Beihilfe in Sachsen-Anhalt: Welche Besonderheiten es gibt

Beihilfe und Heilfürsorge in Sachsen-Anhalt sind genauso geregelt wie im Bund. Doch eine Ausnahme bestätigt die Regel: Seit 1. Januar 2014 gilt auch hier eine neue Kostendämpfungspauschale.

Aus dem Inhalt

Für wen erhalten Sie Beihilfe in Sachsen-Anhalt So bemisst sich die Beihilfe in Sachsen-Anhalt Eigenbehalt: Das müssen Sie in Sachsen-Anhalt selbst zahlen Für diese Aufwendungen erhalten Sie Beihilfe in Sachsen-Anhalt Für diese Aufwendungen gibt es keine Beihilfe in Sachsen-Anhalt Besondere Regelungen für Beamte auf Widerruf So erhalten Sie Beihilfe in Sachsen-Anhalt

Im Besoldungs- und Versorgungsergänzungsgesetz des Landes ist die Beihilfe nur in den Grundsätzen geregelt. Darüber hinaus gelten für Beamten in Sachsen-Anhalt die Vorschriften der Bundesbeihilfeverordnung – solange das Landesparlament nichts anderes regelt. Mit Wirkung zum 1. Januar 2014 hat es davon Gebrauch gemacht und eine Kostendämpfungspauschale eingeführt.

Für wen erhalten Sie Beihilfe in Sachsen-Anhalt

Beamte in Sachsen-Anhalt erhalten ähnlich wie Bundesbeamte Beihilfe nicht nur für eigene Aufwendungen, sondern auch für solche, die sie für berücksichtigungsfähige Angehörige gemacht haben. Dazu zählen im Familienzuschlag berücksichtigte Kinder, Lebenspartner und Ehegatten, deren Einkünfte 17.000 EUR im vorvorigen
Kalenderjahr vor Stellung des Beihilfeantrages nicht überschritten haben dürfen.

So bemisst sich die Beihilfe in Sachsen-Anhalt

Die Bemessungssätze für Beihilfen sind in Sachsen-Anhalt genauso geregelt wie in der Beihilfeverordnung des Bundes. Beihilfeberechtigte selbst erhalten 50 Prozent ihrer Aufwendungen erstattet, mit mindestens zwei Kindern erhöht sich die Beihilfe auf 70 Prozent. Genau wie für Versorgungsempfänger, Ehegatten und Lebenspartner, die ebenfalls  Beihilfen in Höhe von 70 Prozent erhalten. Von den Aufwendungen für berücksichtigungsfähige Kinder oder Waisen erstattet das Land sogar 80 Prozent.

Eigenbehalt: Das müssen Sie in Sachsen-Anhalt selbst zahlen

Seit 1. Januar 2014 gilt in Sachsen-Anhalt eine Kostendämpfungspauschale. Mussten Sie bis dahin Zuzahlungen zu jeder Rechnung für Arzneimittel oder stationäre Behandlungen hinnehmen, tragen Sie jetzt eine fixe Summe jährlich selbst, bevor Ihnen Beihilfe zusteht. Wie hoch die Kostendämpfungspauschale für Sie ist, hängt von Ihrer Besoldungsgruppe ab.

Besoldungsgruppe

Kostendämpfungspauschale für aktive Beamte

A 7 - A 9

80 Euro

A 10, A 11

140 Euro

A 12 - A 15, C 1, C 2, R 1, W 1, W 2

 

200 Euro

A 16, B 2, B 3, C 3, R 2, R 3, W 3

320 Euro

B 4 - B 7, C 4, R 4 - R 7

 

440 Euro

höhere Besoldungsgruppen

560 Euro

Entsprechend niedriger ist die Kostendämpfungspauschale für Beamte mit berücksichtigungsfähigen Kindern, Versorgungsempfänger und Witwen beziehungsweise Witwer. Komplett ausgenommen von der Kostendämpfungspauschale sind lediglich Beamte in Elternzeit, Waisen, Beihilfeberechtigte, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung sind und Versorgungsempfänger mit einem Mindestruhegehalt. Außerdem gilt die Kostendämpfungspauschale nicht bei Vorsorgemaßnahmen und Kosten für dauerhafte Pflege.

FamilieFür diese Aufwendungen erhalten Sie Beihilfe in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gibt es Beihilfe wie im Bund grundsätzlich nur für notwendige und wirtschaftlich angemessene Aufwendungen In Krankheits- und Pflegefällen, zur Früherkennung und für Vorsorgemaßnamen sowie zur Empfängnisverhütung, bei künstlicher Befruchtung und in Fällen des nicht rechtswidrigen Schwangerschaftsabbruchs und der nicht rechtswidrigen Sterilisation.

Für diese Aufwendungen gibt es keine Beihilfe in Sachsen-Anhalt

Welche Leistungen beihilfefähig sind und welche nicht, ist im Detail in der Bundesbeihilfeverordnung geregelt. Daher ist Vorsicht geboten bei Aufwendungen, die Sie im Ausland vorstrecken müssen. Hier gewährt Ihnen Ihr Dienstherr nämlich nur unter bestimmten Voraussetzungen Beihilfe. Außerdem gibt es ebenso wie auf Bundesebene keine pauschalen Beihilfen bei Geburten und im Sterbefall.

Besondere Regelungen für Beamte auf Widerruf

Für Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst gilt zudem eine besondere Einschränkung bei Zahnarztbehandlungen: Für sie sind folgende Leistungen nicht beihilfefähig:

  • Zahnersatz,
  • Inlays,
  • Zahnkronen,
  • Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen sowie
  • implantologische Leistungen.

Diese Einschränkungen gelten auch für die berücksichtigungsfähigen Angehörigen.

So erhalten Sie Beihilfe in Sachsen-Anhalt

Ihren Beihilfeantrag müssen Sie wie im Bund innerhalb eines Jahres bei der Beihilfefestsetzungsstelle einreichen. Zuständig ist in Sachsen-Anhalt die Oberfinanzdirektion Magdeburg in Dessau. Den Kontakt und weitere Informationen sowie die notwendigen Formulare finden Sie auf der Internetseite der Behörde.

Das Wichtigste der Beihilfe in Sachsen-Anhalt zusammengefasst:

  • Das Landesrecht regelt die Beihilfe nur im Grundsatz und verweist auf die Bundesbeihilfeverordnung.
  • Seit 1. Januar 2014 gilt eine Kostendämpfungspauschale.

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Letzte Aktualisierung: 16.11.2016




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