Beihilfe für Mitglieder der Postbeamtenkrankenkasse (PBeaKK): Diese Besonderheiten sollten Sie beachten

Wer vor 1995 bei der Post angefangen hat, ist noch Beamter und damit Mitglied der Postbeamtenkrankenkasse. Die Leistungen dieser Versicherung ergänzen die Beihilfe. Was Sie als Beamter bei der Post darüber wissen müssen, lesen Sie hier.

Die Postbeamtenkrankenkasse (PBeaKK) ist weder gesetzliche noch private Krankenkasse. Sie ist eine Sozialeinrichtung der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation, die ihren Mitgliedern Leistungen im Krankheitsfall gewährt. Seit dem 1. Januar 1995 nimmt sie keine neuen Beamten mehr auf. Das hängt mit der Privatisierung der Bundespost durch die zweite Postreform zusammen. Wer danach bei der Post anfing, startete als Arbeitnehmer eines privatwirtschaftlichen Unternehmens. Die vor dem Stichtag eingestellten Kollegen aber waren noch Bundesbeamte.

Wolfgang und Georg zum Beispiel haben 1992 noch bei der Deutschen Bundespost angefangen. Damals waren beide in den einfachen nichttechnischen Dienst eingestiegen und sind seitdem Versicherte der Postbeamtenkrankenkasse. Inzwischen ist Wolfgang beim privaten Unternehmen Deutsche Post AG in den mittleren Dienst aufgestiegen, Georg ist weiter im einfachen Dienst beschäftigt.

Wer kann Mitglied der Postbeamtenkrankenkasse sein?

Die Mitglieder der PBeaKK sind in verschiedene Gruppe klassifiziert. Beamte, Beamtinnen und Ruheständler des einfachen Dienstes sowie ihre Hinterbliebenen sind Mitglieder der Gruppe A. In der Gruppe B 1 sammeln sich Beamte und Beamtinnen des mittleren, gehobenen und höheren Dienstes und deren Hinterbliebene. Versorgungsempfänger der PBeaKK ohne Beihilfeanspruch werden in B 2 und B 3 eingruppiert. Frühere Angestellte mit Rentenversicherungsanspruch aus der Versorgungsanstalt der Deutschen Bundespost gehören zur Gruppe C. Außerdem sind rechtskräftig geschiedene Ehegatten beziehungsweise ehemalige Partner einer aufgelösten Lebensgemeinschaft ohne Beihilfeanspruch in Gruppe E versichert.

Dadurch ist Georg als Beamter des einfachen Dienstes weiterhin Mitglied der Gruppe A, während Wolfgang durch seinen Laufbahnwechsel in den mittleren Dienst in die Kategorie B 1 gewechselt ist.

Neue Mitglieder nimmt die PBeaKK nur in drei Ausnahmefällen auf: Wenn frühere Versicherte, die ihre Mitgliedschaft wegen Urlaubs unter Wegfall der Besoldung gekündigt hatten, ihren Urlaub beenden, können sie wieder Mitglied werden. Außerdem sind Witwen, Witwer, hinterbliebene Lebenspartner/-innen sowie Waisen berechtigt, der PBeaKK beizutreten. Die dritte Ausnahme gilt für Personen, deren Versicherung in einer gesetzlichen Krankenversicherung aufgrund gesetzlicher Änderungen endet und die nach der am 31. Dezember 1994 geltenden Bestimmung die Mitgliedschaft hätten erwerben können.

Welche Beiträge müssen die Mitglieder zahlen?

Versorgungsempfänger der PBeaKK müssen für die Grundversicherung monatliche Beiträge zahlen, die sich aus den Beitragstabellen des Anhang 1 zur Satzung der PBeaKK ergeben. Sie richten sich nach der Gruppe des Mitglieds, seinem Alter und danach, wie viele Angehörige bei ihm mitversichert sind.

Beihilfesätze: Diese Leistungen erhalten Mitglieder der Postbeamtenkrankenkasse

Welche Leistungen die Versorgungsempfänger erhalten, richtet sich nach den Leistungsordnungen der PBeaKK. Mitglieder der Kategorie A erhalten Leistungen nach der Leistungsordnung A, für alle anderen ergibt sich ihr konkreter Anspruch aus der Leistungsgruppe B. Das bringt einen gravierenden Unterschied mit sich.

Georg aus unserem Beispiel, der als Beamter des einfachen Dienstes Mitglied der Gruppe A ist, erhält nach der Leistungsordnung A Sach- und Dienstleistungen. Das heißt, dass er wie ein gesetzlich Versicherter beispielsweise Arztrechnungen nicht vorstrecken muss, sein Hausarzt rechnet die vorher ausgehandelten Kosten nach der Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ) direkt bei der PBeaKK ab.

Versorgungsempfänger aller anderen Gruppen erhalten Leistungen nach der Leistungsgruppe B. Die legt Prozentsätze fest, die mit den Bemessungssätzen korrespondieren. Die Leistungen der PBeaKK ergänzen somit die Beihilfe auf 100 Prozent und schaffen so für Beamte der Post einen umfassenden Versicherungsschutz im Krankheitsfällen.

Postbeamtenkasse Behandlungen im KrankenhausBeihilfe mit Postbeamtenkrankenkasse: Diese Besonderheiten sollten Sie kennen

Allerdings ergeben sich auch für Beamte der Post aus der Leistungsgruppe bestimmte Eigenbehalte. Für Arznei- und Verbandmittel müssen auch Postbeamte zehn Prozent selbst zahlen, mindestens fünf Euro aber höchstens zehn Euro. Bei einer Behandlung beim Heilpraktiker übernimmt die PBeaKK nur 90 Prozent der Sätze, die die Beihilfe mit den Heilpraktikerverbänden vereinbart haben. Auch hieraus ergibt sich für Beamte der Post in der Regel ein Selbstbehalt. Im Fall von Krankenhausbehandlungen werden nur die notwendigen Kosten erstattet. Aufwendungen für Zweibett-Zimmer dagegen müssen Postbeamte selbst übernehmen. Für wahlärztliche Leistungen zahlt die PBeaKK dagegen zumindest teilweise. Gewisse prozentuale Abschläge müssen die Beamten der Post allerdings hinnehmen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Die Postbeamtenkrankenkasse ist eine soziale Einrichtung der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation.
  • Sie nimmt seit 1995 keine neuen Versicherten auf.
  • Die Leistungen der PBeaKK ergänzen die Beihilfeleistungen.
Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




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