Beihilfe in den Ländern

Beihilfe in den Bundesländern

Alles über die wichtigsten Unterschiede

Bei der Beihilfe in den Bundesländern steckt der Teufel im Detail. Viele kleine, aber erhebliche Unterschiede verstecken sich in den Beihilfeverordnungen der Länder. Was das für Sie bedeutet, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Beihilferecht ist nicht einheitlich geregelt. Nicht nur der Bund hat für seine Staatsdiener eine Beihilfeverordnung erlassen. Während einige Länder wie Sachsen-Anhalt diese  übernehmen (Sachsen-Anhalt hat ab 1. Januar 2014 allerdings zusätzlich eine Kostendämpfungspauschale eingeführt), haben die Dienstherren in den meisten der 16 Bundesländer eigene Beihilfevorschriften für ihre Beamten und Versorgungsempfänger erlassen. Auf den ersten Blick ähnlich, unterscheiden sie sich in kleinen – für Sie aber bedeutenden – Details erheblich.

Informationen zur Beihilfe in den einzelnen Ländern:

Unterschiedliche Einkommensgrenzen für Ehegatten und Lebenspartner

In der Frage, wann Beihilfeberechtigte für ihren Ehepartner Anspruch auf Leistungen der Beihilfe haben, liegen die Länder weit auseinander. Manche legen wie Hessen den steuerlichen Grundfreibetrag von 8.472 Euro als Einkommensgrenze für Ehegatten an, andere orientieren sich an den Beihilfevorschriften des Bundes und lassen für Lebens- und Ehepartner 17.000 Euro zu. Manches Ehepaar profitiert in den Ländern sogar von noch höheren Einkommensgrenzen. Liegt das Einkommen der Ehepartner oberhalb dieser Grenzen, müssen sie sich selber krankenversichern und haben in der Regel keinen Anspruch auf Beihilfe.

ChefarztbehandlungWahlleistungen oder keine Wahlleistungen – das ist hier die Frage

Ein wichtiges Thema für Beamte sind Wahlleistungen bei Krankenhausaufenthalten. Chefarztbehandlung und Zwei-Bett-Zimmer gehören für viele Beamte zum Standard weil sie beihilfefähig sind. Einige Landesbeamte wie beispielsweise in Rheinland-Pfalz müssen sich hierfür einen monatlichen Beitrag von ihren Bezügen abziehen lassen, andere Bundesländer haben sie komplett ausgeschlossen. Große Unterschiede gibt es außerdem bei Pauschalbeihilfen für die Säuglingsausstattungen neugeborener Kinder (von 250 Euro in Baden-Württemberg über 170 Euro in Nordrhein-Westfalen bis zu 0 Euro in Bayern) oder in Todesfällen. Auch die Beihilfesätze für Aufwendungen in der Pflege differieren für Beihilfeberechtigte in den Ländern stark.

Kostendämpfungspauschale versus Eigenbehalt

Zudem haben einige Bundesländer eine Kostendämpfungspauschale eingeführt. Während für Bundesbeamte jede Aufwendung durch einen Eigenbehalt gemindert wird, bis eine Belastungsgrenze erreicht ist, bekommen viele Landesbeamte erst dann von der Beihilfe Aufwendungen erstattet, wenn eine bestimmte Summe im Jahr erreicht ist. Diese Schwellenwerte sind meist abhängig von der Besoldungsgruppe und sehr unterschiedlich.

Verlängerte Antragsfristen und niedrigere Bagatellgrenzen

In manchen Ländern sind die Fristen für die Stellung eines Antrags auf Beihilfe länger, zum Beispiel in Sachsen, wo Beamte zwei Jahre Zeit haben, um ihren Antrag zu stellen. Dafür ist die Bagatellgrenze in einigen Bundesländern sehr niedrig. In Schleswig-Holstein etwa müssen nur 100 Euro zusammenkommen, bevor ein Antrag auf Beihilfe bearbeitet wird.

Auf folgenden Seiten erfahren Sie detailliert, ob Ihr Dienstherr eine eigene Beihilfeverordnung erlassen hat und welche Besonderheiten für Sie gelten. Wir erklären, wofür Sie Beihilfe bekommen, was Ihr Dienstherr nicht bezahlt und wie Sie Beihilfe in den Ländern richtig beantragen.

Eine zusätzliche private Krankenversicherung für Beamte, die Restkostenversicherung, brauchen die Beihilfeberechtigten in allen Ländern genauso wie jeder Bundesbeamte. Was das angeht, gibt es keine Unterschiede. Wenn Sie wissen möchten, was eine Restkostenversicherung für Sie persönlich leistet, informieren Sie sich über das COMFORTBeihilfe-Tarifkonzept der Continentale Krankenversicherung a.G. oder oder nutzen Sie gleich unseren Beihilferechner, um unverbindlich Ihren monatlichen Beitrag zu berechnen.

Letzte Aktualisierung: 16.11.2016


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