bundesbeihilfeverordnung aufgeführt sind.
  • Osteopathie gehört nicht zu den beihilfefähigen Heilbehandlungen.
  • Osteopathie gehört zu den beihilfefähigen Leistungen von Heilpraktikern und Heilpraktikerinnen.
  • Für welche Körperteile eine osteopathische Behandlung beihilfefähig ist und welche Höchstbeträge anerkannt werden, steht in der Erstattungsliste der Heilpraktiker.
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