Bekomme ich Beihilfe für den behindertengerechten Umbau meiner Wohnung?

Beamte bekommen Beihilfe für den behindertengerechten Umbau ihrer Wohnung, wie beispielsweise ihres Duschbads, wenn sie pflegebedürftig sind. Auch sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen sind beihilfefähig. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach den Vorschriften für die Gesetzliche Pflegeversicherung.

Wer pflegebedürftig ist und in eine Pflegestufe eingruppiert wurde, bekommt Beihilfe für Leistungen der häuslichen Pflege. Dazu zählen nicht nur tatsächliche Pflegemaßnahmen. Auch ein Umbau der Wohnung ist beihilfefähig, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder dem Pflegebedürftigen zu einer möglichst selbständigen Lebensführung verholfen wird.

Beihilfe für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds

Die Leistungen werden Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds genannt. Darunter fällt zum Beispiel der Einbau eines behindertengerechten Duschbads, der Einbau einer barrierefreien Dusche oder eines höhenverstellbaren Waschtisches, den man auch mit einem Rollstuhl selbständig benutzen kann. Auch der Einbau eines Duschsitzes oder einer Einstiegshilfe für die Badewanne werden als notwendige Maßnahmen anerkannt. Für Maßnahmen dieser Art gibt es von der Beihilfestelle einen Zuschuss. Zum 1. Januar 2015 wurde der Höchstsatz von 2.557 Euro auf 4.000 Euro angehoben. Voraussetzung ist, dass Anspruch auf anteilige Zuschüsse für die jeweiligen Leistungen gegenüber der privaten oder gesetzlichen Pflegeversicherung besteht.

Zuschuss zum behindertengerechten Umbau gibt es für eine Maßnahme nur einmal

Den Zuschuss gibt es für eine Maßnahme nur einmalig. Das heißt: Erscheint der behindertengerechte Umbau einer Wohnung sinnvoll, werden dann aber in mehreren Etappen erst die Dusche umgebaut, später die Türen verbreitert und noch später eine Rollstuhlrampe im Eingangsbereich angelegt, gilt alles als eine Maßnahme, für die es nur einmalig den Zuschuss gibt.

Bei Änderung des Pflegebedarfs besteht erneut Anspruch auf den Zuschuss

Behindertengerechtes WohnenAnders liegt der Fall, wenn sich das Wohnumfeld ändert, wie im Fall eines Beamten im Ruhestand, den das Bundessozialgericht 2007 zu bewerten hatte. Der nach einem Schlaganfall und wegen weit fortgeschrittener Multipler Sklerose auf den Rollstuhl angewiesene Mann hatte zunächst das Bad seiner Erdgeschosswohnung barrierefrei umbauen lassen und bekam dafür Beihilfe. Ein Jahr später zog der pflegebedürftige Mann mit seiner Frau in die Kellerwohnung desselben Hauses. Dort mussten noch einmal Umbauten am Bad vorgenommen werden. Zusätzlich wurde eine Rampe installiert. Auch für diese Maßnahmen beantragte er bei der Beihilfestelle den Zuschuss. Die lehnte seinen Antrag ab. Das Bundessozialgericht war anderer Ansicht: Durch den Umzug sei eine Änderung des Pflegebedarfs eingetreten. Dadurch lägen die Voraussetzungen vor, den Zuschuss erneut zu gewähren.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Wer pflegebedürftig und in eine Pflegestufe eingruppiert ist, bekommt Beihilfe auch für den behindertengerechten Umbau der Dusche.
  • Der Höchstsatz für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds beträgt seit 1. Januar 2015 maximal 4.000 Euro.
  • Den Zuschuss gibt es nur einmalig.
  • Nur wenn sich der Pflegebedarf ändert, besteht der Anspruch auf den Zuschuss erneut.

 

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