Welchen Einfluss hat Teilzeitbeschäftigung auf die Beihilfe?

Vor allem junge Beamte und Beamtinnen mit kleinen Kindern nutzen in der Elternzeit und danach die Möglichkeiten der Teilzeitbeschäftigung. Möglich ist auch eine Beurlaubung, die sich aber auf den Beihilfeanspruch auswirkt.

 

Auch Beamte haben das Recht wie normale Arbeitnehmer, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neben der voraussetzungslosen Antragsteilzeit ermöglichen die Dienstherren in Bund und Ländern ihren Beamten insbesondere aus familiären Gründen, in Teilzeit zu gehen.

In der Elternzeit bleibt der Beihilfesatz gleich

Für die Dauer der Elternzeit haben Bundesbeamte gemäß Mutterschutz- und Elternzeitverordnung Anspruch auf eine Teilzeitbeschäftigung von bis zu 30 Wochenstunden. Nur wenn dringende dienstliche Belange entgegenstehen, kann der Dienstherr Ihren Antrag zurückweisen. Während der Elternzeit erhalten Sie denselben Bemessungssatz der am Tag vor der Geburt Ihres Kindes für Sie gegolten hat – egal ob Sie zu Hause Ihr Kind betreuen oder wieder in Teilzeit arbeiten.

TeilzeitkraftAuch wenn Sie in dieser Zeit keine Bezüge, sondern Elterngeld erhalten, müssen die Beiträge in die ergänzende Krankenversicherung und Pflegeversicherung weiter bezahlt werden. Um zumeist junge Beamte und Beamtinnen in unteren Besoldungsgruppen so wenig wie möglich zu belasten, erhalten Sie zusätzlich einen Zuschuss für die Beiträge, wenn ihre Bezüge nicht die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung übersteigen. Weitere Informationen dazu finden Sie im Beitrag über die Elternzeit.

Bei Beurlaubung aus familiären Gründen verlieren Sie Ihre Beihilfeberechtigung

Selbst nach der Elternzeit privilegiert der öffentliche Dienst Beamte, die Kinder unter 18 Jahren betreuen. Lassen Sie sich ohne Dienstbezüge beurlauben, verlieren Sie zwar Ihre direkte Beihilfeberechtigung. Die Fürsorgepflicht des Dienstherrn erlischt aber nicht. Deshalb erhalten Sie stattdessen Leistungen der Krankenfürsorge entsprechend den Regeln der Beihilfe. Entscheiden Sie sich für eine Teilzeitbeschäftigung, selbst wenn Sie nur wenige Wochenstunden arbeiten, hat das keinerlei Einfluss auf Ihre Beihilfeberechtigung. Sie haben weiterhin den vollen Anspruch. Achtung: Länger als 15 Jahre am Stück dürfen Sie sich dennoch nicht ohne Dienstbezüge beurlauben lassen oder weniger als die Hälfte Ihrer regulären Dienstzeit arbeiten.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Teilzeitbeschäftigung hat keine Auswirkungen auf die Beihilfe.
  • In der Elternzeit sind Sie weiterhin beihilfeberechtigt – egal ob sie zu Hause bleiben oder in Teilzeit arbeiten.
  • Lassen Sie sich nach der Elternzeit ohne Dienstbezüge beurlauben, weil Sie ein Kind unter 18 Jahren betreuen, erhalten Sie Leistungen der Krankenfürsorge.
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In unseren Glossartexten erläutern wir für Sie ein paar Grundbegriffe rund um unser Gesundheitssystem und FachBeihilfebegriffe, die immer wieder in unseren Texten auftauchen. Beihilferatgeber-Glossar