Anerkennung von Hautkrebs als Berufskrankheit

Recht zum Zeitpunkt der Erkrankung ausschlaggebend

15.04.2015 | Seit Januar sind einige Hautkrebsarten als Berufskrankheit anerkannt. Lesen Sie hier, wie Sie als Beamter von der Neuregelung profitieren.

Seit dem 1. Januar 2015 sind einige Arten von Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt. Menschen, die im Beruf über eine lange Zeit regelmäßig der Sonne ausgesetzt waren, haben damit erstmals einen geregelten Anspruch auf finanzielle Leistungen, wenn bei ihnen Hautkrebs festgestellt wird. Jedoch ist der Zeitpunkt des Entstehens der Erkrankung dabei von entscheidender Bedeutung – wer vor dem Inkrafttreten der neuen Regelung erkrankt ist, geht leer aus.

Dies musste jüngst ein pensionierter Beamter erfahren, der bis 2012 im vermessungstechnischen Außendienst der Stadt Koblenz beschäftigt gewesen ist. Bei ihm war bereits 2005 eine Frühform des hellen Hautkrebses diagnostiziert worden. Gegenüber seinem Dienstherrn beantragte der Beamte im Jahr 2013 die Anerkennung als Berufskrankheit und machte dabei die natürliche UV-Strahlung des Sonnenlichts als Ursache seiner Erkrankung geltend.

Nach Ablehnung durch die Stadt und Widerspruch des Beamten landete der Fall schließlich vor dem Verwaltungsgericht Koblenz. Dieses wies die Klage ab – Begründung: Die entsprechende Verordnung erfasse lediglich künstliche ionisierende Strahlung als mögliche Krankheitsursache. Der ionisierende Teil der Sonneneinstrahlung (UV-C-Strahlung) komme hierbei nicht in Betracht, da er von den oberen Schichten der Atmosphäre vollständig absorbiert werde und den Erdboden gar nicht erreiche.

Nahezu zeitgleich mit der Verhandlung hat das Bundeskabinett beschlossen, dass bestimmte durch natürliche UV-Strahlung bedingte Hauterkrankungen ab 1. Januar 2015 als Berufskrankheiten anzuerkennen sind. Der pensionierte Beamte aus Koblenz profitiert davon nicht, da für die Klärung der Frage, ob eine Krankheit ein „Dienstunfall“ ist, allein das Recht zum Zeitpunkt der Entstehung der Krankheit ausschlaggebend ist. Altfälle sind somit von der Neuregelung ausgeschlossen.

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