Beihilfe und KVB: Diese Sonderregeln gelten für Mitglieder der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten

Was heute eine privatwirtschaftliche Aktiengesellschaft ist, war bis in die neunziger Jahre Amt: Wer damals bei der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn anfing, hat deshalb auch heute noch als Beamter des Bundes Recht auf Beihilfe – und auf Leistungen der Krankenversorgung für Bundesbahnbeamte (KVB). Was Sie darüber wissen müssen, erfahren Sie hier.

1993 hat der Bund die beiden Eisenbahnbehörden der alten Bundesrepublik und der DDR zusammengeführt und privatisiert. Aus Deutscher Bundesbahn und Deutscher Reichsbahn wurde ein Sondervermögen mit dem Namen Bundeseisenbahnvermögen. Wer schon vor diesem Zeitpunkt bei der Bahn gearbeitet hat, war Beamter und ist es auch nach der Privatisierung geblieben. Das Gesetz zur Zusammenführung und Neugliederung der Bundeseisenbahnen erklärt sie ausdrücklich zu Bundesbeamten.

Wer kann Mitglied der KVB sein?

Ergänzend zu ihrem Recht auf Beihilfe sind die Beamten des Bundeseisenbahnvermögens, Ruhestandsbeamten sowie deren Angehörige und Hinterbliebene in der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (KVB) versichert. Die Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist weder gesetzliche noch private Krankenversicherung, sondern eine Sozialeinrichtung des Bundeseisenbahnvermögens, die ihren Mitgliedern Leistungen im Krankheitsfall gewährt. Seit dem Inkrafttreten des Eisenbahnneuordnungsgesetzes am 1. Januar 1994 ist der Bestand der KVB allerdings geschlossen, neue Mitglieder werden seitdem nicht mehr aufgenommen. Nur frühere Mitgliedschaften können ausnahmsweise wieder aufgenommen werden. Ende 2013 betreute die Versicherung noch 191.198 Mitglieder, mit mitversicherten Angehörigen hatten über 300.000 Versicherte Anspruch auf Leistungen der KVB.

Welche Leistungen gewährt die KVB ergänzend zur Beihilfe?

KVB MitgliederDie KVB gewährt ihren Mitgliedern Leistungen bei Krankheits-, Geburts- und Todesfällen sowie bei Maßnahmen zur Früherkennung von Krankheiten, die die Beihilfeleistungen ergänzen. Darüber hinaus bietet sie ihren Mitgliedern auch eine Restkostenversicherung zur Deckung der Kosten, die die Beihilfe nicht trägt. Damit schafft die Versicherung für Beamte der Bahn einen umfassenden Schutz im Krankheitsfall. Dafür zahlen sie jeden Monat Beiträge. Die Höhe bemisst sich an der Besoldungsgruppe. Für Beamte mit mitversicherten Angehörigen dürfen sie jedoch den halben Beitragssatz der Rentner der Betriebskrankenkassen nicht überschreiten.

Für welche Behandlungen die KVB einspringt und welche Aufwendungen die Krankenversicherung tatsächlich ersetzt, das regelt die Satzung der KVB. Die finden Mitglieder im geschützten Bereich der KVB. Dort finden sie außerdem Informationsblätter, die die komplizierten Vorschriften erklären.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Die Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten ist eine soziale Einrichtung des Bundeseisenbahnvermögens.
  • Sie nimmt seit Januar 1994 keine neuen Mitglieder auf.
  • Die Leistungen der KVB ergänzen die Zahlungen der Beihilfe.
Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




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