Beamte als Mobbing-Opfer

Beruflich bedingte Behandlungskosten sind steuerlich absetzbar

24.03.2015 | Behandlungskosten bei beruflich bedingtem Burnout sind Werbungskosten und steuerlich absetzbar.

Nicht immer ist es die Beihilfe, die für Behandlungskosten vollumfänglich in die Bresche springt. Doch gibt es zum Glück andere Möglichkeiten, seine Ausgaben erstattet zu bekommen – eine davon ist die Steuererklärung. Nach einer jüngst getroffenen Entscheidung des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz dürfen gemobbte Beamte Aufwendungen, die weder die Beihilfe noch die Krankenversicherung übernehmen, als Werbungskosten geltend machen (Aktenzeichen: 2 K 1152/12).

Im verhandelten Fall war ein Beamter aufgrund Mobbings durch einen Vorgesetzen und langwieriger psychosozialer Konflikte am Arbeitsplatz erkrankt. Der Befund lautete: „chronisch psychophysischer Erschöpfungszustand mit depressiver Entwicklung“. Der Beamte hat sich aufgrund seiner Erkrankung zweimal in einer Privatklinik für Psychotherapie und psychosomatische Gesundheitsentwicklung behandeln lassen und Aufwendungen hierfür als Werbungskosten in seiner Steuererklärung geltend gemacht.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat die Kostenanteile für die beiden Privatklinik-Aufenthalte nun als Werbungskosten anerkannt. Grundlage der Entscheidung sind Gutachten des Hausarztes des Beamten sowie eines Facharztes, die bescheinigten, dass die Belastungssituation am Arbeitsplatz für die notwendig gewordene Behandlung ausschlaggebend sei. Insofern war der Zusammenhang zwischen der Erkrankung und der Berufstätigkeit eindeutig belegt.

Für die Absetzbarkeit spiele es keine Rolle, ob Mobbing von Seiten des Dienstvorgesetzten tatsächlich vorlag oder ob dies lediglich von dem Beamten so empfunden worden ist. Ebenso wenig sei die Notwendigkeit des Klinikaufenthalts als Kriterium für die Zulässigkeit heranzuziehen. Entscheidend sei allein, dass die Aufwendungen von dem Beamten im weitesten Sinne zur Förderung seines Berufs, nämlich zur Bewältigung seiner psychosomatischen Krankheit, getätigt wurden.

 Hinweis
Ein ähnliches Verfahren ist beim Bundesfinanzhof anhängig und wird dort geführt unter dem AZ VI R 36/13.
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